Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist TuS Dansenberg verliert hitziges Saarpfalzderby beim TV Homburg

Niklas Jung, eigentlich Kapitän der zweiten Mannschaft, spielte erstmals seit fünf Jahren wieder Dritte Liga und traf auf Anhieb
Niklas Jung, eigentlich Kapitän der zweiten Mannschaft, spielte erstmals seit fünf Jahren wieder Dritte Liga und traf auf Anhieb.

Vor toller Kulisse hat der TuS Dansenberg das Kellerduell der Dritten Liga beim Abstiegskonkurrenten TV Homburg mit 24:28 (11:13) verloren. Es war das erwartet enge, spannende und kampfbetonte Spiel.

Die Dansenberger hatten eine turbulente Woche hinter sich, in der Trainer Thomas Weber freigestellt wurde und Theodoros „Theo“ Megalooikonomou, bisher Trainer der zweiten Mannschaft, das Team übernahm. „Theo“ sollte die erste Mannschaft eigentlich erst ab der kommenden Saison übernehmen, doch der Vereinsvorstand entschied kurzfristig, den Wechsel vorzeitig zu vollziehen.

„Es war ein komisches Gefühl, weil ich diese Woche noch die ,Zweite’ trainiert habe“, gab Megalooikonomou zu Protokoll. Er nahm auch gleich seinen Co-Trainer Patrick Schulze mit nach Homburg. „Es ist eine schwierige Situation, auch für die Spieler ist alles neu“, sagte Megalooikonomou. „Wir können nicht von der einen auf die andere Woche alles verändern, die Spieler haben auch ihre Routine und haben lange mit Thomas Weber gearbeitet. Wir müssen viel arbeiten, die Jungs müssen verstehen, was ich für einen Handball spielen will.“ Schulze pflichtete ihm bei: „Theo und ich wollen ziemlich anderen Handball spielen lassen als Thomas. Wir hatten uns einige Dinge vorgenommen, doch diese nicht auf die Platte bekommen. Die Spieler waren verunsichert, doch an Motivation und Leidenschaft hat es nicht gefehlt, die Jungs waren heiß auf das Spiel.“

Lob für die Fans in der Halle

Die Kulisse war eines Derbys würdig. Aus Dansenberg hatten knapp 60 Fans die etwa 30-minütige Reise angetreten, um ihr Team lautstark mit Trommeln und Sprechchören zu unterstützen. „Wir hatten richtig geile Fans, das hat mich sehr gefreut. Vielen Dank an alle, die mitgereist sind“, bedankte sich „Theo“ bei den TuS-Supportern. Auch Homburg-Coach Steffen Ecker, der in der Vergangenheit sowohl als Trainer, als auch als Spieler in Dansenberg aktiv war, lobte die Atmosphäre: „Die Stimmung in der Halle, von beiden Seiten, war hervorragend. Ich hoffe, dass Dansenberg auch zuhause wieder mehr Support hat, das hat ja leider im Vergleich zu früher nachgelassen.“

Die erste Halbzeit gestaltete sich zunächst ausgeglichen, die Führung wechselte mehrfach und keines der Teams konnte sich absetzen. Nach 20 Minuten gelang es dem TuS, sich beim 10:7 erstmals einen nennenswerten Vorsprung herauszuspielen. Bis zur Halbzeit verteidigte Dansenberg seinen Vorsprung, mit 13:11 ging es in die Kabinen: „Die erste Hälfte war sowohl in Abwehr als auch im Angriff sehr gut“, lobte Megalooikonomou.

Zweimal Rot für Homburg

Doch es waren die Hausherren, die stärker aus der Pause kamen, durch den elfmaligen Torschützen Joel Ribeiro in der 36. Minute zum 14:14 ausglichen und im Anschluss die Führung übernahmen. Danach wurde es hitzig, innerhalb von nur einer Minute kassierte Homburg zwei Rote Karten gegen den Ex-Dansenberger Robin Egelhof sowie gegen Ljubomir Josic: „Die erste Rote Karte war glasklar, die zweite meiner Meinung nach aber zu hart“, sagte TV-Coach Ecker und Egelhof meinte: „Ich wollte ein Stürmerfoul provozieren, doch ich kam zu spät. Glatt Rot finde ich zu hart, zwei Minuten hätten ausgereicht. Dennoch darf mir das nicht passieren.“

Die Hausherren zogen dennoch vorentscheidend auf 22:18 (50.) davon. „Im zweiten Durchgang hat uns der Siegeswille gefehlt“, analysierte „Theo“ und Schulze ergänzte: „Wir haben uns gegen die offensive Abwehr Homburgs enorm schwergetan.“ Darüber hinaus stehen 23 Fehlwürfe zu Buche, was aber auch an der erneut überragenden Leistung von TV-Torhüter Henning Huber, ebenfalls Ex-Dansenberger, lag, der mit seinen Paraden am Ende einer der Matchwinner war: „Es war ein hoch emotionales Spiel gegen den Ex-Verein, da bin ich immer etwas mehr motiviert. Ich hatte am Ende das Gefühl, wir wollten es mehr“, kommentierte Huber seine Leistung nach der Partie. Megalooikonomou versicherte: „Ich glaube fest daran, dass wir das schaffen. Wir müssen das Spiel abhaken und schauen nach vorne.“

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