Kaiserslautern Erster Test auf Pfaff-Gelände: Sommerfest im Kohlenbunker

Zwischen alten Mauern und ein bisschen Grün wird die Industriegeschichte Kaiserslauterns im ehemaligen Pfaff-Kohlenbunker spürba
Zwischen alten Mauern und ein bisschen Grün wird die Industriegeschichte Kaiserslauterns im ehemaligen Pfaff-Kohlenbunker spürbar, es lässt sich dort aber auch einfach nur gut aushalten.

Der Ort entfaltet schnell sein besonderes Flair: die Industriegeschichte der Stadt ist dort noch spürbar, aber auch der Aufbruch zu Neuem. Am Freitagabend feierten die Landesverbände Rheinland-Pfalz und Saarland des Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten im ehemaligen Pfaff-Kohlenbunker ihr Sommerfest. „Es ist ein erster Testlauf“, sagt Peter Strobel. Der Stadtrat hat im März entschieden, den Kohlenbunker und das angrenzende frühere Pfafflabor zu erhalten. Dort könnte ein Treffpunkt mit Atmosphäre entstehen, ein Ort, an dem auch kleinere Kulturveranstaltungen stattfinden können, erzählt Strobel.

Zusammen mit Gunther Bayer leitet er das Büro Bayer & Strobel Architekten. Es hat seinen Sitz im alten Kesselhaus auf dem Pfaff-Gelände, im Erdgeschoss wird gearbeitet, oben wohnen die beiden mit ihren Familien. Eine kleine Gruppe, zu der auch Strobel gehört, setzte sich dafür ein, den Kohlenbunker nicht wie ursprünglich geplant abzureißen, sondern zu erhalten. „Er ist mit den beiden darüber führenden Brücken etwas Besonderes“, sagt er. Das Interesse der Menschen daran sei riesig: „Die Leute flippen aus, wenn sie das sehen. Es vergeht fast kein Tag, an dem hier nicht jemand reinkommt und sich das anschaut“, erzählt er.

Strobel kann sich im Eingangsbereich zum Gelände einen Kiosk vorstellen, dazu einen Sitzbereich und im hinteren Teil einen Garten. Eine Oase sei der alte Kohlenbunker, ein Ort, an dem man abschalten könne. Kleinere Kulturveranstaltungen seien dort denkbar – wie das Sommerfest. „Keine Technopartys oder großen Feiern, wir denken da eher sonntags an einen Flohmarkt, mal ein Sommerkonzert“, erklärt Strobel. Die Premiere am Freitag – sie ist geglückt. Auf Liegestühlen und an Bier- und Stehtischen machten es sich die Leute – überwiegend Architekten – bequem. Die Gruppe Tiptoe begleitete den Abend unaufgeregt musikalisch. Zwischen den alten Mauern raschelten die Blätter der Bäume im Wind.

Den „geheimen Garten“ des Kesselhauses nennt Strobel das Areal passenderweise. Und es habe viel Potenzial. Alt und neu träfen hier aufeinander, „es war ja früher schon die Energiezentrale, heute kann es sie wieder werden, wenn auch in einem ganz anderen Sinne“.

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