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Extravagante Amazonen bei der Barock-Dressur-Kür in Miesau
Zehn Reitpaare nahmen die Herausforderung an, die bei der Dressur im Viereck von 40 auf 20 Meter ihr Können unter Beweis stellten. Eine große Resonanz hatten die Teilnehmer, die zunächst durch ihre zeitgenössische Kleidung auffielen. Aber mit den ersten musikalischen Klängen zeigte sich, dass dahinter auch großes reiterliches Geschick vorhanden ist. „Diese Prüfung gibt es mittlerweile seit zehn Jahren“, berichtet Geschäftsführerin Traudel Grinda. Sie wurde auf Anraten der Reiterin Solveig Mittelhäußer-Brown ins sonntägliche Programm genommen, „um die Zeit zwischen der letzten Springprüfung und dem Fackelspringen zu überbrücken“, ergänzte Grinda.
Die Ideengeberin hat bekanntermaßen eine Schwäche für spanische Pferde. Da lag es nahe, eine solche Prüfung in das dreitägige Reit- und Springturnier aufzunehmen. „Anfangs hatten wir fünf Pferde am Start, und im Laufe der Zeit erfreute sich diese Prüfung einer immer größer werdenden Beliebtheit. Heute ist die Prüfung kein Pausenfüller mehr, sondern wegen ihrer sportlichen Herausforderung und der Kleidung der Reiterinnen und Reiter ein Augenschmaus.“
Ideengeberin am Start
So war Solveig Mittelhäußer-Brown auch diesmal wieder am Start. Mit ihrem Hengst mit dem spanischen Namen Limonero belegte sie in ihrem standesgemäßen Kleid Platz zwei. „Es ist das schönste Gewand unter den Reiterinnen“, urteilten drei Damen am Rande des Vierecks. Die Reiterin aus Enkenbach-Alsenborn war mit ihrer Leistung und Platzierung zufrieden.
Der Sieg ging an Torsten Milz aus Gundersweiler im Donnersbergkreis. Der angehende Pferdewirtschaftsmeister freute sich über diesen Erfolg. „Wir waren heute ein sehr gutes Team, die Harmonie hat gestimmt, und Reiter und Pferd bildeten eine Einheit“, erklärte der 47-Jährige seinen Erfolg mit dem Zweibrücker Wallach. Das haben auch die beiden Richter bemerkt und ihm fast die Höchstnote vergeben. Es gab vom Veranstalter schon eine gewisse Vorgabe, die zu erfüllen war. In einer Zeit von etwas mehr als vier Minuten wurden Choreographie, Harmonie, Ausführung und Korrektheit der Figuren und Lektionen wie auch die Maultätigkeit und die Freude des Vierbeiners an der Mitarbeit bewertet. Vielfältig war die Kleidung der Teilnehmer mit den „Königspferden“. Typische Frauenkleider zur Barockzeit, aber auch schwarze Reiter waren zu erkennen und etwas extravagant die Amazone im Aerobic-Dress.
Hindernisse mit Fackeln
Nach der Siegerehrung war es dann nicht mehr allzu lange bis zum Fackelspringen. Mit Einbruch der Dunkelheit wurden die zehn Hindernisse mit Fackeln ausgestattet und angezündet. Imposant erwies sich der Reitplatz, der rundum eingekreist war von unzähligen Besuchern. Richter Gerd Velte läutete die einzelnen Springen ein und verkündete auch das jeweilige Ergebnis. Eine Besonderheit ist es auch, dass unter rhythmischen Klängen geritten wird. „Bei einem solchen Springen bedarf es eines besonderen Vertrauens vom Reiter zu seinem Pferd“, erläuterte der Richter dem Publikum. Ansonsten unterscheidet sich diese Prüfung nur geringfügig vom bekannten Wettbewerb. Die Springprüfung der Kategorie A ging über acht Hindernisse mit neun Sprüngen. Erstmals am Start war Caroline Großgloß. Die Amazone vom RFV Brücken wollte „nur mal an den Start gehen, um ein Fackelspringen zu erleben“. Auch wenn sie mit dem 13-jährigen Zweibrücker Wallach Little Easy einen Abwurf hatte, so zeigte sie sich im Ziel dennoch mehr als zufrieden. So sei es nicht ausgeschlossen, dass sie im nächsten Jahr wieder am Start sein werde.
Sechs Reitpaare blieben fehlerfrei, so dass die Zeit über Sieg und Platzierung entschied. Mit einem Vorsprung von exakt drei Zehntelsekunden gewann Lena Rübel vom RFV Miesau das Fackelspringen. Bei ihrem ersten Start saß die 21-jährige Amazone aus Nanzdietschweiler im Sattel der 15-jährigen Zweibrücker Stute Catchina. Groß war die Freude über ihren ersten Sieg bei einem Fackelspringen und der noch vor eigenem Publikum.
Positive Bilanz
Insgesamt 36 Prüfungen richtete der RFV Miesau bei seinem Pfingstturnier aus. Wenn auch die Zahl der Teilnehmer wie bei anderen Veranstaltungen auch, etwas rückläufig war, so zog der Vorsitzende Marcus Sauter eine positive Bilanz. Es müsse nicht immer die Zahl der Teilnehmer im Vordergrund stehen, sondern das sportliche Geschehen.
Eine Herausforderung war die Punktespringprüfung der Kategorie M mit Joker. Zwei Reitpaare kamen auf die volle Punktzahl. Der Sieg ging an Steffen Schmalenberger von der RSG Barbarossa. Der 38-Jährige hatte mit dem 15-jährigen Zweibrücker Fuchswallach Nicaro einen Vorsprung von deutlichen 13,62 Sekunden.
Gut besetzt war die Dressurprüfung der Klasse M mit zwei Sternen. Hier überzeugte Tatjana Schwarz von der RSG Barbarossa mit der 16-jährigen Hannoveraner Stute Silence. Sie gewann den Wettbewerb vor der Mitfavoritin Fabienne Brill vom RFV Bleisen. Gleich zweifach trug sich Christina Kuhn aus Katzweiler in die Siegerlisten ein. Die Amazone von der CJD-SG Wolfstein gewann mit der zehnjährigen Zweibrücker Stute Calela die Springprüfung der Klasse L mit einem Vorsprung von 2,79 Sekunden und die Punktespringprüfung der Klasse L mit Joker bei einem Vorsprung von 1,83 Sekunden.