KAISERSLAUTERNFillibecks Woche: Mit Luftgitarre und Kissen unterm Hosenboden ins Mai-Wochenende
Motor und Begründer der »Kunsthochburg Erfenbach«: Um pfiffige Ideen nie verlegen, hat Paul-Peter Götz Werke aus dem »Künstlerhaus am Gleis« nun kurzerhand in Schaufenster des Stadtteils verlagert.
Wer sich schon immer dafür geschämt hat, Luftgitarre zu spielen, hat jetzt echte Chancen. Fastnachtsperücke auf, Schrubber in die Hand, Anlage an und los geht’s. Und wenn die Töchter (oder Söhne) auch noch so schräg gucken, niemand kann Alvin Lee, Carlos Santana oder Jimi Hendrix so gut nachmachen wie der Papa. Und der hört erst auf, wenn die Zimmer aufgeräumt sind, dass das mal klar ist. Aber nun ganz im Ernst: Wer früher gut gezeichnet oder gemalt hat, hätte jetzt die Zeit, schlummernde Talente wieder zu erwecken. Auch Online-Gitarrenkurse gibt’s jede Menge, und wer normalerweise nur unter der Dusche singt, kann ja mal seine Nachbarn mit ein paar Shantys erfreuen. Den „Drunken Sailor“ kriegt doch jeder hin, oder?
Und wer nach der ein oder anderen Darbietung erschöpft aufs Sofa sinkt, könnte Günter Speyer lesen. Immerhin ein waschechter Lauterer Autor, der auch in Mundart schreibt und schon witzige Bände wie „Galina – Wie ein Huhn der Massentierhaltung entkam“ (Edition Tintenfass) herausgebracht hat. Sein neuestes Buch „Alderserschoinung“ mit neuen Gedichten gibt’s bisher nur beim Autor selbst. Unter der Telefonnummer 0631 51464.
Wie schon berichtet, sind der Zoo in Siegelbach und der Lauterer Wildpark wieder offen, was so manchen gestressten Eltern durchaus einigen Freiraum verschaffen kann. Näheres auf www.zoo-kaiserslautern.com sowie www.wildpark-kaiserslautern. de. Und wer es schafft, die Knirpse da oder dort mit dem Rad hinzutreiben, darf auf einen noch ruhigeren Abend hoffen.
Er spielt akustische Gitarre, Steel-Guitar, Geige oder Fußbass: Der Münchner Musiker Titus Waldenfels. Zusammen mit der Nowosibirsker Sängerin Djulia und Christoph Jung am Schlagzeug als Trio „3 Colours Of Swing“ bestreitet der Bajuware das Livestream-Konzert im Benderhof am Samstag ab 20.30 Uhr. Mit amerikanischem Swing der 1930er und 1940er Jahre. Und am nächsten Donnerstag, auch ab 20.30 Uhr, versuchen die Lauterer Jazzer, eine kleine Jazzsession im Benderhof hinzukriegen. Bestehend aus dem Pianisten Philipp Huchzermeier und dem Kontrabassisten Ben Thomas. Einwahladressen zum Livestream finden sich auf der Internetseite www.benderhof-kl.de.
Ingenieure, Bauhandwerker, Autoren, Lehrerinnen oder Studentinnen waren schon in der Wortwerkstatt Belleville in der Gaustraße zu Gast. Aber nicht einfach so, sondern als Interviewpartner der Inhaberin Ina Bartenschlager. Gefragt wurden sie zur Zukunft unserer Stadt, was ihnen am städtischen Leben wichtig ist und wo es eher hakt in der „Westpfalz-Metropole“. Wer sich anschauen will, was da an Meinungen alles so zusammengekommen ist, kann dies auf der Facebook-Seite belleville.wortwerkstatt tun. Übrigens beleuchtet Bartenschlager nach wie vor jeden Abend ab Dämmerung die Gaustraße gegenüber dem Belleville (Nähe Polizeiinspektion) mit ihren Dias aus den 1950ern und 1960ern, die vor allem ferne Länder zeigen.
Wer’s noch nicht mitgekriegt hat: Erfenbachist mittlerweile die Hochburg der Bildenden Kunst in unserer Region. Denn Organisator Paul-Peter Götz hat die Kunst in seinem Künstlerhaus Kunst am Gleis kurzerhand in die Schaufenster des Stadtteils ausgelagert. Das heißt: Wer Ausstellungen dieser Tage schmerzlich vermisst, kann sich nach Erfenbach aufmachen, muss keinen Eintritt zahlen und kann trotzdem die Malerei, Grafik oder Bildhauerei von fünf Künstlern in aller Ruhe begucken. Eine prima Idee und durchaus nachahmenswert.
Eine weitere gute Idee wurde und wird weiterhin in Otterbergumgesetzt. Über die Internetseite www.otterberg24.de und den Ausgangspunkt Kirchplatz kann man sich zu historisch interessanten Gebäuden und Plätzen Otterbergs führten lassen und bekommt gleich noch die passenden Informationen dazu. Entlang des Lautertal-Radwegs kommt man gemütlich nach Otterbach. Am dortigen Aldi-Markt geht’s rechts rein und flach weiter bis nach Otterberg. Durch Wiesen, Auen und knorriges Gehölz.
Wurden früher die Bürger an den Grenzsteinen ihrer Gemarkung vorbeigeführt, wurden sie nicht selten „gepritscht“. Also sie kriegten mit der Holzplätsche den Hintern versohlt. So wichtig nahm die Obrigkeit die Grenzen, und das Pritschen diente der Steigerung des Erinnerungsvermögens. Ob die Jungs und Mädels vom Humbergturmverein mit Plätschen hinter Bäumen lauern, ist nicht bekannt. Dennoch hat der illustre Club die Neusetzung des Grenzsteins im Scheidtal (über Wiener Tal und Jungfernstein) organisiert. Könnte man ja mal vorsichtig und mit Kissen in der Hose nachschauen. In diesem Sinne viel Spaß.