Ramstein-Miesenbach
Duo DoubLothschütz bringt viel Emotion in die „Sommer Lounge“
Ein musikalisches Ehepaar auf der Bühne: Er spielt, sie singt. Das kann funktionieren, tut es aber nicht immer. Im Fall von DoubLothschütz funktioniert es. Die Musicaldarstellerin Kathrin Yarizell Lothschütz und der Musiker Manuel Lothschütz vereinen Privates und Berufliches. Und schon bei dem ersten Ton wurde klar, dass die Harmonie ihrer privaten Verbundenheit nahtlos in ihre Kunst übergeht. Wobei es eigentlich andersherum angefangen hat – mit der gemeinsamen Leidenschaft für die Kunst.
Kennen – und lieben – gelernt hat sich das Duo nämlich auf der Theaterbühne in Mayen. Seit 2014 ist es Teil einer Unplugged-Band, die sich jedes Jahr Weihnachtsklassikern widmet. Abseits der Weihnachtszeit ist das „Double“ auf Hochzeiten und Taufen unterwegs – und auf festlichen Bühnen wie der Ramsteiner Sommer Lounge. Diese war an diesem sommerlichen Freitagabend bestens besucht. Die Plätze waren ausverkauft, die Stimmung ausgelassen: Endlich wieder Kultur! Endlich wieder Live-Konzerte! Diese Worte konnte man den vielen Gesichtern vor dem Ramsteiner Congress Center quasi von der Stirn ablesen. Vergnügt gönnte man sich ein kühles Gläschen, unterhielt sich mit den anwesenden Tischnachbarn und lauschte dem Lothschütz-Duo, das trotz der heißen Temperaturen und einem dreiteiligen Set nicht besser hätte aufeinander eingespielt werden können.
Minimalistisch mit Piano und Gesang
Das Akustik-Duo spielte seine ganz eigenen Interpretationen bekannter Rock-, Pop- und Soulklassiker – minimalistisch mit Piano und Gesang. Ohne viel Theatralik, wie man es von zwei Theatermenschen erwarten würde. Hier ging es aber auch nicht um eine große Freiluft-Show. Hier ging es um Emotionen. Nicht umsonst reihten sich im abendlichen Repertoire feine, leise und gefühlvolle Nummern wie „What a Wonderful World“ von Sam Cook, „Wings“ von Birdy oder „Next to me“ von Emeli Sandé aneinander. Alles in einem angenehm sanften Klang – dank Kathrins filigraner Stimme.
Die musikalische Ausbildung der 30 Jahre jungen Sängerin war ihr in jedem Ton anzuhören. Und trotzdem hielt sie sich mit übermäßiger Dramatik zurück. Sie hauchte lieber die höchsten Töne, ließ sie so dezent wie nur möglich ins Mikrofon gleiten und verzückte mit einem warmen, grazilen Klang. Besonders bei ebenso grazilen Stücken wie „Breathe“ von Anna Nalick, Keanes „Everybody's changing“ oder Kerstin Otts „Regenbogenfarben“.
Bekannten Songs eigene Handschrift verpasst
Währenddessen ersetzte Ehemann Manuel am Piano eine komplette Orchesterbesetzung. Mit einer flotten Fingertechnik glitt Lothschütz über die Tastatur und bereitete seiner singenden Herzdame den Boden für ihre Stimme. Ab und an setzte er auch seine eigene Stimme ein, die dem Spektrum seiner Frau noch mehr Umfang und Vielfalt entlockte. Zusammen glänzten die beiden in ihrer nicht gerade simplen Songauswahl. Die eigene Handschrift, die sie beispielsweise Incubus' „Love Hurts“ oder dem Eagles-Klassiker „Love Will Keep Us Alive“ verpassten, ließ die Songs in neuem Licht erstrahlen. Zugegeben: Die romantischen Nummern lagen ihnen meist besser als die mit mehr Pepp im System. Aber das ist vielleicht auch der akustischen Besetzung geschuldet, die eben ohne übermächtiges Sound-Brimborium auskommen muss. Nichtsdestotrotz schaffte das Duo einen mehr als gelungenen Soundtrack für einen perfekten Konzertabend unter freiem Himmel.