Stadtleben Esther Marionek ist mit 48 Jahren für 44 Jahre im Dienst der Fastnacht ausgezeichnet worden

Ausgezeichnet: Esther Marionek von der Stadtgarde mit Goldenem Löwen mit Brillianten.
Ausgezeichnet: Esther Marionek von der Stadtgarde mit Goldenem Löwen mit Brillianten.

Der Goldene Löwe mit Brillanten ist die höchste Auszeichnung, die die „Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine“ ihren Mitgliedern für 44-jähriges aktives Engagement verleiht. Aus der Westpfalz gehört in diesem Jahr Esther Marionek, Trainerin und Tänzerin bei der Stadtgarde, zu den Geehrten. Mit 48 Jahren ist sie die bisher jüngste Löwenträgerin.

Wie ist das möglich? Nein, mit vier Jahren sei sie nicht wirklich zur Fastnacht gekommen, erzählt sie schmunzelnd. Möglich wär’s aber schon gewesen, denn eigentlich war sie fast von Geburt an „immer dabei“ und hat mitgemacht. Zuerst mit ihrer zwei Jahre älteren Tante, dann im Alter von sechs Jahren endlich selbst in der Jugendgarde des Karnevalvereins KVK. Viermal hat sie damals mit der Jugend und ein weiteres Mal mit den Junioren die Deutsche Meisterschaft gewonnen. Das hat ihr jeweils einen zusätzlichen halben Punkt eingebracht.

Den Sohn eines Stadtgardisten geheiratet

„Die Süddeutsche Meisterschaft, die Vizeeuropameisterschaft“: Esther Marionek gerät ins Schwärmen, wenn sie an die 16 Jahre zurückdenkt, in denen sie noch selbst viel getanzt hat. Heute tanzt sie zwar noch bei den „Draumdänzers“ der „Stadtgarde“ mit. Nach der Geburt ihres Sohnes begann sie jedoch, selbst Gruppen auszubilden.

Sie trainiere gerne Kinder, erklärt sie. Beim KVK hatte sich Esther Marionek zunächst um die „Bambinis“ gekümmert, dann kamen die Jugend-, die Junioren und die Tanzmariechen dazu. Als sie ihren Partner kennenlernte, wechselte sie zwar die Seiten, nicht aber das Hobby. Im Sohn eines Stadtgardisten hatte sie nämlich einen „Vollblut-Fastnachter“ kennengelernt und das Fastnachtsblut an ihre neun- und knapp siebenjährigen Töchter weitergegeben. Der ältere Sohn sei nicht „infiziert“.

Esther Marionek denkt nicht einmal daran, mit dem Goldenen Löwen samt Brillanten um den Hals ihr Engagement für die Fastnacht aufzugeben. Dabei hat sie das närrische Treiben tatsächlich die meiste Zeit aus dem Hintergrund miterlebt. Außer kurzen Auftritten auf der Bühne war sie nämlich vorwiegend mit Organisieren und Arrangieren hinter der Bühne beschäftigt. Dort, im Hintergrund, hat sie sich wohlgefühlt. „Bühne muss nicht sein“, erklärt sie locker. Und bezahlen lasse sie sich für ihr Training schon gar nicht. „Immer nur ehrenamtlich“ lautet ihr Credo.

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