Kaiserslautern Eine Büttenrednerin in der Pubertät
Der Männergesangverein „Eintracht“ Erlenbach ist seit Jahren für seine humorvollen und abwechslungsreichen Prunksitzungen bekannt. Deshalb war es auch keine Überraschung, dass die Theo-Barth-Halle mit rund 350 Besuchern am Samstag ausverkauft war. Das mehrstündige Programm war gespickt mit geschliffenen Büttenreden, schwungvollen Tänzen und stimmungsvollen Liedern.
Dafür sorgten erster Vorsitzender Norbert Siedow und Helmut Neurohr als Sitzungspräsident. Hinter diesen Organisatoren steht ein großes Helferfeld mit etliche Aktiven der Erlenbacher Fastnacht. Daneben gibt es Aktive aus der Westricher Fastnacht, die seit Jahren gerade wegen der Stimmung immer wieder gerne nach Erlenbach reisen. Für die musikalische Begleitung sorgte das Duo „Mega-Mix“. Mit Anna Siedow stieg eine Jugendliche in die Bütt, die durch einen exzellenten Vortrag überzeugte. Die 14-Jährige zeigte keinerlei Nervosität bei ihrem frei vorgetragenen Beitrag mit der jeweiligen Entschuldigung, dass sie sich in der Pubertät befinde. Dabei berichtete sie vom stundenlangen Stromausfall und dessen Folgen ebenso humorvoll wie von vielen Wahrnehmungen innerhalb der Familie, der Schule und in ihrer Straße. Detailliert schilderte sie das Leben eines Alkoholikers und dann ihre eigenen Ziele. Letztlich gab es noch einen Hieb in Richtung Stadtpolitik. Im Rahmen der Sanierung der Halle wurden die Toiletten demontiert und dies schon seit vier Jahren, ohne einen Einbau vorzunehmen. „Rita Schlappgosch“ konnte es mal wieder nicht lassen, lautstark und sehr detailliert über ihren Ehegatten her zu ziehen. Dahinter steckt Tanja Dautermann aus Münchweiler/Alsenz, die sich an diesem Abend nicht nur mit ihrem Gatten, sondern der gesamten Männerwelt auseinandersetzte. Egal was passiert, der Schuldige ist immer der Partner und dabei bekam sie hauptsächlich vom weiblichen Publikum die geforderte Unterstützung. Sie musste aber auch so manches Mal feststellen, dass ein Leben ohne das starke Geschlecht nicht angenehm sei. „De Lärisch“, Ralf Emrich vom Karnevalverein „VMC“ Kaiserslautern, stand mit erhobenen Händen auf der Bühne, um über seine Partnerin zu lästern. Es sei schon eine Zumutung, mit einer solchen Frau verheiratet zu sein, und kein Ende sei absehbar. Seine Sorgen beginnen schon mit dem Aufstehen, und das erste Dilemma tritt am Frühstückstisch ein. Da könne man froh sein, eine geregelte Arbeit zu haben. Gerne sei er bereit, Überstunden zu erbringen. Dass er in der Fastnacht aktiv sei, bedeute eigentlich eine Flucht. Walter Rupprecht vom Karnevalverein Kaiserslautern erschien wieder in seiner Paraderolle als „E schäner Doller“. Er verstand es auch in Erlenbach, sich hervorragend zu präsentieren und auf die Geschehnisse rund um seinen Haushalt, seinen Arbeitsplatz und seinen Freundeskreises einzugehen. Die „Trauerschnallen“ Anja Laufer, Nicole Wentzler und Daniela Müller vom Kegelclub „Bahnheim“ waren es wieder einmal, denen es erstklassig durch ihren schwarzen Humor gesanglich gelang, die Männerwelt auf die verschiedene Arten bloß zu stellen. Dagegen sorgten die „Speisbuwe“ Horst Dech und Ivo Schmitt vom Karnevalverein Kaiserslautern mit ihren Stimmungsliedern für viel Bewegung in der Veranstaltungshalle. Denen standen die „Strahleselsänger“ aus den eigenen Reihen keineswegs nach, und sie besangen das Bett im Kornfeld und das Annemariechen, um letztlich zu einem große Samba-Medley zu kommen. Turnerische Aspekte enthielt der Vortrag „Men in Black“ der vier schwarz gekleideten Tänzer, die damit das agile Häschen schützten. Körperlich fit erwiesen sich die „Hupsmäd“ vom Verein, die mit ihrem Schautanz auf den angestrahlten Esel in der Ortsmitte verwiesen. Mit viel Akrobatik überzeugten die Akteure des Turnvereins Morlautern im Schautanz. Das von Martina Siebenlist und Sonja Fröhlich trainierte Männerballett präsentierte sich als Astronauten und bereitete sich auf den Flug zum Mond vor.