Kaiserslautern
Fabian Jansen will für Die Partei in den Landtag
„So langsam bin ich bereit für einen Integrationstest – der pfälzische Dialekt kommt durch“, erzählt Fabian Jansen. Der 30-Jährige stammt aus dem Sauerland und lebt seit fünf Jahren in der Pfalz, seit einem Jahr in Enkenbach-Alsenborn. Was ihn hier hält? Zum einen die Liebe zur Freundin, die aus Otterberg stammt. Zum anderen die Region – er ist immer wieder erstaunt darüber, welch schöne Flecken es in und um Kaiserslautern gibt, erzählt er bei einem Spaziergang rund um den Eiswoog in Ramsen.
Eine Alternative zur AfD
Seine Motivation, selbst in die Politik zu gehen, hänge direkt mit den Wahlergebnissen der AfD zusammen: „Ich hätte nicht gedacht, dass eine so rechtskonservative Partei mit rechtsradikalen Parolen auf so einer Erfolgswelle schwimmt“, erzählt Jansen. Dagegen will er ein Zeichen setzen. „Ich will zeigen, dass es eine Alternative zur AfD gibt“, sagt er. Er hofft, dass es ihm durch seine Kandidatur für den Landtag gelingt, die Wahlverdrossenen zu erreichen und gerade jungen Leuten zu zeigen, dass Politik auch Spaß machen kann. „Jede Stimme von neuen Wählern schmälert das Ergebnis der AfD“, ist er sicher.
Die Partei, in der er sich seit drei Jahren engagiert, trete für die ganz wesentlichen Punkte ein: für Gleichberechtigung, für Tier- und Naturschutz und gegen rechtes Gedankengut. Es sei wichtig, Gedenkstätten zu erhalten, damit nicht vergessen werde, was während des Zweiten Weltkrieges geschehen ist.
Kulinarik und Erholung als Standortfaktor
Jansen will sich mit Blick auf die Region dafür einsetzen, hiesige Kleinode zu erhalten. Neben der Kulinarik sei die Naherholung ein wichtiger Standortfaktor. „Dinge wie die Stumpfwaldbahn, die ehrenamtlich betrieben wird oder das Provinzkino in Enkenbach-Alsenborn sind Besonderheiten, die die Region attraktiv machen“, ist er überzeugt. Es gehe nicht darum, wer das größte Einkaufszentrum hat, sondern darum, die Eigenheiten kleinerer Ortschaften zu erhalten. Er findet wichtig, nicht nur den großen, sondern auch den kleineren Betrieben zu helfen, durch die Krise zu kommen. „Sonst werden wir uns umschauen, was alles ausstirbt“, sagt Jansen, der als studierter Wirtschaftsingenieur bei einem Unternehmen in München arbeitet.
Es reiche nicht, sich auf die Elemente zu verlassen, mit denen man die Region verbinde – FCK, Opel, Amerikaner. Das könne schneller vorüber sein, als so mancher denke. „Es fehlt eine Perspektive für den Betze“, nennt Jansen ein Beispiel. Und dann kommt sie, die Satire, die zum Nachdenken anregen will: „Wir schlagen vor, das Stadion mit Klebeband abzudichten, mit Wasser zu füllen und in einen Energiespeicher umzuwandeln“.
Imagepflege mit Barbarossathemenpark
Unverständlich findet er die Pläne der Universität, für einen Neubau Wald zu roden. Das Naturschutzgebiet des Pfälzerwaldes gelte es zu schützen. „Wir müssen die Kulturidentität in Kaiserslautern aufrechterhalten und neu erfinden“, sagt Jansen. Etwa, indem ein Barbarossathemenpark aufgebaut werde, der Besucher in die Stadt bringt und die Wahrnehmung der Region verbessert. Wenn er Besuch bekomme, höre er oft den Satz: „Hier ist es ja gar nicht so schlimm.“ Dieses Imageproblem muss der Standort aus Sicht Jansens dringend angehen.