Kaiserslautern Ein unerwünschter Besuch
Eintracht unterm Weihnachtsbaum – das gelingt nicht immer. Eintracht unterm politischen Weihnachtsbaum – das ist in Zeiten eines Landtagswahlkampfs noch schwieriger zu realisieren. So begab es sich, dass der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Initiator des Weihnachtsbaumschmückens auf dem Bännjerrück, Jörg Harz, eine in der Wortwahl ruppige E-Mail an den CDU-Landtagskandidaten Sebastian Rupp geschrieben hat.
Richtig stinkig war das Stadtratsmitglied darüber, dass Rupp mit Gefolge aus dem CDU-Ortsverband Bännjerrück/Karl-Pfaff-Siedlung zum Weihnachtsbaumschmücken auf dem Bännjerrück erschienen ist und damit versucht hat, sich im Schatten des Weihnachtsbaums in Szene zu setzen. Dabei wollte Harz bewusst die „große Politik und deren Kandidaten“ bei der Aktion außen vor lassen, bei der der Weihnachtsbaum Ecke Leipziger Straße/Stresemannstraße mit selbst gebasteltem Weihnachtsschmuck der Kindergartenkinder des Protestantischen Kindergartens geschmückt und die Weihnachtsbeleuchtung angebracht wird. Verärgert führt Harz in seiner E-Mail an, dass er zu der Baumschmückaktion auch den Landtagskandidaten der SPD und Rupps Gegenkandidaten im Wahlkreis 43, Andreas Rahm, und den Vorstand des SPD-Ortsvereins hätte mitbringen können... Er sieht das Baumschmücken als eine Aktion von ihm und seiner Stadtratskollegin vom Bännjerrück, Karin Krieger von der CDU, an. Und die Zusammenarbeit mit der CDU-Frau auch als Zeichen dafür, dass zwar die Kooperation zwischen Sozialdemokraten und Christdemokraten im Stadtrat beendet ist, in den Stadtteilen trotz unterschiedlicher Standpunkte zusammengearbeitet werden kann. Harz sieht Rupp, dem Inhalt seiner E-Mail nach, als politischen Trittbrettfahrer an, der sich im Fall des Weihnachtsbaumschmückens mit fremden Federn schmücken möchte. Und Sebastian Rupp? Er gibt gegenüber der RHEINPFALZ den unschuldigen, unberührten Politiker, der auf dem Bännjerrück angetreten ist, um den Kindergartenkindern die Wartezeit, bis der Weihnachtsbaum geschmückt ist, mit Süßigkeiten zu verkürzen und darauf verweist, dass er daraus auch gar kein großes Aufsehen gemacht habe, wie etwa mit einer Veröffentlichung im städtischen Amtsblatt. Der (unerwünschte) Besuch des CDU-Landtagskandidaten fand seinen Niederschlag im Facebook mit einem Bild, das ihn beim Beschenken der Kindergartenkinder zeigt. Harz hat den CDU-Mann in seiner E-Mail für das kommende Weihnachtsbaumschmücken, dann wenn Karin Krieger und er wieder in Aktion träten, an der Ehre gepackt. Und ihn aufgefordert, sollte er wieder zu diesem Anlass erscheinen wollen, ihn das rechtzeitig wissen zu lassen, damit er sich an der Spende für das Bastelmaterial der Kinder beteiligen kann. Nur hat der Sozialdemokrat wenig Hoffnung geäußert, dass es dieses Wiedersehen auf dem Bännjerrück mit dem Politiker vom Betzenberg geben wird. Weil, so erinnert Harz in seiner E-Mail, dann keine Wahl vor der Tür steht...