Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Fahrradstraße: Bauarbeiten beginnen am Montag

Unübersehbar prangt die Markierung der Fahrradstraße auf dem Asphalt zwischen Rudolf-Breitscheid- und Richard-Wagner-Straße seit
Unübersehbar prangt die Markierung der Fahrradstraße auf dem Asphalt zwischen Rudolf-Breitscheid- und Richard-Wagner-Straße seit April. Verkehrsrechtlich nötig ist dies nicht, es genügt das Verkehrsschild.

Sieben Jahre hat es gedauert, jetzt wird die Fahrradstraße in der Park- und Augustastraße eingerichtet. Für Umbauten zum Barbarossaring ist eine Vollsperrung nötig.

Erste Vorzeichen der Fahrradstraße, die 2018 mit dem Mobilitätsplan Klima+ 2030 beschlossen worden war, sind seit Ende April am westlichen Zipfel sichtbar: Der kleine Abschnitt am Volkspark zwischen Rudolf-Breitscheid- und Richard-Wagner-Straße ist bereits markiert und als Fahrradstraße ausgewiesen. Der Hauptteil wird nun in den Sommerferien angegangen; komplett fertig soll die erste innerstädtische Fahrradstraße dann im November sein. Bisher gibt es eine solche nur in der Rütschhofstraße.

„800.000 Euro kostet die Maßnahme insgesamt“, berichtet Baudezernent Manuel Steinbrenner (Grüne). „Sie wird aus dem Programm ,Stadt und Land’ vom Bund zu 90 Prozent gefördert.“

Schon jetzt werde die Strecke viel von Radfahrern genutzt; sie führe nicht nur vom Volks- zum Stadtpark, sondern binde auch zwei Schulen, die Uni und den Hauptbahnhof an. „Der Radverkehr nimmt bundesweit und auch in Kaiserslautern zu. Damit steigen aber auch das Unfallrisiko und Konfliktpotenzial.“ So sei ein Hauptziel der Maßnahme, das Fahrradfahren sicherer zu machen, denn Radfahrer haben „keine Knautschzone“.

Für Autofahrer den Schleichweg durch Park- und Augustastraße unattraktiv machen

Einen Radanteil von 25 Prozent gebe es derzeit in der Park- und Augustastraße, skizzierte Christian Ruhland, stellvertretender Leiter des Referats Stadtentwicklung, der das Projekt seit Beginn begleitet. Mehrere Routenführungen standen anfangs zur Wahl, die Machbarkeitsstudie 2021 ergab dann die beste Eignung durch die Park- und Augustastraße. Nach dem Beschluss im Bauausschuss 2022 wurde die Planung konkret ausgearbeitet, die Öffentlichkeit und Anwohner wurden durchs Internet und vor Ort informiert. „Die Akzeptanz ist sehr hoch, vor allem, weil die Anwohner die Verkehrsberuhigung erkennen“, sagt Ruhland. Denn Autofahrer nutzen die Strecke immer noch als alternativen Schleichweg zur Barbarossastraße, um Ampeln zu umgehen – was man mit der Ausweisung als Fahrradstraße nun verhindern will.

2024 bekam die Stadt den Förderbescheid. Die Haushaltssperre ab Juni vergangenen Jahres verzögerte die Maßnahme dann nochmals, erläutert Ruhland. Es gebe kaum Bauarbeiten auf der knapp zwei Kilometer langen Strecke, zumeist handele es sich um Markierungsarbeiten, führt Carina Klein, zuständig für den Verkehrswegebau in der Stadt, aus. „Da kann man natürlich fragen, weshalb das 800.000 Euro kostet. Aber die Arbeiten sind im Detail aufwendig.“ Um die Strecke für Autofahrer unattraktiv zu machen, werden für sie abschnittsweise Einbahnregelungen in entgegengesetzte Richtungen eingeführt. Sie dürfen Radfahrer nicht behindern, jene sind bevorrechtigt, maximal ist für alle Tempo 30 erlaubt. „Damit es nicht zu einem Verkehrschaos kommt, müssen wir so in Abschnitten sperren, dass trotz Einbahnregelung immer noch die Zufahrt möglich ist“, erläutert Klein. Zudem gibt es einige echte Baumaßnahmen, die mehr Aufwand und Gelder erfordern.

360 Quadratmeter mehr Grünfläche und zehn neue Bäume

Ab Dienstag wird die Einmündung der Bismarckstraße in die Barbarossastraße umgebaut, dem westlichen Ende Fahrradstraße. „Dort muss von den Stadtwerken eine Gasleitung verlegt werden, weil wir eine Grüninsel einrichten.“ Ein Linksabbiegen ist von der Bismarckstraße dann nicht mehr möglich. Ausgenommen werden Zulieferer zum Messeplatz oder Sonderbusfahrten sein.

Ebenso wird die Einmündung der Augustastraße in den Barbarossaring baulich verändert. Für Fußgänger wird eine Querungshilfe eingerichtet, sie werden dort mehr Platz bekommen, auf der linken Seite entsteht auch dort eine kleine Grünfläche. „Insgesamt entsiegeln wir 360 Quadratmeter und pflanzen zehn Bäume“, betont Ruhland. Eine Vollsperrung für drei bis vier Wochen wird laut Klein notwendig, die Umleitung führt über die Donnersberg- und Mannheimer Straße.

Weitere Verbesserungen für Fußgänger sind Absenkungen der Bordsteine zum Beispiel an der Stahlstraße. An der Einmündung der Fabrikstraße wird die gesamte Kreuzung erhöht, um den Verkehr dort abzubremsen, „Autofahrer spüren die Rampen“. Die Umbau-, also hauptsächlich Markierungsarbeiten in den übrigen Abschnitten erfolgen jeweils unter Vollsperrung.

Der Radverkehr ist auf der gesamten Strecke an Kreuzungen bevorrechtigt, mit zwei Ausnahmen: Der Verkehr auf der viel befahrenen Richard-Wagner- und der Rudolf-Breitscheid-Straße hat Vorfahrt.

Auf der Breitscheid-Straße werden zum Abschluss noch Querungshilfen eingebaut, „neue, barrierefreie“, ergänzt Klein. Für diese Arbeiten ist eine Vollsperrung nötig. Und „da die Fahrbahnoberfläche dort so schlecht ist, wird bei der Gelegenheit der Abschnitt von der Logen- bis zur Pirmasenser Straße auf vier Zentimeter abgefräst und erneuert“.

Die Rütschhofstraße ist die erste und bisher einzige Fahrradstraße – rechts das vorgeschriebene Verkehrszeichen – in Kaiserslaut
Die Rütschhofstraße ist die erste und bisher einzige Fahrradstraße – rechts das vorgeschriebene Verkehrszeichen – in Kaiserslautern.
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