Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Flirrende Luft über heißen Steinen: Die Formation Riddim Posse eröffnet die Konzertreihe der Ramsteiner Sommernächte

Feuriger Musikmix mit Botschaft: Riddim Posse. Foto: VIEW
Feuriger Musikmix mit Botschaft: Riddim Posse.

Vor vielen Hunderten von Besuchern gaben am Freitagabend Bürgermeister Ralph Hechler und Burgel Stein vom Congress Center Ramstein den Startschuss zur sechsten Auflage der Ramsteiner Sommernächte. Die mediterranen Temperaturen waren wie bestellt für die Karibische Nacht mit der Formation Riddim Posse, deren Musiker aus Barbados, Trinidad & Tubago, Ghana, Mosambik und Deutschland kommen. Ein Einstand nach Maß.

Urlaub, Sonne und herrliche Strände, das assoziiert man in der Regel mit der Karibik. Flirrende Luft über heißen Steinen, das gab es auch in Ramstein zur Genüge - und natürlich jede Menge heißen Stoff. Für Riddi Posse war Geschwindigkeit keine Hexerei. Schon mit dem eingangs gespielten Calypso „Hot, Hot, Hot“ liefert die Band ein kraftvolles, kollektives Statement für traditionsbewusste, aber auch multistilistische zeitgenössische Musik aus der Karibik. Sie ließen ihre Instrumente fauchen und knurren, und hörte man genau hin, so verquirlten die Sechs munter untereinander mit verschachtelten Rhythmen eine musikalisch feurige Mixtur.

Die Liebe zu Reggae und Soca führte die aus fünf Nationen stammenden Musiker zusammen. Ganz der karibischen Musik verschrieben, entwickelt die Band ihren ganz eigenen Stil und verwechselbaren Sound. Das war Musik, die in Bauch und Beine ging. Fette Grooves, ein knalliger Bläsersatz, die markante Stimme von Leadsänger Wayne Dallaway, das Spiel des Ausnahmetrompeters Kirt Dallaway, rockige Gitarrenriffs des feurigen Markus Herrmann, Steeldrum und mehrstimmiger Gesang machten diese reizvolle Mischung aus.

Die Musik von Riddim Posse hat aber auch eine Botschaft

Aber auch typische Bob Marley-Titel wie „Stir It up“, „No Woman No Cry“ sowie „Johnny B Good“ oder „The Hammer“ von Peter Tosh präsentierten diese Paradiesvögel um den versierten Keyboarder Pit Schönpflug (Heidelberg) in allen ihren Facetten. Klanglich authentisch und musikalisch experimentell agierte dabei die Formation. Mit seiner kräftigen Stimme heizte Leadsänger Wayne Dallaway dem Publikum kräftig ein. Im Mittelpunkt dieses Stilmix’ standen aber auch der stark betonte Bass des Ghanaesen Michael Suuhe und das Schlagzeug des Leo Murphy aus Barbados, die den Sound maßgeblich bestimmten und für einen tanzbaren Beat sorgten. Der synkopierte Rhythmus und die darin liegende innere Spannung verstärkten sich zu einem pulsierenden Beat. Gerade in seiner einfachen, klaren Struktur lag das Geheimnis seiner höchst komplexen Wirkung. Unter dem suggestiven Bassklang entwickelte sich so eine permanente Spannung. Ein Feuerwerk an Ideen lieferten zudem Pit Schönpflug am Keyboard, Kirt Dallaway mit schwindelerregenden Höhenflügen auf der Trompete und Wayne Dallaway mit erdigen Sounds auf der Posaune, so dass der Rhythmus unaufhörlich in die Beine ging.

Die Musik von Riddim Posse hatte aber auch eine Botschaft. Reggae, Calypso und Soca sind nämlich die Musik der Slums, der ärmeren Schichten der Karibik. Die Unterdrückung der Weißen wurde ein zentrales Thema, auch die Gefühle der Gefangenschaft und politischen Entfremdung. Selbst wenn Sklaverei abgeschafft wurde, existiert sie für viele in einer „kultivierteren“ Form immer noch. Darüber machten sich die Besucher an diesem Abend jedoch weniger Gedanken. Sie feierten lieber und das mit Recht, so dass das Stimmengewirr immer lauter wurde und die Musik zuweilen sogar übertönte. Die Texte der jamaikanischen Musiker waren stets politisch. Gerade in diesen Zeiten haben diese Songs jedoch wieder ihre Berechtigung.

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