Kaiserslautern
Emil Bulls feiern Tourfinale in der Kammgarn
Am Samstagabend war im Kulturzentrum während des letzten Auftritts der seit Anfang Dezember laufenden Tour bei den rockig-harten Jungs von Chaosbay, Flash Forward und Emil Bulls und einem rappelvollen Haus so einiges los – auch und besonders noch in rein musikalischer Hinsicht. Schon die „Eisbrecher“ des Berliner Quartetts Chaosbay legten mit ihren stilistisch in Richtung Progressive Metalcore gehenden Songs („Are You Afraid?“) und einem granitmäßig interpretierten Cover von „Message In A Bottle“ los, als gäbe es kein Morgen (was im Hinblick auf das Tournee-Ende ja sogar stimmte). Fun Fact am Rande: Schlagzeuger Patrick Bernath stammt aus Kaiserslautern und spielte an diesem Abend zum ersten Mal mit der Band in seiner alten Heimat.
In Sachen Energie-Ausstoß etwa in die gleiche musikalische Richtung ging dann die aus dem Ruhrgebiet stammende Band Flash Forward. Sie blieben nicht allein: Mitten in ihrem Auftritt kam dann noch plötzlich und ohne Absprache die erste Vorband Chaosbay mit auf die Bühne und spielte in einer Art Bigband einfach mal mit. Und der Streich zum Tour-Ende funktionierte problemlos – man ist schließlich in beiden Bands Profi durch und durch. Danach lief alles wieder nach Plan, war auch das zu Anfang des Abends noch eher zurückhaltende Publikum mächtig aufgeheizt. Der Stimmungsboden war bereitet für Emil Bulls.
Streich zum Tourabschluss
Und der wurde ausgiebig von der ersten Note an genutzt. Mit ihren dynamisch abwechslungsreichen, in Ohr und Füße gehenden Song-Krachern (inklusive Texten zum Nachdenken) wie „Euphoria“ und im großen Zugabenteil „The Jaws Of Oblivion“ ließ die Münchner Band um den oft vokal deftig agierenden Leadsänger Christoph von Freydorf – kaum zu glauben, das er einmal im Kirchenchor sang – das Kasino des Hauses anhaltend vibrieren. Die Gitarristen Andreas Bock und Stephan Karl, Bassist Pascal Theisen und Schlagzeuger Fabian Füss lieferten dazu jeweils technisch perfekt den tragenden Unterbau – gerade in den bisweilen ziemlich komplexen Titeln der Gruppe nicht ganz einfach.
Auch hier gab es einen Zwischenfall, als urplötzlich mitten im Auftritt die Technik „Mucken“ machte und sich der gute Sound der Band vorübergehend verabschiedete – dem Vernehmen nach war aber auch das nur ein Streich zum Abschluss der Tour. Danach ging es für die Band und vor allem das vorher schon ordentlich aufgekratzte Publikum, das nun immer ausgelassener mitging, ganze Textpassagen mitsang, den Bandnamen beständig zwischen den Titeln skandierte und einmal sogar für die Band auf Anforderung locker auf dem Boden kniete „bullen-mäßig“ immer weiter: mit voller Kraft und immer geradeaus bis hin zum eruptiven Cover von „Take On Me“ (und noch darüber hinaus) in der überschäumenden Schluss-Phase des Konzerts.
Und nein: Müde oder gar erschöpft wirkte an diesem langen Abend kein Einziger der Beteiligten auf der Bühne. Das war ein gutes, immer noch kraftvolles Ende der „Love Will Fix It“-Tour für alle drei Bands und nicht nur deshalb ein zufrieden machendes Konzert für die Besucher in der Kammgarn.