Kaiserslautern Eintauchen in die Vergangenheit

Geschichte zum Anfassen: Im Museum im Westrich sind ein Tante-Emma-Laden, eine Dorfwirtschaft und eine Kräuterkammer einer Apoth
Geschichte zum Anfassen: Im Museum im Westrich sind ein Tante-Emma-Laden, eine Dorfwirtschaft und eine Kräuterkammer einer Apotheke nachgebaut.

Die gesuchte Tür unseres „Türchen, öffne Dich“-Rätsels gehört in diesem Monat zu einem Barockgebäude mitten im Zentrum der Stadt Ramstein-Miesenbach, das heute das Museum im Westrich und das Info-Center Ramstein beherbergt.

Fast sind sie noch zu hören, die Gespräche über das Neueste aus der Gemeinde, die über die Ladentheke hinweg geführt wurden. Denn wer das Museum im Westrich in Ramstein-Miesenbach betritt, findet sich in einem der Räume in einem Tante-Emma-Laden wieder. Die Einrichtung stammt aus einem Geschäft in Ramstein sie ist komplett erhalten inklusive Waren, Verpackungen, bunten Dosen und Reklamen, eben allem, was die Kunden damals begehrten. Solche Läden galten als wahres Dorfklatschparadies für die Hausfrau. Das Pendant, nämlich das Männerparadies, in dem vermutlich nicht minder getratscht wurde, ist im nächsten Raum zu besichtigen. Da aber Männer ja bekanntlich nicht tratschen, beschreiben die Museumsmacher die ausgestellte typische „Dorfwerdschaft“ mit alten Eisschränken und Bierkrügen als Lokalität, die vergangenes ländliches und dörfliches soziales Leben vermittelt. Untergebracht sind all diese Schätze in einem architektonischen Schmuckstück, das Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut wurde und 1949 in das Eigentum der Gemeinde Ramstein überging. Seit Anfang der 1950er Jahre bis 1983 wurde das Haus für die Verwaltung genutzt. Nachdem es für 450.000 Mark umgebaut und renoviert worden war, konnte im September 1987 schließlich das Museum eröffnet werden. Das historische Gebäude bildet einen schönen Rahmen für die Exponate, die etwas über die Alltagsgeschichte und die Kultur der Region erzählen. Neben jährlich drei bis vier Sonderausstellungen mit lokalen Bezügen gibt es eine ständige Ausstellung, die Aufschluss über die Alltagsgeschichte der Region in den vergangenen 250 Jahren gibt. Neben Laden und Wirtschaft wurde daher auch ein Wohnzimmer nachgebaut, das bei vielen älteren Lesern wohl noch als „die gud Stubb“ in Erinnerung ist. Auch sie weckt mit ihrer Biedermeiereinrichtung nicht nur so manche Erinnerung, sondern gibt auch Auskunft über die Wohnsituation früherer Zeiten. Welche Mittelchen zum Einsatz kamen, um Menschen in jenen Epochen zu kurieren, zeigt zu alledem eine komplette Kräuterkammer mit Laboratorium aus einer alten Landstuhler Apotheke, die ebenfalls ihren Platz im Museum im Westrich gefunden hat. Während diese ständig ausgestellten Museumsstücke alle im Obergeschoss zu besichtigen sind, werden die Sonderausstellungen jeweils eine Etage tiefer im einstigen Ratssaal gegenüber des Info-Centers präsentiert. Momentan ist hier bis zum 25. Februar eine mit Leihgaben aus dem Bereich der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach ergänzte Wanderausstellung der evangelischen Kirche der Pfalz zu sehen mit dem Titel „Protestanten ohne Protest“. Das Info-Center gleich nebenan liefert Informationen zu Veranstaltungen, Freizeit und Tourismus in der Region. Bürger können sich hier mit Prospektmaterial, Publikationen über Ramstein und Miesenbach, Fahrkarten für die Deutsche Bahn und den Verkehrsverbund Rhein-Neckar sowie Tipps für die Freizeitgestaltung eindecken. Gewinner Die richtige Lösung gewusst und somit einen Gutschein für den Auftritt der „Dorfrocker“ im Congress Center Ramstein gewonnen hat Gerhard Kneip aus Ramstein-Miesenbach.

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