Kaiserslautern Für Prunksitzung reicht’s nicht
Nicht nur als Tischdekoration ist am vergangenen Sonntag in Erlenbach beim gut besuchten Neujahrsempfang ein Schornsteinfeger zu sehen. In der Hoffnung, seiner Ortsgemeinde zu einer ordentlichen Portion Glück zu verhelfen, ist Ralf Bieber zur Freude aller in seiner schwarzen Kluft im Rathaus erschienen.
Von kontinuierlicher Ortspolitik ohne Hin- und Herentscheidungen spricht Constanze Augustin, die als Vorsitzende des Ortsvereins der SPD die kurze Ansprache zum neuen Jahr hält. Ihrem Rückblick auf die Fertigstellung der Sanierung von Gehweg und Straße in Gersweilerhof folgt der Ausblick auf die Sanierung der Erlenbacher Straße. Die werde angegangen, wenn die Wasserleitungen gewartet sind. Zwar steht noch kein Termin fest, wann die Theodor-Barth-Halle für die Vereine und die Schule wieder nutzbar sein wird, aber sie soll im Laufe des Jahres fertig werden, berichtet Augustin. Dass die Halle trotz den Versprechungen von Oberbürgermeister Klaus Weichel seit drei Jahren eine Baustelle ist, ist für Norbert Siedow, den Vorsitzenden des Gesangvereins, ein großes Manko. Normalerweise trägt der Gesangverein mit Konzerten zum Leben im Stadtteil bei. „Jetzt fehlt das Geld wegen der ausgefallenen Liederabende“, meint Siedow. Wegen der fehlenden Mehrzweckhalle müsse auch die geplante Prunksitzung vom Februar in die nächste Karnevalssaison verschoben werden. Gerade das funktionierende Vereinsleben und die gegenseitige Unterstützung der Vereine untereinander findet Tanja Barth an Erlenbach gut. Um dem Turnverein 04 zu helfen wurde übrigens vor zehn Jahren das erste Kubb-Turnier ausgerichtet. Der Vorsitzende des Sportvereins, Rüdiger Barth, stellt daher für dieses Jahr Jubiläumsturnier und -ball in Aussicht. Beim Pfälzerwaldverein ist neben den üblichen, monatlichen Wanderungen ein Wanderwochenende im Rhein-Mosel-Dreieck in Planung. „Es ist alles in Ordnung in Erlenbach“, sagt Heinz Bläsi, der seit 55 Jahren im Ort lebt, „bloß die Geschäfte fehlen.“ Nur Brot könne man kaufen und das auch nur bis 10 Uhr. Dennoch meint Bläsi überzeugt: „Unser Erlenbach ist schön.“ „Wir sind eigentlich glücklich und zufrieden“, sagt der Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr. Vor zwei Jahren habe es ein neues Gerätehaus gegeben, allerdings wendet er sich mit dem Appell an die Anwohner, dass sie ihre PKWs auf dessen Abfahrt so parken, dass die Feuerwehr mit ihrem Fahrzeug in LKW-Größe im Notfall durchkommen kann. |cl