Kaiserslautern Für Nachfolger und Investoren

Die Kreissparkasse Kaiserslautern (KSK) hat Anfang des Monats eine „Unternehmensbörse Westpfalz“ in Betrieb genommen. Die Kontaktbörse für Nachfolger und Investoren soll dazu beitragen, das Problem der Nachfolge in mittelständischen Betrieben zu lösen sowie in einer Investoren-Managementbörse Unternehmen und potenzielle Investoren zusammenzuführen.
Mit der Kontaktbörse folgt das Geldinstitut dem Vorbild der Sparkasse Saarbrücken, mit der es in diesem Projekt künftig zusammenarbeiten werde, erläuterte KSK-Vorstand Franz Link gestern. Ein Großteil der kleinen und mittelständischen Betriebe in der Region stellten sich nicht früh genug der Nachfolgefrage. Wenn die Unternehmensübergabe scheitere, seien immer auch Arbeitsplätze betroffen, präzisierte Link. Dies bedeute Einschnitte für Familien, für die Kommunen als Steuereinnehmer sowie für die Sparkassen, die ein Großteil der Kredite für den Mittelstand darstellten. Mit der internetbasierten Plattform als erster rheinland-pfälzischer Regionalbörse sollten über getrennte angebots- und nachfrageorientierte Seiten beide Parteien zusammengebracht werden. Die Inserate könnten sowohl anonym als auch unter Veröffentlichung des Firmennamens, in jedem Fall aber kostenfrei eingegeben werden. Natürlich sei das Angebot der Kreissparkasse nicht ganz selbstlos. „Wir möchten gerne auch die Finanzierung darstellen“, so Link. Er ging davon aus, dass sich die Börse am Markt etablieren und für die als notwendig erachtete Vernetzung mit weiteren Regionen Nachfolger finden werde. „Man muss die Botschaft unter die Leute bringen, auch durch unsere Kundenberater“, so der Sparkassenchef. Diese sowie ein zentraler Ansprechpartner stünden den Interessenten beratend zur Seite. Uwe Johmann, Vorstandsmitglied der Sparkasse Saarbrücken, sprach von seiner Vision, neben dem Saarland und der Westpfalz auch die Regionen Hunsrück, Eifel und die Vorderpfalz in der Regionalbörse zusammenzubringen. Seine Sparkasse habe seit Beginn des Projekts vor gut einem Jahr sechs Firmen miteinander verbunden und damit 79 Arbeitsplätze erhalten. Aktuell liefen 41 Verhandlungen, davon ein Drittel mit guter Aussicht auf Erfolg. Für die Handwerkskammer der Pfalz begrüßte Bernd Bauerfeld nachdrücklich den Zusammenschluss. Vorteile sah er hauptsächlich in seiner Regionalität. Hans-Günther Clev von der Zukunftsinitiative Westpfalz erkannte Vorteile in der Kombination der Börse mit dem Aspekt, Investoren interessieren zu können. Positiv sah er außerdem die vertrauensvolle Begleitung vor Ort. „Wenn ich bei meiner Betriebsgründung gewusst hätte, dass zur selben Zeit Unternehmen in der Region Nachfolger suchen, hätte dies für mich manches leichter gemacht“, ergänzte Kreishandwerksmeister Gerritt Horn aus der Sicht des Unternehmers. (krh)