Kaiserslautern
FCK-Spiel: Keine Verletzten, aber Chaos bei Abtransport der Fans
„So habe ich das noch nicht erlebt“, sagte Boris Flesch, Betriebsleiter der Stadtwerke Verkehrs AG, gegen 1 Uhr in der Nacht zu Samstag. Erst über zwei Stunden nach Abpfiff des Relegationsspiels seien die letzten Fans aus Dresden mit Shuttle-Bussen in der Kantstraße abgeholt und zum Park-and-Ride-Parkplatz Schweinsdell transportiert worden. Zwischenzeitlich ging in der Straße unterhalb des Stadions nichts mehr. Ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren, waren sich Flesch und Polizeisprecherin Christiane Lautenschläger einig. Die Stadtwerke bedienten zwei Linien zur Kantstraße: für FCK- und für Dresden-Fans. Vor Ort trennte die Polizei beide Fan-Lager, um Zusammenstöße zu vermeiden. Während die FCK-Fans nach dem Spiel bei der Agip-Tankstelle in Busse einstiegen, wurden die Fans aus Dresden am Treppenweg etwas unterhalb aufgesammelt. „Wenn die Busse vorfuhren, dauerte es recht lange, bis die Fans aus Dresden eingestiegen waren“, sagte Flesch. Denn die Polizei achtete darauf, dass die Dresdner nicht mit FCK-Anhängern aneinandergerieten, die die Kantstraße hinunter Richtung Stadt, teils zur Kerwe auf dem Messeplatz strömten, der nicht als Parkplatz zur Verfügung stand. Eine Situation wie 2013, als Dynamo-Anhänger Shuttlebusse angriffen, sollte schließlich unbedingt verhindert werden.
Nadelöhr Kantstraße legt Busse lahm
Die Straße wurde also im Bereich des Treppenweges jeweils kurzzeitig gesperrt, was dazu führte, dass weder leere Busse hinauf noch die mit FCK-Fans besetzten Busse hinunterfahren konnten. War die Straße wieder frei, kamen die Busse kaum durch die Zuschauer, die auf der Fahrbahn liefen, auch weil zahlreiche Einsatzfahrzeuge am Straßenrand parkten. „Ein Nadelöhr. Die Busse standen mehr, als sie gefahren sind“, sagte Flesch. Da half es auch nichts, dass alleine im Osten 25 Fahrzeuge eingesetzt waren, mehr als sonst. Gleichzeitig sammelten sich so viele Besucher im Wendehammer, dass die Busse nicht mehr durchkamen, wie Lautenschläger berichtete.
Sachbeschädigung und eine Körperverletzung
Um mehr Platz zu schaffen, wurden FCK-Fans von Polizeikräften vor Ort in die Bremerstraße geschickt, was zunächst weder im Polizeipräsidium noch bei den SWK bekannt war. Einig war man sich darin, dass der missglückte Abtransport der Fans aufgearbeitet werden muss. „Damit sind wir nicht zufrieden“, sagte die Polizeisprecherin, die eine gemischte Bilanz des Abends zog. Denn andererseits habe es nur einige wenige Sachbeschädigungen – im Gästebereich des Stadions – gegeben und eine Körperverletzung. Auf dem St.-Martins-Platz hat ein unbekannter Fan Reporter eines Fernsehteams angegriffen. „Es wurde niemand ernsthaft verletzt, weder Zuschauer noch Einsatzkräfte. Das ist die Hauptsache“, sagte die Polizeisprecherin. Gleichwohl sei von den Fans verbotenerweise viel Pyrotechnik gezündet worden. Auf die Täter kommen Anzeigen zu.
Auch Boris Flesch konnte dem Abend Positives abgewinnen: Weder schlimmere Sachbeschädigungen an den Fahrzeugen noch sonstige Vorfälle seien ihm bekannt, sagte er in der Nacht.
