Kaiserslautern Ein Kopfballungeheuer namens Broschart

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Rote Asche, der (Alb-)Traum eines jeden Amateurkickers. In Queidersbach soll auf dem Geläuf das „Tor des Monats“ fallen. Die Kicker vom FC Queidersbach wärmen sich mit gepflegtem Kurzpassspiel für den Schuss ins Glück auf. Das Wasser steht pfützentief im Fünfmeterraum, die feinen Regentröpfchen laufen beim Aufprall zu kleinen Wasserringen aus – es gibt einfachere Übungen.

Samuel Böhr und Carlos Farinha werden das Abwehrbollwerk bilden, das gegen die heranstürmenden Vereinskameraden auf der rechten Flanke keine Chance haben soll. So will es das SWR-„Drehbuch“ mit Moderator Christian Döring. „Das mit dem Hartplatz wird etwas schwierig“, ahnt er die besondere Herausforderung im Vorgespräch in der warmen Vereinsgaststätte. Er weiß schließlich, welch besonderes Tor er im Gepäck hat. Die Spieler, rote Trainingsjacke und schwarze Hosen, ahnen noch nicht, was auf sie zukommt. Seit gut drei Jahren gibt es in der SWR-Sendung jeden Sonntagabend das Gewinnspiel „wer war’s?“. Geraten wird ein berühmtes Tor des Monats nachgespielt von einem rheinland-pfälzischen Amateur-Klub. Jetzt also Queidersbach: Der FCQ steht zur Winterpause der A-Klasse auf einem respektablen achten Tabellenplatz, mit ordentlichem Abstand auf die Abstiegsränge, aber mit genauso viel Luft nach oben. Am Flutlichtmast treibt hell erleuchtet die „Regenwand“ vorbei. Die Spielertraube mit ihren Trainern Fabian Blanz und Andreas Bauer versammelt sich an der Mittellinie, sieht zum ersten Mal das Tor. „Oje“, rutscht es einem heraus. Viel Zeit bleibt nicht. Es geht gleich los. Über die rechte Außenbahn läuft Sascha Wilhelm, oder ist es Mario Kempes, der noch einmal die Fußballtreter geschnürt hat? Wilhelm flankt, doch der beinharte Abwehrrecke Carlos Farinha blockt. „Ooooh“, schallt es von den Hintertor-Zuschauern über den Platz. Der Übermut des Verteidigers war so nicht geplant, Ball passieren lassen und bereitmachen zum Torjubel – so lautete die Anweisung. Versuch Nummer zwei und drei haben immerhin einen Kopfball zur Folge. Jan Germann gibt in der Strafraummitte alles, Kollege Jonas Böhr – der in der vergangenen Saison als Kapitän die Bewerbung eingetütet hat – möchte nicht hintenanstehen, köpft was das Zeug hält. Doch vorbei, seine Flugeinlage endet als schlammige Rutschpartie. Ein Schuss, ein Tor – denkste. Geschlagene 14 Versuche brauchen die Queidersbacher Kicker, dann ist der Ball versenkt. Torsten Wallenfels lässt sich feiern, aber zu weit rechts an Torwart Sasa Djordjevic vorbei. Ob Robert Lewandowski das wohl schneller schaffen würde? A-Klasse-Spieler halten sich beim kunstvollen Torabschluss ja ohnehin meist eher zurück. Hauptsache drin ist das Ding. „Großer Einsatz“, rufen ein paar Kiebitze. Jetzt gibt Dominik Broschart den Weltklasse-Mittelstürmer. Er wird von Jens Philipp Feike gefüttert. Und tatsächlich: Broschart macht sich in der Luft lang, trifft den Ball perfekt, er fliegt und fliegt, genau Richtung Tormitte und dann – steht da einer zwischen den Pfosten, den der Ehrgeiz gepackt hat: Djordjevic hält! Über 30 Versuche sind es mittlerweile. Die schmutzigen Trikots kleben eng an den Körpern der Spieler, die Waschmaschine wird Schwerstarbeit verrichten müssen. Spielertrainer Fabian Blanz nimmt auf der Außenbahn Tempo auf, die Flanke kommt mustergültig, Broschart köpft erneut und lässt „Djordje“ keine Chance. „Jaaaa“ – endlich geschafft. Nur der Jubel, der ist zu schnell vorbei. Broschart legt sich noch einmal bäuchlings in die Pfütze, Arme von sich weggestreckt, und lässt sich für das Tor des Monats feiern. Die Kamera läuft mit.

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