Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel FCK-Spiel: Park-and-Ride-Verkehr an seine Grenzen gestoßen

Kurz vor 18 Uhr war der Parkplatz Schweinsdell überfüllt.
Kurz vor 18 Uhr war der Parkplatz Schweinsdell überfüllt.

Der Pendelbusverkehr der Stadtwerke zwischen Fritz-Walter-Stadion und den Park-and-Ride-Parkplätzen kam am Freitagabend an seine Grenzen. Weil zahlreiche Fans wegen des Bahnstreiks mit Autos zum Traditionsduell zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und Schalke 04 anreisten, war der Parkplatz Schweinsdell überfüllt, die Busse steckten im dichten Verkehr fest.

Gegen 22 Uhr waren die letzten Busse unterwegs, berichtete Ingo Zander, Verkehrsmeister der Stadtwerke. Länger als üblich waren die 25 Fahrzeuge im Einsatz gewesen, um die Fans nach dem Spiel wieder zu ihren Autos zu bringen. Auch auf der Rückfahrt machte der Verkehr den Bussen Probleme. Und nicht nur der: „Am Stadion haben Hooligans einen Bus gekapert“, berichtete Zander. Man habe die Polizei rufen müssen, verletzt wurde allerdings niemand, so Zander. Wie die Polizei auf Nachfrage mitteilte, hatten sich zu viele Gästefans in den Bus gedrängt. Die wollten nach Spielschluss besonders schnell zum Park-and-Ride-Parkplatz Schweinsdell gebracht werden – „wohl auch dem Spielausgang geschuldet“, mutmaßte die Pressestelle der Polizei. Die Situation ließ sich allerdings auflösen. Gut 5000 Schalke-Anhänger waren in die Westpfalz gereist und sahen eine 1:4 Niederlage ihrer Elf gegen die Roten Teufel.

Bei der Abreise der Fans wie hier auf dem Messeplatz stockte der Verkehr im Stadtgebiet.
Bei der Abreise der Fans wie hier auf dem Messeplatz stockte der Verkehr im Stadtgebiet.

Doch auch wer sein Auto erreicht hatte, musste Zeit einplanen. Der Verkehr stockte durch die abreisenden Fans im gesamten Stadtgebiet, teilte die Polizei mit. Gegen 22 Uhr, so die Polizei, floss der Verkehr dann langsam aber sicher wieder flüssiger, die Lage entspannte sich.

Am Bahnhof geht es ruhig zu

Deutlich ruhiger als üblich ging es derweil am Bahnhof in Kaiserslautern zu. Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte zu den chaotischen Zuständen auf dem Park-and-Ride-Parkplatz Schweinsdell beigetragen. Weil etliche Züge ausfielen und keine Sonderzüge verkehrten, hatten der 1. FC Kaiserslautern und auch die Polizei dazu aufgerufen, auf eine Anreise per Bahn zu verzichten. Die meisten Fans waren diesem Aufruf offenbar gefolgt, denn nach dem Spiel war auf den Bahnsteigen kaum Betrieb. Wer einen Platz in einem der wenigen Zügen suchte, die den Bahnhof gegen 21 Uhr trotz des Streiks verließen, der wurde fündig. Niemand blieb stehen.

Auf den bahnsteigen am Bahnhof herrschte wenig Betrieb.
Auf den bahnsteigen am Bahnhof herrschte wenig Betrieb.

Ganz und gar nicht entspannt war die Lage dagegen kurz vor 18 Uhr auf dem Parkplatz Schweinsdell gewesen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei den Parkplatz, der 2600 Autos aufnehmen kann, abgeriegelt, weil er voll war. Etliche Fußballfans wichen schließlich auf die Europahöhe aus, parkten ihre Wagen am Porsche-Zentrum und auf dem Parkplatz des Freizeitbades Monte-Mare im PRE-Park. Zu Fuß sind es von dort aus 15 Minuten bis zur Schweinsdell. „So etwas habe ich in 40 Jahren noch nie erlebt“, berichtete der frühere Verkehrsmeister der Stadtwerke, Werner Schönborn, der bei Betze-Spielen seinem früheren Arbeitgeber immer noch aushilft. „Es sind einfach zu viele mit dem Auto gekommen, viel mehr als sonst, wenn die Bahn fährt.“ Er erinnert sich noch gut, dass früher bei großem Andrang auch der Globus-Parkplatz zur Verfügung stand.

Verkehr bremst Busse aus

Der heutige Verkehrsmeister Ingo Zander sagte, Abendspiele an Werktagen seien immer schwierig, weil dann auch der normale Linienverkehr noch laufe. Aber diesmal sei eindeutig das extrem hohe Verkehrsaufkommen das Problem. „Und weil alle so nah wie möglich ans Stadion fahren wollen, kommen dann am Ende unsere Busse nicht gut durch.“ Fünf Touren waren die 25 Busse gefahren, statt der üblichen 25 Minuten brauchten sie für einen Umlauf allerdings teils 70 Minuten. Nachdem der Parkplatz Schweinsdell geschlossen war, wurden die Fans zum Warmfreibad und an den Daennerplatz geschickt, wo sie von Bussen der SWK abgeholt wurden.

Kurz vor Anpfiff strömten immer noch Fans in Richtung Stadion.
Kurz vor Anpfiff strömten immer noch Fans in Richtung Stadion.

Das Wohngebiet rund um das Stadion war auch diesmal wieder zugeparkt, ebenso der Bereich um den TC Rot-Weiß Kaiserslautern, wo Autos links und rechts der Straße dicht an dicht standen, einige gar bis in den Wald hinein. Kurz vor Spielbeginn strömten immer noch Fans in Richtung Stadion. Andere warteten sogar noch auf dem Park-and-Ride-Parkplatz Schweinsdell, um einen Shuttlebus zum Stadion zu erwischen, als die Partie auf dem Betzenberg bereits lief. Die wurde pünktlich angepfiffen, denn der Großteil der Fans hatte es doch rechtzeitig ins Fritz-Walter-Stadion geschafft.

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