Kaiserslautern Fahrerlager im neuen Grün

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Seit 2000 sind die Gespannfahrer in der Region auf dem Vormarsch. Der Grund: Damals wurde der Fahrsportverein Kaiserslautern-Land mit dem Ziel gegründet, dem Fahrsport eine Lobby zu sein. Das ist gelungen. Landesmeister, nationale Spitzenfuhrleute sowie eine beispiellose Jugendfahrschule zeichnen den Verein aus, der innerhalb des südwestdeutschen Fahrerlagers und darüber hinaus eine Institution ist.

Seit gut einem Jahr üben die Gespanne auf einem neuen Vereinsgelände in Kaiserslautern-Erlenbach. Die Neuorientierung für den etwa 160 Mitglieder umfassenden Verein war durch den Verkauf der Reitsportanlage Fröhnerhof notwendig geworden. Dort, beim Reitsportverein Fröhnerhof, fanden die Fahrer in den letzten Jahren ein großzügiges Trainings- und Turnierdomizil für Dressur, Marathon und Kegelfahren. „Wir konnten etwa 6000 Quadratmeter in Erlenbach von der Stadt Kaiserslautern pachten“, zeigt sich Alexander Schneider, der Vereinsvorsitzende, froh über die kleine, von Bäumen gesäumte Trainingsoase. Es hat Kraft und Einsatz der Mitglieder gebraucht, um aus dem ehemaligen Feldhandballplatz ein Areal für die Ein-, Zwei- und Vierspänner zu schaffen. Das Gelände war schlicht in einem Dornröschenschlaf und entsprechend zugewuchert. Anfang des Monats war mit der Landesmeisterschaft der Holzrücker öffentliche Premiere für das neue Fahrerlager. Richtig große Fahrturniere, wie sie der Verein bislang auf dem Gelände des Fröhnerhofes auszurichten wusste, funktionieren in Erlenbach nicht. Parkplätze fehlen. Die vereinzelt mitten auf dem Platz stehenden Bäume sehen idyllisch aus, lassen aber eine Dressuraufgabe für die Gespanne nur schwer zu. Auch ist die Frage nach einem Vorbereitungsplatz während einer Gebrauchsprüfung oder einer Hindernisfahrt noch nicht gelöst. „Die Pferde müssen in einem einsehbaren Bereich aufgewärmt werden“, erklärt Schneider die Problematik, die sich selbst bei kleinen Turnieren stellt. Was in Erlenbach auf jeden Fall rollt, sind die Gespanne der Jugendfahrschule. Kinder und Jugendliche an den Fahrsport heranzuführen, ihnen überhaupt den Umgang mit den Pferden zu ermöglichen, trägt im Verein von Anfang die Handschrift von Alexander Schneider. Der Fahrer, Parcoursbauer und Richter bis zur schwersten Klasse bezeichnet die Jugendfahrschule als Lebenswerk. „Es ist wunderbar zu beobachten, wie die Jugendlichen langsam und spielerisch in den Fahrsport hineinwachsen, wie die Flamme bei ihnen entfacht werden kann“, fasst er sein Empfinden zusammen. Dass er dafür seine eigenen Pferde, seine Wagen und ganz viel seiner Zeit kostenlos zur Verfügung stellt, muss erwähnt werden. Nur so ist es möglich, dass im Fahrsportverein Kinder und Jugendliche für 30 Euro Jahresbeitrag diesen Sport erlernen können. Auf große Turniere, gefahren auf eigenem Platz, wollen die erfolgreichen Vereinsfahrer, wie Marc Carduck, Anja Zoske, Fred Weber, Jörg Schuch, um nur einige zu nennen, auf lange Sicht nicht verzichten. Deshalb hält Schneider Ausschau nach einem Gelände in der Größe von zwei bis drei Hektar. So viel Platz braucht es einfach, soll dem Fahrsport gerecht und eine Meisterschaft ausgerichtet werden. Für 2016 hegt er zudem die Hoffnung, dass die derzeit laufenden Umbaumaßnahmen auf dem Fröhnerhof beendet sind und die Gespanne wieder dort rollen können. Am Standort Erlenbach wird sich dann aber nichts ändern. „Wir sind froh, dass wir den Platz haben, und wollen uns damit auch im Ortsteil einbringen“, erklärt Schneider, dass sein Verein Anfragen nach Jugendfreizeiten oder Ähnlichem auf dem Fahrerplatz gerne entgegensieht. (thea)

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