Kaiserslautern Ein Gaskessel im Kapiteltal
Was war, was kommt: 2015 war für die Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) das Jahr, in dem viele neue Projekte vorbereitet wurden. 2016 ist nun das Jahr der Umsetzung. Da muss sich alles, was angestoßen wurde, in der Praxis bewähren.
Drei große Projekte standen im vergangenen Jahr im Fokus, so ZAK-Vorstand Jan Deubig: der Umbau der ZAK zum Biomassekompetenzzentrum, das jährlich 60.000 Tonnen Bioabfälle aus der ganzen Pfalz annimmt, die Errichtung einer Deponie für mineralische Baustoffe sowie die Anbindung der grünen Fernwärme an das Leitungssystem der Stadtwerke. Die Zusammenarbeit mit der GML-Abfallwirtschaftsgesellschaft ist laut Deubig gut angelaufen, erfordere allerdings ein enormes Maß an Logistik. Auf dem Hinweg in die Vorderpfalz transportieren die Lastwagen, die die ZAK angeschafft hat, Restabfall ins Heizkraftwerk in Ludwigshafen, auf dem Rückweg bringen sie Biomüll aus der Vorderpfalz zur ZAK. Alles sei eng getaktet, die Abläufe müssten so konzipiert sein, dass Fahrzeuge nicht gleichzeitig an der Laderampe stehen und es zu Wartezeiten kommt. In Betrieb gegangen ist gerade der erste Bauabschnitt der Deponie für mineralische Abfälle. Hierfür gebe es einen enormen Bedarf, konstatiert Deubig. Im vergangenen Jahr seien auf der alten Deponie 850.000 Tonnen mineralische Abfälle angenommen worden. Zum Vergleich: 2008 waren es 269.000 Tonnen. Dieses Jahr wird nach den Worten von Deubig mit dem Bau des zweiten Bauabschnitts begonnen, der 2017 in Betrieb gehen solle. Die grüne Fernwärme, die die ZAK seit Beginn des Jahres ins Netz der Stadtwerke einspeist, wird aus Altholz und Biogas gewonnen, 41,5 Gigawattstunden sollen jährlich geliefert werden. So würden 10.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr eingespart, betont Deubig. Und die ZAK modernisiert in diesem Jahr weiter ihre Anlagen. So werden neue Schredder angeschafft, die das Altholz sowie Garten- und Parkabfälle vor der Verbrennung zerkleinern. Die Schredder werden noch mit Dieselmotoren betrieben, so Deubig, die 30 Liter Treibstoff pro Stunde benötigen. Sie werden nun durch Zerkleinerer mit Elektromotoren ersetzt, den Strom hierfür produziert die ZAK selbst. Etwa 25.000 Tonnen Holz pro Jahr wandern so in die Verbrennung. Ebenfalls verbrannt wird Biogas, das permanent aus Vergärungsprozessen entsteht. Auch hierfür werden neue Motoren angeschafft; zwei Gasmotoren, die wesentlich effektiver arbeiten als die bisherigen Aggregate. Sie laufen aber nicht immer, sondern nur dann, wenn die großen Stromnetzbetreiber Strom anfordern. Um für Schwerlastzeiten gerüstet zu sein, wenn größere Mengen Strom verkauft werden können, speichert die ZAK demnächst einen Teil des Biogases in einem Gasbehälter, der dieses Jahr ebenfalls errichtet wird, erläutert der Vorstand. Ebenfalls steht bei der ZAK Straßenbau an. Die Zufahrtsbrücke über die Bundesstraße wurde bereits für eine halbe Million Euro saniert, nun folgen Arbeiten an der Zufahrtsstraße bis zum Werksgelände. Weil die vielen schweren Lastwagen immer wieder Schäden hinterlassen, wird die Traglast der Straße erhöht. Das werde rund 100.000 Euro kosten, sagt Deubig, nach dessen Worten im Wertstoffhof auch die Fläche für den Antransport von Elektroschrott erweitert wird. (dür)