Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Fehlerfreier Ritt auf tiefem Boden beim Turnier in Queidersbach

Marlay Demmerle RFV Alsenborn auf Zuella in der Dressur der Klasse A, in der sie Zweite wurde.
Marlay Demmerle RFV Alsenborn auf Zuella in der Dressur der Klasse A, in der sie Zweite wurde.

Vor allem die Amazonen setzten sich beim Reitturnier in Queidersbach stark in Szene. In einer der 15 Prüfungen gingen aber nur neun Reitpaare an den Start. Dafür gab es eine offizielle und eine von den Reitern vorgebrachte Begründung.

Mit dem Reitturnier in Queidersbach geht traditionsgemäß in der Region die Reitsaison unter freiem Himmel zu Ende. So war es auch in diesem Jahr, wo nochmals einigermaßen verträgliches Wetter herrschte. Dies freute die Reiterschar ebenso wie die vielen Zuschauer.

Gerade die Besucher zeigten sich erfreut, dass nach dem letztjährigen Ausfall des Turniers nun wieder am Falkenstein geritten wurde. So wurden 15 Prüfungen angeboten, in den Dressuren bis zur Klasse M und in den Springen bis zur Klasse L. Für viele Reitpaare war das Turnier vom Reit- und Fahrverein zugleich das Finale. Denn etliche Pferde gehen jetzt in die Winterpause.

Schuldzuweisung an den Parcoursbauer

Schade war es um die geringe Teilnahme an der Springprüfung der Klasse A mit zwei Sternen. 32 Reitpaare waren im Vorfeld gemeldet, und 25 Bestätigungen waren es am Vormittag. Doch bis zum Beginn dieser Prüfung waren nur noch neun Starter die Herausforderung angegangen. „Die Pferde sind müde, und die Reiter wollen sie nicht strapazieren“, war die offizielle Erklärung der Turnierleitung. Es gab von der Reiterschar eine gewisse Schuldzuweisung an den Parcoursbauer Georg Landin. Dieser habe in den zuvor ausgetragenen Prüfungen der Klasse A „die Sprünge höher gebaut als zulässig“. Damit seien die Pferde über Gebühr belastet worden. Deshalb herrschte eine gewisse Skepsis auf dem Turniergelände in Queidersbach.

Der Sieg in dieser Prüfung der Klasse A mit zwei Sternen ging an die 33-jährige Gesundheits- und Krankenpflegerin Kristin Tinius vom Pferdesportverein „Am See“. Die Saarländerin aus Nuhweiler zeigte sich sehr erfreut über den Sieg mit der elfjährigen Stute Wolkenstürmers Silent Whisper nach einem fehlerfreien Ritt und einem Vorsprung von 88 Hundertstelsekunden.

Sehr hohes Niveau

„Der Boden auf dem Reitplatz ist nicht einfach, er ist tief und rutschig“, urteilte die Siegerin. Er ist somit für die Pferde anstrengend und kräfteraubend. „Es war eigentlich ein Parcours der Klasse L“, sagte ein Reiter, der auf einen Start verzichtete. Das Ergebnis zeigte dann auch, dass das Niveau sehr hoch angesiedelt war.

Denn die Siegerin Kristin Tinius und ihr Pferd sind ein erfahrenes Reitpaar in dieser Klasse. Das zeigte sich dann auch in der abschließenden Punktespringprüfung der Klasse L mit Joker. Kristin Tinius legte unter den sechs Startern mit einem fehlerfreien Ritt und dem Sprung über den Joker in 50,99 Sekunden vor, und damit wusste Lisa Kern, was sie bei ihrem Ritt zu leisten hatte. Wie die Mitfavoritin ging auch die 34-jährige Industriekauffrau schnell und beherzt den Parcours mit acht Hindernissen an und blieb ebenfalls fehlerfrei. Dank des Ritts auf Tempo und mit kurzen Wenden siegte die Amazone aus Kleinkarlbach mit einem Vorsprung von deutlichen 4,08 Sekunden. Freude herrschte bei Paula Jung aus Krickenbach, der ein besonderer Ritt gelang. Über Monate musste sie wegen der Verletzung ihres eigentlichen Pferdes pausieren. Nun erwarb sie kurzfristig den fünfjährigen Hannoveraner Wallach Stand up und holte sich nach nur zwei Wochen Gemeinsamkeit den Sieg in der Springpferdeprüfung der Klasse A. „Es war sein erstes Turnier und gleich dieser Erfolg. Das ist beachtlich“, so die 21-jährige Amazone. „Anfänglich war er etwas aufgeregt, dann aber voll konzentriert“, beschreibt sie den erfolgreichen Ritt. Nun geht der Vierbeiner in die Winterpause, „und im Frühjahr werden wir so richtig loslegen“.

Susanne Moser siegt mit Fürst Bolero

Die Dressurprüfung der Klasse M mit Kandare gewann unter 18 Reitpaaren die Mitfavoritin Susanne Moser aus Jettenbach mit dem 18-jährigen Holsteiner Schimmelwallach Quite Cantus vor der Mitfavoritin Kerstin Müller-Schwender vom Reitsportclub Walshausen mit der 16-jährigen Zweibrücker Stute Florentiana. Den nächsten Sieg für Susanne Moser gab es mit dem siebenjährigen Wallach Fürst Bolero in der Dressurprüfung der Klasse L mit Trense, und die Amateur-Dressurreiterprüfung der Klasse L mit Trense ging an Lisa Kern mit dem zehnjährigen Wallach Azulon, die für die Reitsportgemeinschaft Barbarossa an den Start geht.

Ein positives Fazit zog Mitorganisatorin Christine Bode. Das Reitturnier von Queidersbach werde angenommen und es ziehe viele Zuschauer an. „Auch die Kinder hatten ihren Spaß.“ Aber ohne die vielen Sponsoren wäre die Durchführung wegen der gestiegenen Kosten nicht möglich gewesen, fügte sie noch an.

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