Kaiserslautern Es bleibt nun doch bei einer Kombiklasse

Noch im Mai haben die Anmeldezahlen an der Grundschule Erlenbach den Eltern Kopfzerbrechen bereitet: Weil das Interesse zu gering war, drohten der Schule zwei jahrgangsübergreifende Kombiklassen. Diese Sorge hat sich jetzt aber laut Auskunft des Elternsprechers Christian Beer zerschlagen.
Es sei nicht die Anmeldung neuer Kinder, die die Grundschule vor der zweiten Kombiklasse bewahre, sondern der Sprung eines kleinen Überfliegers, erklärte Christian Beer gestern. Ein Junge, der bisher noch die erste Klasse besuche, werde nach den Sommerferien direkt in der dritten weitermachen. In den Klassen drei und vier gebe es dadurch genau einen Schüler zu viel für eine Fusion. Das Schulgesetz des Landes Rheinland-Pfalz regelt, ab wann Schüler auf zwei Klassen aufgeteilt werden müssen. Der Grenzwert liegt bei 24 und ist in Erlenbach vergangenes Jahr schon einmal unterschritten worden. Deshalb haben die insgesamt 13 Erst- und Zweitklässler der Grundschule bereits gemeinsamen Unterricht. Laut Beer funktioniert das Modell bisher ganz gut. Problematisch wurde die Situation jedoch mit den Anmeldezahlen für das neue Schuljahr. Zu neun Zweitklässlern, fünf Drittklässlern und 18 Viertklässlern kommen im Sommer nur 13 Erstklässler neu hinzu. So wäre eigentlich eine Kombination der Klassen eins und zwei mit insgesamt 22 Schülern und eine der Klassen drei und vier mit 23 Schülern nötig geworden. Dadurch, dass nun ein Junge von der ersten direkt in die dritte Klasse wechselt, können die Klassen drei und vier aber nicht mehr fusionieren, weil damit der Grenzwert von 24 überschritten würde. Für Beer und die anderen Eltern ist das eine gute Nachricht. Sie sind nicht grundsätzlich gegen Kombiklassen, konnten dem Gedanken, dass der bereits existierende jahrgangsübergreifende Klasseverband auseinandergerissen werden muss, um zwei neue Kombiklassen zu bilden, aber nur wenig Positives abgewinnen. Beer meint, dass die bisherige Kombiklasse unter anderem deshalb so gut funktioniert, weil sie mit 13 Schülern sehr klein ist. Dabei wird es nun offenbar im neuen Schuljahr bleiben. Kleine Klassen und eine gute Betreuung an den Nachmittagen, die unter anderem Hilfe bei den Hausaufgaben umfasst, bewertet der Elternsprecher auch als einen grundsätzlichen Pluspunkt für die kleine „Dorfschule“ im Stadtteil. Er hofft, dass andere Eltern diesen Vorteil ebenfalls sehen. Falls dem so sein sollte, dürfte es in Erlenbach laut Beer in den kommenden Jahren eigentlich keine Kombiklassen mehr geben. Nach den Zahlen von Stadt und Land lebten in dem Schulbezirk genug Kinder, um künftig eine Klasse für jeden Jahrgang zu füllen, sagt er. (yns)