Kaiserslautern Erinnerung an einen Rockstar, der nie ankam

Rockikone und Familienmensch: Ozzy Osbourne.
Rockikone und Familienmensch: Ozzy Osbourne.

Seine ganz persönlichen Erinnerungen an die Rockikone Ozzy Osbourne, der am 22. Juli mit 76 Jahren gestorben ist, hat RHEINPFALZ-Mitarbeiter Andreas Keller.

Zeitungen berichten nicht immer nur über das, was geschehen ist. Manchmal machen sie sich ja auch Gedanken über das, was hätte geschehen können, warum etwas gerade nicht passiert ist und vielleicht noch, was und warum genau das etwas emotional in einem auslöst. Bei mir ist es der Tod von Ozzy Osbourne, der besondere Gedanken und Gefühle um etwas auslöst, was ausgerechnet in Kaiserslautern (und indirekt in mir selbst) leider nicht stattgefunden hat.

Osbourne hätte nämlich 1983 beim „Monsters of Rock“-Festival auf dem Erbsenberg auftreten sollen – einem der Vorläufer-Events all der großen Rock-Veranstaltungen späterer Jahre. Ziemlich bekannte Stars der Zeit waren an jenem 3. September vor mehreren tausend Rockfans in unserer Stadt aufgetreten, Bands wie Twisted Sister und Ikonen wie Meat Loaf, den ich sogar hinter der Bühne persönlich treffen konnte.

Immerhin Meat Loaf

Ja, ich war damals als Vertreter der RHEINPFALZ mit meinen gerade mal 21 Jahren vor Ort. Die Begegnung mit Meat Loaf, bei dessen Tod mir seinerzeit ebenfalls schon manche Erinnerungen durch den Kopf gingen, wird mir immer in Erinnerung bleiben. Etwas Ähnliches mit Osbourne gibt es indes leider nicht. Der Musiker hatte nämlich seine Teilnahme am Festival kurzfristig abgesagt, wie meiner Erinnerung nach erst im Stadion bekanntgegeben wurde – Smartphones und ihre Möglichkeiten gab es damals ja noch nicht.

Der Grund war nachvollziehbar: Seine erste Tochter Aimee Rachel, die später im Zusammenhang mit ihrer Familie wenig öffentlich in Erscheinung treten sollte, war am Tag zuvor in London geboren worden. Klar, dass Osbourne da lieber an der Seite seiner Frau Sharon und seinem neugeborenen Kind in England sein wollte als bei einem Auftritt irgendwo in einer deutschen Stadt...

Glück und Pech

Viel Glück für den Musiker also, aber Pech für die Rockfans in Kaiserslautern, die an jenem Tag vor über 40 Jahren ohne einen der Headliner auskommen mussten. Es wäre vermutlich nur eine von nicht allzu vielen Möglichkeiten gewesen, den Star in und aus der Nähe zu erleben. Und wie so oft bemerkt man etwas Fehlendes erst dann besonders intensiv, wenn es unwiederbringlich verloren ist. So wie jetzt bei Ozzy Osbourne, dem Musiker, der nur fast nach Kaiserslautern gekommen wäre. Und der es dennoch schaffte, hier Erinnerungen auszulösen. So etwas schaffen nicht viele.

Langjähriger RHEINPFALZ-Mitarbeiter in Lautern: Andreas Keller.
Langjähriger RHEINPFALZ-Mitarbeiter in Lautern: Andreas Keller.
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