Kaiserslautern
FCK-Kolumne Betze-Geflüster: Auch im Paradies brennt der Baum
Carl Zeiss Jena gastiert an diesem Samstag als Drittliga-Schlusslicht beim 1. FC Kaiserslautern im Fritz-Walter-Stadion. Die Roten Teufel sind an der Misere der Thüringer nicht unbeteiligt. Sie haben aber reichlich mit sich selbst zu tun.
Krise trifft Krise, Kellerduell in der Dritten Liga. Der 1. FC Kaiserslautern empfängt an diesem Samstag (14 Uhr) den FC Carl Zeiss Jena im Fritz-Walter-Stadion. Beim FCK ist mit dem Trainerwechsel vor gut zwei Wochen – Boris Schommers (40) wurde zum Nachfolger Sascha Hildmanns (47) gekürt – bislang nichts besser geworden. Dem 1:1 zu Hause gegen den 1. FC Magdeburg folgte eine in der Entstehung wegen zweieinhalb Eigentoren kuriose 1:3-Schlappe vorigen Samstag bei 1860 München. Die vierte Niederlage im zehnten Punktspiel war so bitter, dass sie den 1500 nach München gereisten FCK-Fans heftig auf den Magen schlug. Der Frust der Anhänger entlud sich in vereinzelten Spielerbeschimpfungen vor dem Kabinentrakt, in Sprechchören wie „Bader raus“. Einen Tag später ließ der FCK-Beirat verlauten, dass der am 31. Dezember auslaufende Vertrag mit dem Geschäftsführer Sport Martin Bader nicht verlängert wird.
„Beschimpfungen und Denunziationen“
Zudem ist Jürgen Kind aus Protest dagegen, dass Bader nicht sofort entlassen worden ist, aus Beirat und Aufsichtsrat zurückgetreten. Für ihn ist Fritz Fuchs nachgerückt. Paul Wüst ist ebenfalls auf eigenen Wunsch aus dem Gremium ausgeschieden. Der Südpfälzer Wüst ließ mitteilen, er könne die „Beschimpfungen, Denunziationen und Rücktrittsforderungen“ aus gesundheitlichen Gründen nicht länger ertragen und müsse sich und seine Familie schützen.
Vor der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung am 20. Oktober haben die FCK-Profis noch zwei Chancen, alles nicht noch schlimmer werden zu lassen. Nun gegen Jena und nach der länderspielbedingten Pause in den drei höchsten deutschen Spielklassen am 18. Oktober auswärts beim MSV Duisburg.
FCK-Gegner: Die Regionalliga ruft ziemlich laut
Schlusslicht Jena hat erst einen Punkt auf dem Konto. So war Trainer Lukas Kwasniok nach dem 1:2 gegen Duisburg seinen Job los. Die Regionalliga ruft schon nach einem knappen Viertel der Saison ziemlich laut. Der Baum brennt. Auf dem Betze soll Interimstrainer Christian Fröhlich (41) Jena coachen. Der FCK indes ist an der Talfahrt der Thüringer nicht unbeteiligt. Beim Klub, der seine Heimspiele nahe des Bahnhofs Paradies und des Parks mit jenem schönen Namen austrägt, kaufen die Lauterer gerne ein. Im Sommer 2018 kamen die damaligen Carl-Zeiss-Leistungsträger Jan Löhmannsröben (jetzt Wacker Nordhausen) und Timmy Thiele zum FCK. Im Juli 2019 ist auch Manfred Starke in die Pfalz gewechselt. Thiele muss gegen seine Ex-Kollegen wegen eines Nasenbeinbruchs zuschauen – Starke würde nur zu gerne spielen. Und zeigen, dass er eine echte Verstärkung für seinen neuen Klub ist. Auch wenn der FCK die alten Kollegen Starkes und Thieles damit erneut nachhaltig treffen würde.
