Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Flugzeugabsturz, Waldbrand oder Bombenfund: Die Feuerwehr weiß, was zu tun ist

Die Feuerwehr rüstet sich bei Großeinsätzen und ungewöhnlichen Lagen mit vielschichtigen Einsatzplänen.
Die Feuerwehr rüstet sich bei Großeinsätzen und ungewöhnlichen Lagen mit vielschichtigen Einsatzplänen.

Was tun, wenn ein Flugzeug in ein Wohngebiet stürzt, der Wald großflächig brennt oder ein Zug entgleist? Die Brand- und Katastrophenschützer der Stadt stehen solchen Extremfällen keinesfalls planlos gegenüber, das Vorgehen ist in knapp einem Dutzend Alarm- und Einsatzplänen geregelt, die ständig überarbeitet werden. Es fehlt an anderer Stelle.

Die CDU-Fraktion hatte, auch im Lichte der Flutkatastrophe im Ahrtal, wissen wollen, wie es um den Katastrophenschutz in der Stadt bestellt ist. „Wo stehen wir?“, brachte es Walfried Weber, der den Antrag seiner Fraktion vortrug, auf den Punkt.

Im Anschluss erläuterte Thomas Höhne, der oberste Brandschützer der Stadt, ausgiebig, was Feuerwehr und Katastrophenschutz im Fall der Fälle tun. Zehn so genannte Alarm- und Einsatzpläne gibt es in der Stadt, die sich an den „speziellen Gefahrenlagen der Stadt“ orientierten. Dazu gehört beispielsweise ein Plan, was zu tun ist, wenn ein Flugzeug abstürzt – eine Gefahr, die nicht von der Hand zu weisen ist, Stichwort Air Base Ramstein. Außerdem gibt es einen Plan, der bei Unwetter-Ereignissen greift, etwa Sturm und Schnee. Wie der Leiter des Referats Feuerwehr und Katastrophenschutz ausführte, bestehe in Kaiserslautern zweifellos die Gefahr von Überflutungen, wie das nach Starkregen in der Vergangenheit bereits mehrfach der Fall gewesen sei, mit teilweise hohen Sachschäden. Allerdings sei die Situation in Kaiserslautern mit der im Ahrtal nicht zu vergleichen.

Neben Einsatz- gibt es auch 180 Gebäudepläne

Viel bedrohlicher könne da ein großflächiger Waldbrand sein, auch für diesen Fall ist die Feuerwehr gewappnet, es gibt einen entsprechenden Plan. „Auch ohne solche Pläne kriegen wir ein Feuer aus“, sagte Höhne, der gleichzeitig die Bedeutung der Schriftsätze hervorhob, weil darin auch Dinge wie Alarmierungsketten und verantwortliche Stellen festgeschrieben seien. „Die Pläne werden ständig fortgeschrieben und sind alle auf dem aktuellen Stand“, sagte Höhne.

Zudem halte die Feuerwehr mittlerweile für 180 Gebäude in der Stadt Anfahrts- und Lagepläne vor, auch von den Gebäuden des Westpfalz-Klinikums. Auf einen Großbrand dort hatte die CDU-Anfrage als Beispiel abgehoben. Es handelt sich laut Höhne dabei um alle Gebäude, die über eine Brandmeldeanlage verfügen, die direkt bei der Feuerwehr Alarm auslöst. Mittelfristig kommen noch ein paar Pläne hinzu, vermutet Höhne. „Die Tendenz ist steigend.“ Jüngster Neuzugang sei etwa das Amazon-Gebäude.

Kiefer: Brauchen zwei neue Feuerwachen

Der für Feuerwehr und Katastrophenschutz zuständige Dezernent Peter Kiefer (FWG) unterstrich die Bedeutung des Katastrophenschutzes in der Stadt. Dazu müsse allerdings das Personal aufgestockt werden und zwei neue Feuerwachen gebaut werden, eine im Osten und eine im Westen der Stadt. „Nur so kann ds komplette Stadtgebiet abgedeckt werden“, sagte Kiefer. Die Pläne seien mit der übergeordneten Behörde, der ADD, abgestimmt und dort auch „für gute befunden“ worden.

Gleichwohl sagte Kiefer, dass sich die Stadt quasi seit 2020, mit Beginn der Corona-Pandemie, in „einem permanten Krisenmodus“ befinde. „Wir haben das sehr gut hinbekommen, ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der Beteiligten“, sagte der Dezernent.

x