Kaiserslautern „Einbrechern schwer machen“

Gut drei Dutzend Menschen informierten sich am Donnerstag im Seniorenheim St. Hedwig auf dem Bännjerrück zum Thema Einbruch und wie man sich davor schützen kann. Die Polizei bot in einem Einbruchsforum Informationen zum Thema Einbruch und Haussicherung an, und beantwortete Fragen aus dem Plenum rund um die Sicherheit der eigenen vier Wände.
„Ich habe damit gerechnet, dass so eine Frage kommt und ich habe mich vorbereitet.“ Reiner Backe zog einen Computerausdruck hervor. Der Leiter der Kommissariats 5 des Polizeipräsidiums Westpfalz, zuständig für Diebstähle und Einbrüche, hatte es geahnt. Die Frage aus dem Plenum betraf Gaunerzinken, jene Zeichen, die womöglich potenziellen Einbrechern geheime Nachrichten übermitteln. Die Infos zu den Zeichen habe er im Internet gefunden, ganz leicht, nach wenigen Klicks. „Ich denke nicht, dass eine Personengruppe, die mit solchen Geheimzeichen arbeitet, deren Bedeutung einem Außenstehenden erzählt“, sagte Backe. Zudem habe er in seinen vielen Jahren im Dienst noch nicht mit solchen Zeichen zu tun gehabt, auch Kollegen seien solche Zeichen noch nicht untergekommen. „Wenn Sie welche sehen, wischen Sie sie einfach weg, machen aber vorher noch ein Foto und kommen damit zu uns“, riet Backe abschließend. Viel gefährlicher seien da kleine Streifen von Tesafilm oder Zahnstocher-Splitter, die an der Haustür angebracht sind, erklärte Backes Kollege Alois Wirtz, bei der Polizei ein Experte für Einbruchssicherung. „Das könnten Anzeichen dafür sein, dass jemand überprüfen möchte, ob ein Haus oder eine Wohnung im Moment bewohnt ist“, erklärte Wirtz. Eingangs hatte Reiner Backe die Tätergruppen, mit denen seine Kollegen und er täglich zu tun hatten, beschrieben. Das gebe es die örtlichen Täter, die planlos vorgingen, auf der Suche nach Bargeld seien. „Das können Junkies sein, aber auch Spielsüchtige“, sagte Backe. Dann gebe es die örtlichen Täter, – „Halb-Profis“, nannte sie Backe – die auch Werkzeug einsetzten. Weiter seien Profis aktiv, die sich auf eine bestimmte Einbruchsmasche, etwa Fensterbohren, spezialisiert hätten. Schlussendlich gebe es noch Banden, vorwiegend aus dem osteuropäischen Raum, die gut organisiert seien und auch arbeitsteilig vorgingen. Backe widersprach der Vermutung, dass die Bandenkriminalität zugenommen habe, selbst wenn es nun bei jedem Polizeipräsidium eine Arbeitsgruppe gebe, die sich speziell mit diesen Kriminiellen befasst. „Im Team kann besser ermittelt werden“, sagte Backe. Von der Tätergruppe unabhängig ist das, worauf es die Einbrecher abgesehen haben: Schmuck (in 41 Prozent der Fälle), Bargeld (32) und elektronische Geräte (19). „Dabei sind vor allem kleine Geräte von Interesse wie Handys und Tablets, alles, was in einer Tasche bequem abtransportiert werden kann“, erklärte Alois Wirtz, der auch über Sicherheitsmaßnahmen an Fenstern und Türen informierte. Und was tun, wenn ein Einbrecher im Haus ist, man selbst aber friedlich im Bett liegt? „Das Licht anmachen. Das reicht oft aus. Und am besten per Handy die Polizei verständigen.“ „Sie sollten es den Einbrechern so schwer wie möglich machen“, appellierte der Leiter der PI 2, Jürgen Traub an die Zuhörer, er hatte den Abend moderiert, der auf Initiative des Bürgervereins Bännjerrück/Karl-Pfaff-Siedlung hin organisiert wurde. Info —Heute, Samstag, 29. Oktober, hat die Polizei von 10 bis 14 Uhr in der Shopping Mall „K in Lautern“ einen Infostand, an dem sie über Einbruchsschutz informiert. —Infos gibt es im Internet unter einbruchschutz-rlp.de und unter polizei.rlp.de. |bld