Kaiserslautern Eine wahre Kette von Glanzlichtern
Wenn sich eine Horde Kater vor Vergnügen regelrecht kringelt, kann das ja kein schlechtes Zeichen sein – schon gar nicht, wenn besagte Kater selbst vom Fach sind, was hochnärrische Umtriebe betrifft. Kater und alle anderen Gäste hatten offenkundig Mordsvergnügen bei der Prunksitzung im Bahnheim-Wirtshaus: Dort, auf angestammter Bühne, hat am Freitagabend der Karnevalverein VMC ein fast fünfstündiges Fastnachts-Feuerwerk gezündet.
Erstaunlich: Die „Hofkater“ des Karnevalvereins „Bruchkatze“ Ramstein kommen doch so viel rum in der närrischen Welt der Region. Doch hat die Gesangsgruppe offenbar bislang noch nie die Wege dieses seltsamen Seltenfröhlichs gekreuzt, der da ganz vorn auf der Bühne so herzerweichend über die Tristesse des Daseins lamentierte. Das tut er mittlerweile schon recht lang und ausgiebig auf Lauterer Bühnen. Dementsprechend hat sich „de Lärich“ auch einen mittlerweile höchst wohlklingenden Namen erworben. Und trotzdem war’s für die „Hofkater“ was ganz Neues. „Gibt’s doch gar net. Boah, is’ der gut“, japste ein Ramsteiner, als de „lärische“ Ralf Emrich über die neuesten Abenteuer mit seiner besseren Hälfte schwadronierte. Ralf Emrich hat am Freitagabend einmal mehr ein echtes Glanzlicht gesetzt. Bis dato aber, bis zur Nummer fast am Ende der Sitzung, konnte sich die Büttenkanone des VMC das Trübsalblasen gar nicht leisten. Inzwischen führt Emrich als Sitzungspräsident beim VMC Regie. Und: Am Freitagabend hat er zudem sein elftes Bühnenjubiläum bei den Vollmar’schen feiern dürfen. Dafür gab’s aus den Händen von Präsidenten-Kollegin Conny Nicklas noch ein Zusatzgeschenk. Geschenk genug war indes für Emrich und seine Mitstreiter die Resonanz des gut gelaunten Publikums und reichlich prasselndes Lob nach rasanter Sitzung. Vor Frohsinn geradezu sprühend hatte dabei eine illustre Mischung von vereinseigenen Kräften und teils gut bekannten Gästen für Tosen im Bahnheim gesorgt. Bei der nunmehr vierten Sitzung im Wirtshaus wogte es wieder mächtig. Daran mitgestrickt haben die „Hofkater“ der Bruchkatze um ihren musikalischen Leiter Fredy Schuh, die eine schwungvolle Gesangsnummer darboten. Von denen gab es noch weitere, denn dies ist auch Metier der „Fasnacht-Oldstars“ vom Kegelclub Bahnheim, die schon früh zum lautstarken Mitsingen animierten. Und schließlich sind die „Nachtkappe“ das Aushängeschild des Gastgeber-Vereins: Die Gesangsgruppe um VMC-Vereinschef Eduard Kirsch ließ zum Ende hin noch einmal die Wände wackeln. Gute Laune pur war Trumpf, ehe Conny Nicklas – Co-Präsidentin während Emrichs Bühnen-Einsatz – zum guten Schluss noch mal für einen Gänsehaut-Moment sorgte und zum Finale hin ihr Abschlusslied anstimmte und die musikalische Liebeserklärung an Kaiserslautern gemeinsam mit vielstimmigem Chor zelebrierte. Zu den Stammgästen der VMC-Sitzung zählen seit Jahren die „Moonlight Girls“. Auch diesmal war die Truppe von Trainerin Corinna Hagedorn wieder mit von der Partie, zeigte diesmal tänzerisch eine Verballhornung der Casting-Show „Bauer sucht Frau“. Neben Schau- gab’s Gardetanz. Den präsentierten die „Rot-Weißen Funken“ des Karnevalvereins Rot-Weiß, traininert von Esther Marioneck. Der VCM selbst darf sich mittlerweile stolz auf eine Junioren- wie eine Jugendgarde zeigen. Die Juniorinnen, betreut von Rebekka Mollen und Annika Krackehl, boten einen Gardetanz. Die Jugendgarde – trainiert ebenfalls von Rebekka Mollen mit Unterstützung von Christin Frick und Anita Krackehl – entzückte bei ihrem Schautanz „Kleine Monster“. Pech, dass der Auftritt des VMC-Funkenduos nicht wie geplant laufen konnte: Da sich Dena Neuner verletzt hatte, musste Enja Neuner alleine ran, bewältigte die Solo-Herausforderung allerdings bestens. Nicht solo, sondern als starke Truppe hüpfte das Männerballett des Unterhaltungsvereins Bruchmühlbach über die Bretter. Gewohnt stark beim VCM: die Bütten-Nummern. Als Solo-Rednerin besticht alljährlich neben dem Präsidenten auch dessen Kollegin Conny Nicklas, die in der aktuellen Saison als „Frau in besten Jahren“ für Vergnügen bürgt. Mit „Schornsteinfegerin“ Almut Seifts und „Bauherr“ Oliver Koob wussten zwei weitere VMC-Aktive zu gefallen. Bestens bekannt: die Bahnheim-„Trauerschnallen“ Anja Laufer, Daniela Müller und Nicole Wentzler vom KCB. Stark auch eine Bauchredner-Nummer: Ulrike Weiß vom Carnevalclub Speyer war als Frau Bretzel mit Püppchen „Linchen“ gekommen. Die Sitzung musikalisch eröffnet hatten die erst seit der neuen Session amtierenden VMC-Repräsentanten: das Dreigestirn (Eddie Kirsch, Harry Bier und Thomas Scheibe) intonierten ihr Erkennungslied.