Kaiserslautern Ein Lauterer erlebt die Liebe in Oxford

Hat gut lachen: Michael Klein ist auf den Bühnen wie im TV gefragt.
Hat gut lachen: Michael Klein ist auf den Bühnen wie im TV gefragt.

Für den früheren Pfalztheater-Akteur Michael Klein geht ein Traum in Erfüllung, der wohl die meisten Schauspieler umtreibt. Er spielt eine Hauptrolle in einem großen Spielfilm – in diesem Fall einer ZDF-Produktion, die am kommenden Sonntag im Hauptabendprogramm läuft.

„Das ist natürlich eine unglaubliche Chance, mal was Neues zu machen“, sagt der 37-Jährige. Vom Pfalztheater hat er sich schon 2010 verabschiedet, zeichnete aber in der vergangenen Saison für die Kampfszenen in „Macbeth“ verantwortlich. Zudem übernahm er wegen Erkrankung des großartigen Jan Henning Kraus kurzfristig die Rolle des Macbeth-Widersachers die Rolle des Macduff. Im Übrigen hat ihn das Lauterer Publikum als Ferdinand in „Kabale und Liebe“, jungen Edelmann in „Cyrano de Bergerac“ und saufenden Millionärssohn in der „Katze auf dem heißen Blechdach“ in Erinnerung, nicht zu vergessen seine viel gelobte Darstellung des Pariser Araberzöglings im Ein-Personen-Stück „Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran“. Nach einem theaterlosen Sabbatjahr in Australien war Klein regelmäßig bei den Burgfestspielen in Bad Vilbel zu sehen, unter anderem in den „Räubern“ unter der Regie des Lauterer Schauspieldirektors Harald Demmer. An der Probenarbeit im Ensemble schätzt der 1,90-Meter-Beau, der neuerdings als Michael Raphael Klein firmiert, den „unfassbar kreativen Prozess des Austauschs mit Kollegen und Regisseur“. Die straffen Drehpläne einer Fernsehproduktion lassen für derlei Gestaltungspläne naturgemäß wenig Spielraum. Das weiß Klein, der mit der Lauterer Akkordeonvirtuosin Alexandra Maas liiert ist, spätestens seit der RTL-Serie „Sankt Maik“. In den Anfang 2018 gestarteten Geschichten um einen Kleinkriminellen (Daniel Donskoy), der sich auf der Flucht als Pfarrer verkleidet, spielt der in München geborene und in Essen aufgewachsene Lauterer den Dorfarzt Dr. Keiser. „Die Rolle war eigentlich viel kleiner gedacht“, sagt er. „Sie wurde aber immer weiter ausgebaut, bis sie in sieben Folgen der ersten Staffel dabei war.“ Derzeit steht Klein bereits für die zweite Saison vor der Kamera, die im kommenden Jahr ausgestrahlt wird. Aber jetzt steht ja erst mal sein Spielfilmdebüt an. Am Sonntag zeigt das ZDF in seiner Reihe mit Lore-Romanen um Liebe, Laster, Luxus und Landschaften die Schmonzette „Ein Sommer in Oxford“. Mira Bartuschek – erprobt in den Gefilden von Utta Danella, Inga Lindström und Lilly Schönauer – spielt eine Historikerin und Traumaforscherin, die Jahre nach ihrem Abschluss an die Universität Oxford zurückkehrt. Dort findet sie sich alsbald in einer Dreiecksbeziehung mit ihrem einstigen Doktorvater (Dominic Raacke) und einem jungen Handwerker (Michael Raphael Klein). Letzterer wird ihr „Freund und Seelenverwandter“ – und ist außerdem „der Enkel einer Geflüchteten, deren Schicksal der Professorin besonders am Herzen liegt“, so der ZDF-Pressetext. Sie steht zwischen zwei Männern und zwei völlig unterschiedlichen Welten. Was tun? Auflösung am Sonntag. Info Der Film „Ein Sommer in Oxford“ läuft am kommenden Sonntag, 20.15 Uhr, im ZDF-Programm.

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