Handball
Für Drittligist Dansenberg war mehr als ein Punkt drin
Im ersten Handball-Drittliga-Spiel nach der überraschenden Rücktritt von Trainer Frank Müller, der zu Beginn der Woche aus privaten Gründen sein Amt beim TuS Dansenberg aufgegeben hatte, nahm der verletzt fehlende Kapitän Sebastian Bösing gegen die HSG Rodgau Nieder-Roden den Platz an der Seitenlinie ein. Unterstützt wurde er von Cotrainer Jochen Schwarz und Theo Megalooikonomou, der erst kürzlich die Perspektivmannschaft übernommen hatte.
Führung verspielt
„Es war für uns ganz, ganz wichtig, nicht als Verlierer aus der Halle zu gehen. Trotzdem ärgert es mich maßlos, dass wir nur einen Punkt geholt haben. Wir waren bis zur 50. Minute eigentlich dominant, dann bekommen wir vorne zwei, drei Pfiffe nicht, und kriegen dann hinten zweimal so ein Ei rein“, sagte TuS-Rückraumspieler Waldgenbach mit Blick auf die turbulente Schlussphase, in der sein Team um ein Haar eine Drei-Tore Führung verspielt hätte.
Dansenberg verpasste in der letzten Viertelstunde gleich mehrfach die Gelegenheit, seine Führung auf vier Tore auszubauen und somit eine Vorentscheidung herbeizuführen. Eine große Gelegenheit hierzu schenkte der TuS geradezu her: Statt 22:18 hieß es nach einer von vielen vergebenen Großchancen im Gegenzug 21:19 (45.). Kurz darauf vergab Fabian Serwinski einen Siebenmeter. Es war nicht der Tag des flinken Rechtsaußen. Am Ende standen vier Treffer für ihn zu Buche, es hätten bei einer besseren Chancenverwertung doppelt so viele sein können.
Während Dansenberg die einfachen Tore nicht machte, schien Nieder-Roden das Wurfglück gepachtet zu haben. Im Lauf des Spiels fanden gleich vier abgefälschte Bälle den Weg ins Dansenberger Tor, das Frederick Lüpke im ersten Durchgang hervorragend hütete. Der Keeper kam vor dem Seitenwechsel auf sieben Paraden und hielt somit eine große Aktie daran, dass der TuS eine knappe Führung mit in die Kabine nahm.
Das Spiel begann mit einer kalten Dusche für die Gastgeber, die früh mit 0:3 (4.) in Rückstand gerieten und zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Zeitstrafen kassiert hatten. Dansenberg probierte es in der Anfangsphase zu oft mit der Brechstange und rannte sich in der gegnerischen Abwehr fest. Der Wille, sich unbedingt mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr verabschieden zu wollen, war dabei unverkennbar.
Die Schrecksekunde
Nach fünf Minuten ohne Torerfolg brach Timo Holstein mit seinem Treffer zum 1:3 (5.) den Bann. Mit einem 5:1-Lauf zum 5:4 (13.) übernahm der TuS die Führung und war fortan die tonangebende Mannschaft. Bevor es beim Stand von 13:11 (30.) in die Halbzeit ging, galt es noch eine Schrecksekunde zu überstehen, als Lauterns Luca Steinführer nach einem Zweikampf kurz das Bewusstsein verlor und regungslos am Boden lag. Der Rückraumspieler war auf Höhe der Mittellinie ins Stolpern geraten und wurde im Fallen von seinem Gegenspieler mit dem Fuß am Kopf getroffen. Nach einer längeren Behandlungspause wurde er unter dem aufmunternden Applaus der Zuschauer vom Feld geleitet, konnte später sogar weiterspielen.
Dansenberg blieb nach der Pause am Drücker und schien bis zum Stand von 22:19 (50.) dem erhofften Heimsieg entgegenzusteuern. Die schlechte Chancenverwertung hätte sich um ein Haar gerächt. Fünf Minuten vor dem Ende übernahmen die Gäste erstmals wieder die Führung und hielten nach der überzogenen Roten Karte gegen Gunnar Dietrich alle Trümpfe in der Hand. Dann schlug die Stunde von Waldgenbach.
„Kein Schnellschuss“
„Wenn wir komplett sind, können wir jeden Gegner schlagen. Von daher schaue ich nicht nach unten, sondern eher nach oben. Gegen die Teams von oben haben wir bislang unsere besten Spiele gemacht“, stellte der Rückraumspieler klar.
Der Verein will sich bei der Trainersuche nach den Worten seines Managers Zeit lassen. „Wir gehen jetzt erstmal bis zum 2. Januar in die Winterpause. Die Zeit sollte jeder Spieler nutzen, um sich selbst zu reflektieren. Es ist jetzt wichtig, die Köpfe frei zu kriegen. Dass wir zum Trainingsauftakt einen neuen Trainer haben, wäre natürlich wünschenswert, es wird aber keinen Schnellschuss geben. Wir sind mit mehreren Kandidaten im Gespräch und streben eine Lösung über die Saison hinaus an“, gab Teammanager Alexander Schmitt zu Protokoll.
So spielten sie
TuS Dansenberg: Lüpke/Fiedler (Tor), Reitemann, Waldgenbach (je 5), Serwinski (4/2), Claussen, Biagui (je 3), T. Holstein, Dietrich, Steinführer (je 2), Dettinger, M. Holstein