Stadtleben
Erika Schneider steht auch mit 90 Jahren noch auf der Tanzfläche
Ihr Alter sieht man ihr nicht an. Erika Schneider, die vor wenigen Tagen anlässlich ihres runden Geburtstages 90 rote Rosen in der Tanzschule Marquardt entgegennehmen konnte, hat sich bis ins hohe Alter hinein jung und fit gehalten. Herzlich, kräftig und warm klingt ihre Stimme. Tanz-Fit, ein Kurs für Senioren, hat es ihr angetan. Seit zwölf Jahren führt sie ihr Weg immer montags zur Tanzstunde. „Ich bin die älteste Teilnehmerin.“ Getanzt werde alleine. „Schritte und Tanzbewegungen kommen Körper und Geist zugute.“
Erika Schneider stammt aus St. Martin in der Vorderpfalz. Dorthin hat es sie auch an ihrem Ehrentag gezogen. Mit Tochter und Schwiegersohn einen Blick von der Grobsburg über die Rebenfelder in die Rheinebene werfen, hatte sie sich gewünscht. Und zur Lourdesgrotte, einer Mariengrotte oberhalb von St. Martin, hat sie der Weg geführt. Der Schwiegersohn bemerkte dabei anerkennend, wie gut sie noch zu Fuß sei. Auch wenn es ein wunderbarer Tag in der Heimat gewesen sei, habe sich vieles verändert, meint die Seniorin.
Erinnerung an ersten Supermarkt ihres Mannes
Erika Schneider ist in Kaiserslautern keine Unbekannte. War ihr verstorbener Ehemann Karlheinz doch Mitinhaber des Lebensmittelgroßhandels Sutter&Schneider. Gerne erinnert sie sich an den ersten Supermarkt, den ihr Mann vor vielen Jahren in der Schneppbachstraße eröffnete. Aktiv eingebracht hat sich Erika Schneider über viele Jahre bei der Pflege der Weidenkirche auf dem Gartenschaugelände. Für die Renovierung der Fruchthalle und die Sternenwiese, das Kindergrabfeld auf dem Hauptfriedhof, hat sie sich engagiert.
„Ich bin noch keine alte Frau“, hebt sie hervor und betont, noch immer gut zu Fuß zu sein und im Alltag ihre Frau zu stehen. In Bewegung hält sie ihr Garten, in dem sie den Rasen mäht, Hecken und Sträucher schneidet und sich um ihre Blumen kümmert. Nicht zu vergessen die Kultur, die ihr am Herzen liegt. Dazu gehören Besuche im Pfalztheater und Reisen wie jüngst nach Berlin und Prag. Sie freut sich auf einen Besuch der Festspiele in Bregenz im August. Erstmals wird auf der Seebühne die Oper Madame Butterfly zu sehen sein.