Kunstpreis RHEINPFALZ Plus Artikel Erster „Lions Club Lutra Award“ in der Pfalzgalerie an Marie Gouil verliehen

Druckstock und Druck ergeben eine Einheit: Marie Gouil mit ihren Arbeiten im ersten Obergeschoss der Pfalzgalerie.
Druckstock und Druck ergeben eine Einheit: Marie Gouil mit ihren Arbeiten im ersten Obergeschoss der Pfalzgalerie.

Erstmals tritt der Lauterer Lions Club Lutra neben sozialen und karitativen Projekten mit dem kunstfördernden „Lions Club Lutra Art Award“ hervor. In Zusammenarbeit mit der Pfalzgalerie entschied eine Jury, die bildende Künstlerin Marie Gouil auszuzeichnen und den Werksankauf als Schenkung der grafischen Abteilung des Museums zu überlassen.

Es ist ein Neujahrsbeginn, der kaum hoffnungsvoller in die Zukunft hätte strahlen können. Mitten in einer Zeit des von Covid-19 eingeschränkten Kulturlebens besinnt sich der noch junge Club auf den Leitsatz „Kunst braucht Förderer“ und initiiert einen Kunstpreis (Art Award) für die Region in und um Kaiserslautern, der zudem die Sammlung des Museums erweitert und zukünftig alljährlich ausgelobt werden soll. Zur Premiere am Freitagabend trafen sich Verantwortliche und Gäste im Innenhof des Museums.

Dort übergab Präsidentin Eva Stützle die Urkunde an Gouil „mit den besten Glückwünschen“. Zuvor hatte Museumsdirektorin Britta Buhlmann diesen Anlass zugunsten einer „fabelhaften Künstlerin“ mit einer Laudatio im nachtdunklen Museumshof eröffnet. Dabei betonte sie, wie angenehm es für ihr Haus sei, „Nutznießer dieser Art Awards“ zu sein. Zumal die „großzügige Schenkung“ bedeute, dass mit den drei Druckblättern und einem Metalldruckstock, den Gouil um einen hölzernen aufstockte, der Bestand auch in museumspädagogischer Hinsicht bereichert werde.

Prinzip Zufall

Die Arbeitsweise Gouils beschrieb Buhlmann als auf dem Prinzip des Zufalls basierend. Das belege etwa die Tatsache, dass die Künstlerin per Gabelstapler über eine Metallplatte fahre und mit einem zerbeulten Druckstock ein Blatt „rätselhafter Wirkung“ erzeuge. Begeistert ging die Direktorin auf „die sehr schönen Formen“ einer Radierung ein. Sie fühlte sich „an tanzende Lichter auf dem Wasser“ erinnert.

Im Künstlergespräch mit dem Leiter der grafischen Abteilung, Sören Fischer, beantwortete Gouil dessen Frage nach der „verrückten Idee“, einen Staplereffekt in Kunst zu verwandeln, mit dem Verweis auf ihre experimentelle Arbeitsweise. Anregungen organischer Aspekte biete das Umfeld ihres Ateliers inmitten der Steinwelt des Natursteinwerks Picard zuhauf, beispielsweise aus „brutalsten Materialverletzungen poetische Landschaftsbilder“ werden zu lassen. „Ein toller Abend“ freute sich Gouil, zumal sie seinerzeit als Sechsjährige bei der damaligen Pfalzgalerie-Museumspädagogin Trude Deubig mit Kunst begann.

Info

Die fünfteilige Schenkung wird bis 23. Januar im Kunstgang des ersten Obergeschosses der Pfalzgalerie Kaiserslautern präsentiert; Öffnungszeiten dienstags 11 bis 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

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