Kaiserslautern
Feuerwehrdezernent: Bis 2030 sollen die beiden neuen Feuerwachen einsatzbereit sein
Selbst mit Blaulicht sind in Kaiserslautern von der Feuerwache aus nicht alle Einsatzorte für die Wehrleute innerhalb von zehn Minuten zu erreichen – das ist die für Kaiserslautern geltende sogenannte Einsatzgrundzeit. Die kann gerade im Osten der Stadt, in einigen Stadtteilen und im Industriegebiet Nord – je nach Verkehrslage – nicht immer eingehalten werden. Also ist schon seit Jahren klar, dass die Feuerwehr in Kaiserslautern neue Standorte braucht, um den gesetzlichen Vorgaben nachzukommen.
Dabei soll die sogenannte Feuerwehrbedarfsplanung samt Standortanalyse für mögliche Feuerwachen helfen. „Das läuft schon seit Jahren“, schildert Feuerwehrdezernent Peter Kiefer, ein externer Gutachter habe „die ganze Geschichte richtig beleuchtet“ und ein Konzept erarbeitet. In den vergangenen Wochen sei in Sachen Planung einiges vorangegangen: „Auf Grundlage des Gutachtens haben wir mit dem Stadtvorstand gesprochen und waren bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier, um der Katastrophenschutzbehörde unser Konzept vorzustellen.“
Am Montag Thema im Stadtrat
Mitte Juli hätte die Planung dem Stadtrat vorgestellt werden sollen, berichtet Kiefer. Nun habe man sich jedoch entschieden, den Punkt vorzuziehen und am Montag in der Stadtratssitzung aufzuarbeiten – denn gleich mehrere Tagesordnungspunkte beschäftigen sich mit der Feuerwehr- und dem Katastrophenschutz. Unter anderem ein Vorschlag der Grünen, Feuer- und (DRK-)Rettungswache unter einem Dach zu vereinen. Kiefer: „Dazu will ich im Vorgriff auf die Sitzung nichts sagen.“
Jedenfalls sieht das Standortkonzept der Feuerwehr zwei neue Wachen vor: Nachdem für den Osten verschiedene Standorte geprüft worden seien, als Beispiele nennt Höhne die Meuthstraße und ein Gelände auf dem Kaiserberg, habe sich ein Standort beim Referat Grünflächen herauskristallisiert. Für den Westen waren laut Höhne ein Bahngelände am Kleeblatt und ein Teil des Opel-Geländes im Gespräch, favorisiert ist nun eine Grünfläche beim Opelkreisel. Der Auswahl lägen umfangreiche Fahrtzeit-Simulationen zugrunde, erläutert Höhne.
Bestehende Wache wird zum Katastrophenschutz-Zentrum
Sollten die Wachen gebaut werden, könnten in der bisherigen Feuerwache die Fahrzeuge des Katastrophenschutzes zusammengezogen werden. „Dann hätten wir alle an einem Standort, das erleichtert unter anderem die Wartung“, sagt Höhne. Die Integrierte Leitstelle, zuständig für Notrufe aus Kaiserslautern Stadt und Landkreis sowie dem Kreis Kusel und dem Donnersbergkreis, bleibe ebenso in der Wache wie Teile der Verwaltung. Höhne: „Wir werden dort auch Feuerwehrkräfte haben, die ausrücken können.“
Wann wird die erste neue Wache startbereit sein? Kiefer: „Das geht nicht von heute auf morgen. Immerhin hat uns die ADD ein fundiertes Konzept attestiert, jetzt können wir die weiteren Schritte forcieren.“ Laufe alles reibungslos, sei – „möglicherweise“, wie Höhne einschränkt – im Oktober 2027 mit dem Betriebsbeginn in der Wache West zu rechnen. Die Wache Ost soll, so Kiefer, „vielleicht 2030 fertig sein“.
„Wir brauchen ja einen Zielpunkt, um bis dahin bedarfsgerecht neue Feuerwehrleute auszubilden“, erläutert der Referatsleiter Feuerwehr und Katastrophenschutz. Für die Feuerwehr bedeute das einen Zuwachs von etwa zehn neuen Stellen pro Jahr. Im Endausbau – also mit drei Wachen – rechnet Höhne mit rund 150 Einsatzkräften, derzeit seien es fast 110. Allerdings stehe die Organisationsuntersuchung, ein weiteres Gutachten, noch aus.