Kaiserslautern Eine Glasfaser ganz allein für die Verwaltung: Stadt sorgt in Außenstellen für schnelles Netz
„Das Glasfaser-Stadtnetz ist quasi die Unternehmensverkabelung der Stadtverwaltung mit ihren Außenstellen“, erläutert Baumann im Gespräch mit der RHEINPFALZ, „dabei werden die übers ganze Stadtgebiet verteilten Liegenschaften der Verwaltung an ein exklusives Glasfasernetz angeschlossen.“ Ausgehend vom zentralen Knotenpunkt im Rathaus werden also Schulen, Kindertagesstätten, Verwaltungsgebäude und andere städtische Einrichtungen angeschlossen.
Dabei werden keine eigenen Glasfaserkabel verlegt – zumindest nicht über weite Strecken, wie Baumann erklärt: „Wir kümmern uns nur um die sogenannte letzte Meile.“ Also vom Verteilerkasten bis ins entsprechende Gebäude der Stadt. Ein Netzbetreiber kümmert sich um die Übertragung vom Verteilerkasten bis ins Rathaus – auf vorhandenen Leitungen. Dabei steht eine Faser exklusiv dem Stadtnetz zur Verfügung, die wiederum in physikalisch getrennte Netze aufgeteilt wird.
Fast ohne neue Leitungen
Fast ohne neue Leitungen zu verlegen, können so über eine einzelne Glasfaser unterschiedliche Aufgaben der Stadt erledigt werden. Baumann: „Bislang waren es für städtische Gebäude beispielsweise notwendig, einen eigenen Anschluss für die Telefonie und den Anschluss ans Verwaltungsnetz vorzuhalten, bei Schulen außerdem noch für das pädagogische Netz.“ Künftig laufen die drei Dienste über eine Übertragungsstrecke, zentral vom Rathaus aus gesteuert. Bis zu acht verschiedene Dienste sind mit der „Rainbow“ genannten Übertragungsart möglich. Als Beispiel nennt Baumann den Internetzugang für Bürger via WLAN in den Verwaltungsgebäuden.
Angefangen wurde mit dem Stadtnetz in der Steinstraße, wo unter anderem die Musikschule und die Volkshochschule angeschlossen werden. Nach und nach werden nun die Schulen und Kindergärten angeschlossen, später die übrigen städtischen Immobilien. Die Arbeiten im Rathaus, als Zentrale des Netzwerks, sollen im Sommer abgeschlossen sein, von den 32 städtischen Schulen sollen bis Ende August 19 mit Glasfaser erschlossen und an das Stadtnetz angeschlossen sein.
Schnelles Internet für alle Verwaltungsstandorte
Und was bringt das Rainbow-Stadtnetz? „In erster Linie schnelles Internet an allen Standorten“, sagt Baumann. Beim Referat Grünflächen in der Donnersbergstraße stoße man regelmäßig an die Grenze der vorhandenen Bandbreite. Baumann: „Wenn die Kollegen dort große Pläne verschicken müssen, dauert das schon mal.“ Weiterer Vorteil sei, dass viele Wartungsarbeiten künftig an einer Stelle, im Rathaus, möglich sein werden, beispielsweise die der dann zentralisierten Telefonanlage.
Dass die verschiedenen Dienste innerhalb der Verwaltung (und der Glasfaser) streng getrennt sind, das betont Baumann: „Kein Lehrer hat Zugriff auf Daten der Stadtverwaltung und umgekehrt können wir aus dem Rathaus nicht auf Schülerdaten aus dem pädagogischen Netz zugreifen.“
Das Glasfaser-Stadtnetz biete, wenn es komplett ausgebaut ist und flächendeckend städtische Liegenschaften anbindet, die Grundlage für aktuelle und künftige Verwaltungsaufgaben sowie zukünftiger Smart-City-Anwendungen oder den bereits angesprochenen digitalen Zugängen für Bürger via WLAN.