Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Erste Theatertage Rheinland-Pfalz im März in Kaiserslautern

Das Staatstheater Mainz führt im Rahmen der Theatertage das Stück „Ramstein Air Base - Game of Drones reloaded“ mit Dennis Laris
Das Staatstheater Mainz führt im Rahmen der Theatertage das Stück »Ramstein Air Base - Game of Drones reloaded« mit Dennis Larisch, Monika Dortschy und Sebastian Brandes auf. Foto: Staatstheater/frei

Vom 1. bis 7. März ist Kaiserslautern Ausrichtungsort der erstmals stattfindenden Theatertage Rheinland-Pfalz. Das zuständige Ministerium sieht die Veranstaltung als „Ereignis, das die gesamte Kulturszene des Landes bereichern wird“. Nicht minder euphorisch blickt Pfalztheater-Intendant Urs Häberli im RHEINPFALZ-Gespräch auf das Bühnenfestival, bei dem sich neben dem hiesigen Haus auch die Theater von Koblenz, Mainz und Trier präsentieren.

In anderen Bundesländern finden Festivals dieser Art bereits seit Jahren statt. Fürs rheinland-pfälzische Debüt stellt die Landesregierung 80.000 Euro bereit. Mit dieser Summe soll „der Aufwand der mitwirkenden Bühnen beglichen werden“, wie das Kulturministerium mitteilt. Die Theater stellen sich mit jeweils laufenden Produktionen vor. So führt das Theater Koblenz unter anderem Brechts „Kaukasischen Kreidekreis“ auf, die Kollegen aus Trier steuern ein Jugendstück und eine Musikrevue bei.

Das Staatstheater Mainz bereitet für die Theatertage die Uraufführung des Bühnenprojekts „Ramstein Air Base – Game of Drones reloaded“ vor, das Jan-Christoph Gockel in Szene setzt. Kaiserslautern beteiligt sich mit eier Kinderoper nach Mozarts „Entführung aus dem Serail“, dem Jugendstück „Und morgen streiken die Wale“ und dem derzeit heftig gefeierten „Tod eines Handlungsreisenden“ von Arthur Miller. Außerdem steht Yvonne Kespohls „Antigone“-Inszenierung auf dem Programm, die am 30. Januar Premiere haben wird.

Wie Häberli betont, sind „alle Sparten dabei, also Schauspiel, Musik- und Puppentheater sowie Tanz“: „Einen besonderen Akzent setzen wir mit einem eigenen Thementag fürs Kinder- und Jugendtheater.“ Mit dieser Bündelung entstehe „ein starkes Bild des künstlerischen Potenzials und der kreativen Vielfalt der Theaterlandschaft Rheinland-Pfalz“, so der Intendant.

Die Aufführungen der vier Häuser sind laut Häberli in ein „breit gefächertes Rahmenprogramm“ eingebunden, das aus Workshops, Konzerten, Lesungen und Diskussionsrunden vor und nach den Vorstellungen besteht: „Ausdrücklich wollen die Theatertage zu einem Austausch mit dem Publikum wie der Bühnenschaffenden untereinander führen.“

Im pompösen Politiker- und Verlautbarungsdeutsch des Mainzer Ministeriums ist davon die Rede, dass den Theatern die Möglichkeit geboten werde, „sich einem Publikum zu präsentieren, das ihre Arbeit mutmaßlich noch nicht richtig gut kennt“. Intendant Häberli formuliert es weniger hochtrabend, aber durchaus selbstbewusst: „Natürlich wird es nicht so kommen, dass nach den Theatertagen in Kaiserslautern die Zuschauer aus Trier busseweise nach Mainz fahren. Aber dieses Event bietet die Chance und den Anreiz, neue Ästhetiken und Spielweisen genießen zu können.“

Zum Auftakt der Theatertage findet die Verleihung des Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreises statt. Die Ehrung wird seit 1993 alle zwei Jahre vergeben und gehört zu den höchstdotierten Auszeichnungen für Stückeschreiber in Deutschland. Neben dem mit 10.000 Euro dotierten Hauptpreis vergibt eine fünf Jury, der Häberli angehört, eine Auszeichnung für Nachwuchsautoren. Das Pfalztheater hat automatisch eine Option für die Uraufführung der prämierten Werke.

Zu den Trägern des Else-Lasker-Schüler-Preises gehört neben prominenten Autoren wie Rainald Goetz, Einar Schleef und Sybille Berg der kürzlich mit dem Literatur-Nobelpreis ausgezeichnete Peter Handke. Preisträgerin in diesem Jahr ist Felicia Zeller, von der am Pfalztheater vor einem Jahrzehnt „Kaspar Häuser Meer“ gespielt wurde. Die 1970 in Stuttgart geborene, heute in Berlin ansässige Schriftstellerin gestaltet im Rahmen der Theatertage eine Autorenlesung.

Für Urs Häberli ist es „eine besonders außerordentliche Ehre, dass Felicia Zeller ihren Besuch über die Preisverleihung hinaus um einen Tag verlängert“. Der Intendant bereitet übrigens derzeit eine Inszenierung der Oper „Salome“ vor – seine erste Auseinandersetzung mit einem Werk von Richard Strauss. Aber, so verrät er, „vermutlich muss die Probenarbeit während der Theatertage mit Sicherheit ein bisschen zurückstehen“.

Info

  • Der Vorverkauf für die ersten Theatertage Rheinpfalz-Pfalz hat bereits begonnen. Angeboten werden verschiedene Pakete, in denen jeweils mehrere Programmpunkte zusammengefasst sind.

    −Vom „Diamant-“ bis zum „Finale“-Paket bietet sich so die Möglichkeit, in unterschiedlichem Umfang Plätze für die Festivalwoche zu sichern.

    − Informationen gibt es an der Theaterkasse unter Telefon 0631/3675-208 oder -209 oder auf der Internetseite www.pfalztheater.de. Dort ist auch das Programm der Theatertage hinterlegt.

Pfalztheater-Chef Urs Häberli hofft auf einen Austausch mit dem Publikum.
Pfalztheater-Chef Urs Häberli hofft auf einen Austausch mit dem Publikum. Archivfoto: Girard
Autorin Felicia Zeller erhält den Lasker-Schüler-Preis und gestaltet eine Lesung.
Autorin Felicia Zeller erhält den Lasker-Schüler-Preis und gestaltet eine Lesung. Archivfoto: KUNZ
Mit seiner Inszenierung des „Tods eines Handlungsreisenden“ ? im Bild von links Liam Rödler, Rainer Furch und Franz Seeliger ? h
Mit seiner Inszenierung des »Tods eines Handlungsreisenden« ? im Bild von links Liam Rödler, Rainer Furch und Franz Seeliger ? hat das Pfalztheater derzeit großen Erfolg. Foto: Pfalztheater/frei
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