Kaiserslautern
Digitalisierung an den Schulen kommt durch Förderung langsam voran
Bis die Digitalisierung an allen Schulen im Stadtgebiet umgesetzt ist, gilt es, viele Bausteine zu einem großen Puzzle zusammenzufügen: Neben den Endgeräten gehören dazu unter anderem die technische Unterstützung, eine Infrastruktur, die Finanzierung und pädagogische Inhalte, wie Wolfgang Ernst, stellvertretender Leiter des Schulreferats der Stadt, im Schulträgerausschuss schildert.
Ein Schwerpunkt der vergangenen zwei Jahre war die Ausstattung von bedürftigen Schülern mit digitalen Endgeräten. Insgesamt seien – finanziert durch verschiedene Bundes- und Landesförderungen – 3421 Endgeräte im Wert von 1.766.980,60 Euro beschafft, registriert, inventarisiert, mit den notwendigen Programmen ausgestattet und mit einem Leihvertrag ausgegeben worden.
Verschiedene Fördertöpfe
Im Detail sieht das so aus: Über das Soforthilfeprogramm Digitalpakt II des Bundes wurden 1935 Endgeräte für bedürftige Schüler im Wert von rund 927.000 Euro angeschafft. Hinzu kamen 461 Endgeräte im Wert von etwa 221.000 Euro für bedürftige Schüler, die über das Ergänzungsprogramm des Landes finanziert wurden und einen Wert von etwa 220.900 Euro haben.
Das Land habe 41 Geräte für vulnerable Lehrkräfte zur Verfügung gestellt, von denen nur zwei gebraucht wurden. Die restlichen 39 Geräte im Wert von rund 18.700 Euro seien an bedürftige Schüler verteilt worden. Über den Digitalpakt IV seien 984 Endgeräte als Leihgeräten für Lehrkräfte finanziert worden. Die 335 Laptops und 649 iPads schlagen mit knapp 600.000 Euro zu Buche, so Ernst.
Kostenschätzung weicht ab
Ein Problem werden die Kosten für den Support der Geräte sein – das Land sehe einen Betrag von elf Euro pro Schüler und Schuljahr vor, für das laufende Jahr ist dies ein Betrag von rund 165.700 Euro. Laut einer Kostenschätzung aus dem Jahr 2019 müssten allerdings eher 40 bis 50 Euro veranschlagt werden. Hierzu gebe es eine Evaluierungsphase, nach der die Unterstützungssumme neu verhandelt werden solle. Weiter habe die Stadt für den Support neuer Geräte über den Digitalpakt III eine einmalige Zahlung von etwa 590.000 Euro erhalten. Mit diesem Geld soll ein IT-Supportsystem durch die KDK mbH, einen kommunalen Dienstleister der Stadt, aufgebaut werden.
Hierzu soll ein eigenes Schulnetzwerk, EduNet KL, entstehen. Künftig sollen alle schulischen Programme über eine zentrale Plattform in einem Rechenzentrum zusammenlaufen, das sei besser als 32 Einzelnetzwerke, schildert Ernst. Ziel sei es, die Software zentral zu verwalten, den technischen Support und auch die Datensicherheit durch eine zentrale Firewall unter einem Dach zu haben. Drei Pilotschulen – das Hohenstaufen-Gymnasium und die Berufsbildenden Schulen I und II – sollen zuerst ans Schulnetzwerk angeschlossen werden.
Infrastruktur muss ausgebaut werden
Notwendig hierzu sei eine gute Infrastruktur, sprich eine schnelle Datenleitung. Dazu sollen alle Schulen mit einem Breitbandanschluss versorgt werden. Das Rathaus werde der zentrale Knotenpunkt, bei dem alle Leitungen ankommen und von dort zum Rechenzentrum der KDK weitergeleitet werden sollen, erklärt Ernst. Derzeit sei die Anbindung von elf Schulen beauftragt, die Kosten liegen bei rund 210.000 Euro. Die Federführung liege beim Referat Tiefbau, die Streckenlegung zwischen dem Rathaus und dem Rechenzentrum der KDK soll im März 2022 beginnen. Ende der Arbeiten soll im Herbst sein.
Die Breitbandanbindung ist Teil des Projekts Gigabit Stadtnetz, über das alle städtischen Liegenschaften mit Breitband ausgestattet werden sollen. Die Federführung liegt beim Referat Tiefbau und KL.digital. Der Breitbandausbau werde über das Modellprojekt Smart Cities zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen getragen.
Roter Strich durch den Plan
Einen großen roten Strich hat Corona durch den Plan der strukturierten Verkabelung aller Schulen gemacht. Statt der Verkabelung habe das Referat Gebäudewirtschaft Lüftungssysteme in den Schulen einbauen müssen, schildert Ernst. Doch die bereits bewilligte Fördersumme von 6,69 Millionen Euro, die aus verschiedenen Töpfen stammt, soll nicht verfallen.
Stattdessen soll das Geld genutzt werden, um 30 Schulen so auszustatten, dass alle Schulen bis 2023 digital unterstützten Unterricht anbieten können. Dazu gehören digitale Tafeln und nach Bedarf Dokukameras. Die Gebäude sollen zudem alle mit WLan ausgestattet werden. Um das Geld umzuwidmen, müssten nun bis Mitte April neue Anträge gestellt werden.