Kaiserslautern „Für jeden wird etwas geboten“

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Endspurt: Die Maikerwe ist gestern Abend ins letzte Wochenende gestartet. Warum besuchen die Menschen die Lauterer Kerwe? Warum kommen auch Händler und Beschicker immer wieder gerne nach Kaiserslautern? Die RHEINPFALZ hat sich dazu gestern am frühen Abend auf dem Messeplatz umgehört.

Melanie Hofer, Kaiserslautern:

„Ich hab’ schon als Baby im Kinderwagen im Süßwarenstand gelegen. Meine Großeltern Georg und Klara Wild waren vor 60 Jahren schon hier, später mein Vater Harald Wild, jetzt auch mein Bruder und ich. Kerwe ist ein Stück schöne Gewohnheit. Mir würde was fehlen, wenn ich nicht mehr herkommen könnte. Die Schiffschaukel hier, eins unserer Geschäfte, ist von 1953. Mein Vater hat sie vor einem Jahr wieder übernommen. Und das alte Fahrgeschäft zieht bis heute: Es kommen ja mittlerweile Großeltern – mit ihren Kindern und den Enkeln gemeinsam oder mit den Enkelkindern allein –, die selbst vor Jahrzehnten schon als Kinder gern in die Schiffschaukel eingestiegen sind.“ Heiko Marioneck, Kaiserslautern: „Stimmt. Die Schiffschaukel ist klasse, die ist cool. Mit meiner Frau Melanie und unseren Kinder Justin und Sophia komme ich sehr gern immer wieder hier her. Nur unser Kleiner, der Luca, der kann noch nicht fahren. Ist erst sechs Monate alt – er wird aber später mal ebenfalls in der Schiffschaukel sitzen. Die Kerwe hat was – wir sind in diesem Jahr schon zum vierten Mal hier.“ Christoph von Esebeck, Wiesweiler: „Vor drei Jahren bin ich von Mainz aufs Land gezogen, lebe jetzt im Kreis Kusel – das ist ja so was von entspannend. Die Kerwe sehe ich zum ersten Mal. Verspreche mir aber einiges davon. Mein Kumpel und ich haben uns eine Zugkarte gekauft, es kann also gern ein ausgedehnter Kerwebummel werden. Bis jetzt find’ ich das hier prima. Und die Wurst, die ich eben an dem Stand probiert habe, die ist auch klasse. Als gebürtiger Wiesbadener muss ich schon sagen: Die Pfalz hat einiges zu bieten.“ Heiko Alexander Geist, Mehlingen: „Meine Familie ist schon in der sechsten Generation auf der Kerwe vertreten. Confiserie Geist darf hier nicht fehlen. Ich selbst komme aus Neustadt, bin aber – wo die Liebe hinfällt – in Mehlingen heimisch geworden. Meine Frau Nicole und ich freuen uns immer wieder riesig, wenn wir an unserem Kerwestand hier Bekannte treffen, immer wieder Besuch von Stammkunden kriegen, wenn Freunde vorbeischauen. Eben war Ex-FCK-Spieler Axel Bellinghausen bei uns. Der spielt ja bekanntlich jetzt in Düsseldorf – aber trotzdem kommt er jedes Jahr wieder zur Kerwe nach Kaiserslautern – und versäumt es dabei nie, hier vorbei zu schauen. Die Lauterer Kerwe hat was Familiäres.“ Sören Riedner, Idstein: „Ich find’, das ist eine schöne Kerwe. Eine ganz andere Größenordnung als dort, wo ich herkomme, bei Frankfurt. Ich bin bei meiner Schwester zu Besuch, da passt es, dass ich auch zur Kerwe gehe. Mir gefällt’s hier gut in Kaiserslautern – es ist aber nichts ganz Neues für mich. Ich habe hier mal eine Weile studiert, Elektrotechnik an der Universität. Die Stadt ist also kein Neuland, auch die Menschen hier habe ich kennengelernt. Interessant, das Treiben hier auf dem Messeplatz zu beobachten. Da sind schon lustige Leute unterwegs.“ Jasmin Becker, Münchweiler an der Alsenz: „Mit unserem Crêpes-Stand sind wir schon seit mehr als 20 Jahren vertreten. Wir kommen viel rum mit unseren Imbissständen. Da kann ich aus Erfahrung sprechen: Hier in Kaiserslautern, das ist eine sehr schöne Kerwe. Ich komme aus Karlsruhe, bin aber mittlerweile in Münchweiler gelandet. Klar, dass wir in Kaiserslautern zweimal im Jahr dabei sind. Ich freue mich auch immer drauf, wenn es wieder soweit ist. Auch, weil wir immer wieder gerne unsere treuen Stammkunden treffen.“ Susanne Henn-Marker, Kaiserslautern: „Meine Familie und ich kennen als Betreiber von Fahrgeschäften und Ständen die Kerwe ja wirklich schon lange. Die Lauterer Kerwe ist, ob im Mai oder im Oktober, einfach ungeheuer vielseitig. Vom Kleinkind bis zum Erwachsenen, Jugendliche, Eltern, Großeltern, Rentner: Jeder findet hier etwas, was gefällt, jeder kann sich vergnügen, für jeden wird etwas geboten. Das macht es eben aus, das wissen die Lauterer und jene, die von der Umgebung oder sogar von weiter her kommen, auch zu schätzen. “ Mareike Sanchez, Kaiserslautern: „Kerwe – das ist eine schöne Abwechslung. Hier komme ich gern mit meinem Ehemann Hernando her, hier treffen wir uns im Kollegenkreis von Opel. Langeweile kommt da keine auf. Ich bin 1995 von Leipzig nach Kaiserslautern gekommen – und ich bin hier so super aufgenommen worden. Da ist es doch kein Wunder, dass ich hier schnell heimisch geworden bin. Wir wohnen auf dem Einsiedlerhof – einfach schön. Eine gute Gemeinschaft, die ich da gefunden habe. Und nette Leute trifft man ja auch hier auf dem Kerweplatz immer wieder an. Wir stehen jetzt schon eine ganze Weile hier, vorhin ist eine Bekannte zu uns gestoßen – und hängengeblieben. Ist eben eine schöne Atmosphäre.“ (cha)

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