Leichtathletik
FCK-Talent Ben-Luka Harde startet durch
Wenn Ben-Luka Harde an der Startlinie steht, ist es still in ihm. Kein Gedanke, keine Nervosität. Nur die Bahn vor ihm, die Hürden – und das Ziel. „Da geht mir gar nichts durch den Kopf“, sagt er. „Ich sehe nur die Ziellinie.“ Dann ertönt der Startschuss, und der 13-Jährige schießt los. Ein paar schnelle Schritte, erste Hürde, ein Sprung – ein kurzer Moment, in dem er fliegt.
Seine Berufung findet der FCK-Athlet cool
Ben-Luka Harde ist Leichtathlet beim 1. FC Kaiserslautern, und er gehört zu den größten Nachwuchstalenten in der Pfalz. Für sein erstes Jahr in der Altersklasse U16 wurde er direkt in den Landeskader Hürden/Sprint berufen – ein bemerkenswerter Erfolg, denn die längeren Hürdenstrecken der U16 ist er bislang noch gar nicht gelaufen. „In der U14 waren es 60 Meter Hürden, jetzt sind es 80 Meter, und die Abstände sind auch größer“, erklärt er. „Aber das macht mir nichts. Ich finde das cool.“
Dass ihm das schnelle Laufen liegt, zeigte sich früh. „Ich war schon immer gern schnell“, erzählt der Schüler der Daniel-Theysohn-IGS in Waldfischbach-Burgalben, der derzeit in die sechste Klasse geht. Mit sieben Jahren kam er zur Leichtathletik, aus purer Freude an der Bewegung. „Ich wollte einfach rennen“, sagt er und lacht. Beim FCK fand er schnell Anschluss – und eine Leidenschaft, die ihn bis heute antreibt.
Schnell laufen und zwischendrin fliegen
Seine Lieblingsdisziplinen sind der Sprint und die Hürden. „Da hat man das Gefühl, schnell zu laufen und zwischendrin zu fliegen“, beschreibt er. Wer ihn im Training beobachtet, sieht, wie konzentriert und ehrgeizig er arbeitet. Viermal pro Woche steht er auf dem Platz oder in der Halle, unter der Anleitung von Trainer Jochen Allebrand. „Jochen ist richtig gut“, sagt Ben-Luka. Die beiden verstehen sich bestens, arbeiten gezielt an Technik und Rhythmus. „Er ist sehr motiviert und bringt eine tolle Einstellung mit“, lobt auch sein Umfeld.
Sein bisher größtes sportliches Highlight erlebte Ben-Luka in Luxemburg. Dort trat er bei einem internationalen Vergleichswettkampf an und überzeugte auf ganzer Linie. „Das war eine richtig schöne Halle“, erinnert er sich. „Ich war da richtig gut drauf.“ Solche Momente bestätigen ihn in dem, was er tut. „Ich mache einfach weiter so, wie bisher. Das tut mir gut.“
Trainingseinheiten und Lehrgänge
Im Landeskader wird der junge Athlet künftig regelmäßig an Lehrgängen teilnehmen. Neben Trainingseinheiten stehen dort auch Themen wie Anti-Doping, Fair Play und Athletenverantwortung auf dem Programm. „Da muss man hingehen, sonst fliegt man raus“, sagt Ben-Luka und grinst. Doch der Gedanke, Teil eines größeren Teams zu sein, motiviert ihn. „Ich freue mich drauf, neue Trainer und andere Athleten kennenzulernen.“
Vor Wettkämpfen bleibt er mittlerweile gelassen. „Früher war ich aufgeregt, aber jetzt eigentlich nicht mehr“, sagt er. Diese innere Ruhe, gepaart mit jugendlicher Begeisterung, ist eine seiner Stärken. Er konzentriert sich auf das Wesentliche – und das ist das Ziel. Neben der Leichtathletik interessiert sich Ben-Luka auch für Fußball – natürlich für den 1. FCK. „Ich bin großer FCK-Fan“, sagt er stolz. Es passt zu ihm, dass er nicht nur das Trikot des Traditionsvereins trägt, sondern auch dessen Werte lebt: Leidenschaft, Teamgeist und Durchhaltevermögen.
Was seine Zukunft betrifft, bleibt er bodenständig. „Ich will einfach gesund bleiben, keine Verletzungen und schauen, was kommt“, sagt er. An große Karrierepläne denkt er noch nicht. Doch ein Traumjob schwebt ihm schon vor: „Irgendwas mit Sport – vielleicht Physiotherapeut. Das finde ich cool.“
Zehnkampf-Weltmeister Niklas Kaul als Vorbild
Seine Vorbilder findet Ben-Luka übrigens nicht nur im Fernsehen. „Noah Lyles mag ich, der ist schnell“, sagt er. „Aber mein eigentliches Vorbild ist Niklas Kaul.“ Der Zehnkämpfer und Weltmeister fasziniert ihn, weil er so vielseitig ist. „Das finde ich richtig stark.“ Wer Ben-Luka kennt, weiß: Er hat noch viel vor. Er trainiert mit Disziplin, lacht oft und nimmt den Sport ernst, ohne den Spaß zu verlieren. Wenn man ihn fragt, was ihn antreibt, antwortet er ohne Zögern: „Das Gefühl, schnell zu laufen. Und das Fliegen zwischendrin.“
Vielleicht ist es genau dieses Gefühl, das ihn irgendwann auf noch größere Bahnen trägt – zu neuen Bestzeiten, vielleicht sogar auf die nationale Bühne. Doch vorerst zählt für ihn nur das Hier und Jetzt: die nächste Hürde, der nächste Lauf, das nächste Ziel. Ben-Luka Harde hat seinen Weg gefunden: einen Weg, der rasant beginnt und gerade erst Fahrt aufnimmt.