Kaiserslautern Erlebnisse im Film lebendig festgehalten

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Er ist gerne in Bewegung, zu Fuß oder mit dem Rad, auf kleinen Touren oder weiten Strecken. Was er unterwegs erlebt, kann sich Klaus Dörrschuck jederzeit Zuhause anschauen. Denn die Filmkamera ist sein ständiger Begleiter.

Wann immer er kann, schnürt Klaus Dörrschuck seine Wanderschuhe. Dann geht’s los, hinaus in die Natur, ein festes Ziel vor Augen. Wo er schon überall war, verrät ein grauer Filzhut. Er ist über und über mit Ansteckern bedeckt, kleinen Souvenirs aus den verschiedensten Ecken Deutschlands und Europas. „Ich trage den Hut zwar nicht“, sagt der 75-Jährige und übergibt das gute Stück wieder der Garderobe, „aber er erinnert mich an all die schönen Touren, die ich gemacht habe.“ Eine der größten legte er auf dem Europawanderweg Nummer eins zurück. „Er führt von Hammerfest nach Sizilien, aber wir sind ihn nur von der dänischen bis zur italienischen Grenze gelaufen.“ Gut 1300 Kilometer, die er zusammen mit Wanderfreunden aus dem Alpenverein in Angriff genommen hat. „Allerdings nicht am Stück, sondern in Etappen. Wir haben uns jedes Jahr innerhalb einer Woche eine weitere vorgeknöpft.“ Nach 15 Jahren war die ganze Strecke geschafft. Nicht alle erreichten das Ziel. Manch einer des anfangs zwölfköpfigen Teams strich zwischendurch die Segel. Das allerdings kam für Klaus Dörrschuck nicht in Frage. „Wenn ich mir etwas vorgenommen habe, will ich es auch zu Ende bringen.“ So wie die Tour auf dem Pilgerweg vom Kloster Hornbach bis nach Santiago de Compostela. Stolze 2200 Kilometer, die er jedoch mit dem Rad und nicht per pedes zurückgelegt hat. Zusammen mit einem Gleichgesinnten machte er sich Ende August 2008 auf den Weg. Um der Herausforderung gerecht zu werden, hatte er bereits ein Jahr lang trainiert und die Kondition auf Vordermann gebracht. Gut einen Monat haben die beiden eingeplant und vorm Start bereits den Rückflug gebucht. „Ob wir das auch schaffen, konnten wir nur hoffen. Denn jeder Tag war ein Abenteuer, man wusste nie, was auf einen zukommt.“ Nicht immer spielte das Wetter mit. „Manchmal gab es heftige Regenduschen, und wir sind nass bis auf die Haut geworden, aber das gehört halt auch dazu.“ Sie übernachteten in Pensionen und kleinen Hotels, manchmal auch in Herbergen und waren über deren gute Ausstattung erstaunt. Am nächsten Morgen ging es wieder weiter, 75 Kilometer wollten sie täglich zurücklegen. „Nur in Pamplona haben wir uns eine zweitägige Pause gegönnt, um uns die Stadt anzusehen.“ Unterwegs trafen sie Pilger aus aller Welt. Begegnungen, die bleibende Eindrücke hinterlassen haben und noch heute in Klaus Dörrschuck nachwirken. „Wobei ich allerdings sagen muss, dass man das Pilgern zu Fuß mit Sicherheit noch intensiver erlebt. Mit dem Rad zieht eben alles schneller an einem vorbei, da kommt nicht das echte Pilgergefühl auf. Aber eindrucksvoll war die Tour trotzdem.“ Um die Erlebnisse lebendig zu halten, ist die Filmkamera sein steter Begleiter. „Früher habe ich viel fotografiert, Momentaufnahmen in bestimmten Situationen gemacht. Mittlerweile filme ich hauptsächlich.“ Auf den Geschmack habe ihn ein Bekannter bei einer Wanderung in der Hohen Tatra Mitte der 1990er-Jahre gebracht. Seither hat sich das Filmen zu einem wichtigen Hobby ausgewachsen. Mit allem Drum und Dran, denn Klaus Dörrschuck bearbeitet das Material auch selbst. Dafür hat er sich extra das nötige technische Equipment zugelegt. „Damit kann ich die Filme Szene für Szene zuschneiden, mit Musik unterlegen und kommentieren.“ Das braucht Zeit und so verbringt er oft ganze Tage vor dem Bildschirm. Acht Schachteln sind bereits mit DVDs gefüllt und weitere werden folgen, da ist sich der Freizeitfilmer sicher. Denn Wander- und Reiseziele hat er noch viele. Und was er bisher schon alles erlebt hat, das können Interessierte auch im Offenen Kanal Kaiserslautern sehen, der Dörrschucks Filme ausstrahlt. Die Serie „Der rote Faden“ spannt sich durch die Stadt als Verbindung von Menschen, die einander schätzen. Klaus Dörrschuck gibt ihn weiter an Anneliese Müller.

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