Kaiserslautern „Es muss fetzen“

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Wer sich dem Jahn-Wettkampf stellt, trainiert Turnen, Leichtathletik und Schwimmen. Und es fordert Disziplin, sonst wird das nämlich nichts. Daniel und Lukas Eichhorn sind seit Jahren richtig gute Jahn-Mehrkämpfer. Zum wiederholten Mal haben sich die Sportler des TV Morlautern für die Deutschen Mehrkampfmeisterschaften und das Internationale Deutsche Turnfest qualifiziert. Ihr Trainer heißt Andreas Eichhorn und hat seinen Jungs die Vielseitigkeit vorgelebt. Er war mehr als 20 mal bei Deutschen Meisterschaften vorne mit dabei.

„Jede Sportart hat ihre eigenen Reize. Spaß macht alles“, definiert der 18-jährige Daniel Eichhorn seinen Antrieb, sich an einem Wettkampftag gleich in drei Turn-Disziplinen, am Sprungtisch, am Barren und am Boden zu beweisen, direkt weiter in die Leichtathletik einzusteigen, 100 Meter zu sprinten, den Weitsprung und das Kugelstoßen zu absolvieren, um abschließend Kunstspringen vom Ein-Meter-Brett zu zeigen, 25 Meter auf Zeit zu tauchen und noch 100 Meter zu schwimmen. Sein jüngerer Bruder, der 16-jährige Lukas, bestreitet altersmäßig den Jahnsechskampf, hier fehlen der Sprung beim Turnen und in der Leichtathletik sowie das Tauchen. „Viele Sachen ausprobieren, sich immer wieder neue Ziele setzen“, erklärt Lukas Eichhorn, warum er nicht einfach „nur“ turnt. Aus dem Turnen kommen die beiden, und darin sind sie richtig gut. Die ganze Energie nur in das „Eine“ zu stecken, um ganz oben mitzumischen? Nein, das wollen sie nicht. Was sie reizt ist die Vielseitigkeit. Und genau die bietet sich eben beim Jahnwettkampf. Die beiden schätzen die Kombination aus Technik, Kraft, Schnelligkeit und Körperkoordination. „Ausdauer?“ Sie schütteln lachend die Köpfe. Nicht ihr Metier! Ausdauer ist ja auch nicht wirklich gefordert. Sie fliegen lieber durch die Luft, katapultieren sich von A nach B, drehen Salti oder zeigen Schnell- und Sprungkräfte. „Es muss fetzen!“, sagt der Trainer und Vater. Er weiß, wovon er spricht. 25 Jahre Mehrkampfmeisterschaften liegen hinter ihm. Erfolgreiche. Andreas Eichhorn hat über zwei Jahrzehnte in der bundesweiten Szene vorne mitgemischt. Vor allem aber hat er seine Jungs mit der Lust nach Vielseitigkeit infiziert. Heute ist er der Turntrainer beim TV Morlautern und organisiert den Trainingsplan, auf dem es da heißt zweimal Turntraining, zweimal Schwimmbad und zweimal Stadion. Der gilt allerdings nur für seine Söhne. Das Pensum will sonst keiner. Daniel und Lukas spielen ganz nebenbei noch Volleyball. Tischtennis ist auch nicht zu verachten, sagen sie. Skifahren sei top und Surfen, ja Surfen das steht bei den beiden noch auf der Wunschliste. Jetzt gönnen sich die Schüler des Heinrich-Heine-Gymnasiums Kaiserslautern aber erst einmal Ferien. Mit dem CVJM geht es in die Jugendfreizeit nach Kroatien. „So ganz entspannend wird es wohl nicht, ich fahre als Betreuer mit“, stellt Daniel Eichhorn richtig. Zurück in Kaiserslautern greift ab Mitte der Sommerferien der Trainingsplan, der zur Deutschen Mehrkampfmeisterschaft (17./18. September in Bruchsal) führt. Der größte Engpass ist dabei ein vernünftiges Ein-Meter-Sprungbrett. Die gibt es zwar in jedem Bad, nur darf es nicht zu weich sein, sonst passen die geübten Sprünge am Ende nicht. „Im Wettbewerb wird von harten Dura-flexbrettern gesprungen“, erklärt der Trainer. Im Warmfreibad ist eins, von dort werden die Salti und Delfinkopfsprünge geübt. Mit Podestplätzen rechnen Daniel und Lukas Eichhorn bei dieser DM nicht. Beide starten als jüngste Jahrgänge in ihren Altersklassen, da hängen die Medaillen hoch. 2015 war Daniel in seiner alten Altersklasse mit Silber heimgekehrt. Lukas hatte Platz vier erreicht. Die Eichhorns werden in Bruchsal turnen, sprinten, springen, stoßen, schwimmen, tauchen und den Delfin zeigen, und sie werden Spaß an der Vielseitigkeit haben. Der Trainer wird so oder so froh sein, wenn der Tag vorbei ist. „Für mich ist es echt schlimm und aufregend. Die einzelnen Disziplinen sind so schnell vorbei, und es kann so schnell was schiefgehen“, zeigt er tatsächlich ein bisschen Nerven, obwohl er weiß, seine Jungs sind wirklich gut.

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