Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Drei Stammkräfte verlassen Steinwenden, zwei Neue kommen

Uschi Glas, Michael König, Leslie Vanessa Lill, Benedikt Hösl und Jannik Brengel (vorne links), am Rande der Dreharbeiten zum AR
Uschi Glas, Michael König, Leslie Vanessa Lill, Benedikt Hösl und Jannik Brengel (vorne links), am Rande der Dreharbeiten zum ARD-Film Trennung Inklusive 2011 am Set in Murnau, Bayern.

Der SV Steinwenden steht vor sportlichen Veränderungen. Mit Nico Purket und Nico Christmann sowie dem langjährigen Stammtorhüter Benny Klein werden gleich drei wichtige Stammkräfte den Verein verlassen. Jannik Brengel und Joshua Purket werden den SVS als Neuzugänge verstärken. Am Mittwoch, 19 Uhr, bestreitet der SV Steinwenden ein Testspiel bei der U21 des 1. FC Kaiserslautern, dem zukünftigen Team von Benny Klein.

Nach der sportlichen Entwicklung von Nico Purket und Nico Christmann in den letzten Spielzeiten ist es nicht verwunderlich, dass die zu Leistungsträgern herangereiften jungen Spieler Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen geweckt haben. „Ich habe beide Spieler schon seit Jahren im Blick und ihre Entwicklung genau verfolgt. Nico Purket ist mir damals schon in Reichenbach aufgefallen, und das Talent von Nico Christmann war frühzeitig in der A-Jugend des FC Homburg erkennbar. In Steinwenden haben beide den nächsten Schritt gemacht. Deshalb habe ich mich intensiv bemüht, die Spieler zu uns zu holen“, freut sich der kommende Trainer von Borussia Neunkirchen, Peter Rubeck, über die Verpflichtungen für die neue Saison.

Dass Purket und Christmann ausgerechnet zu einem Club innerhalb der gleichen Spielklassenebene wechseln, obwohl es sogar Angebote von höherklassigen Vereinen gab, ist aber im Falle von Nico Purket nicht nur den Bemühungen von Peter Rubeck geschuldet. Wie die RHEINPFALZ berichtete, hat sein Vater Sascha Purket bei Neunkirchen mit über 700 Ligaspielen Legenden-Status und eine starke Verbundenheit zur Borussia. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn mein Sohn in mein Fußball-Wohnzimmer wechselt“, ist Vater Purket stolz.

Warum Klein wechselt

Stammtorhüter Benny Klein fällt es nach erfolgreichen Jahren in Steinwenden nicht leicht, den Verein zu verlassen. Nicht nur als Torhüter, sondern auch in der Öffentlichkeitsarbeit war er voll im Verein engagiert und fühlt sich wohl in seiner „SVS-Familie“. Doch die Verlockung des für ihn zum Ende der Karriere interessanten Angebotes des 1. FC Kaiserslautern war einfach zu groß. „Ich dachte, dass ich meine Karriere mal in Steinwenden beende, aber so eine Chance musste ich einfach nutzen“, zögerte Klein nicht lange. Zwar ist der Vertrag noch nicht in trockenen Tüchern, aber der Wechsel scheint nur noch Formsache. Klein war schon seit einem halben Jahr bei der U17, U19 und U21 des FCK als Torwarttrainer im Einsatz und dafür vom SVS teilweise vom Training freigestellt. Als es nach der Winterpause beim FCK in der Saisonvorbereitung aufgrund von Verletzungen zu einem Engpass im Tor kam, half er als Torhüter im Training aus. „Uwe Scherr hat erst nur im Spaß zu mir gesagt, dass ich gut genug sei für die Oberliga,“ schildert Klein die Situation. Der Spaß wurde immer konkreter und Klein erhielt ein Angebot.

Zwei Neuzugänge

Ein schwerer Verlust für den SVS. Doch Kopf in den Sand stecken ist in Steinwenden nicht angesagt. „Es ist durchaus eine Anerkennung für unsere Arbeit, wenn sich größere Vereine für unsere Spieler interessieren. Solche Verluste tun weh, aber wir arbeiten sofort daran, diese zu kompensieren“, kommentiert der Sportliche Leiter Lars Theobald und präsentiert direkt zwei Neuverpflichtungen, bei denen ebenfalls der Name Purket eine wichtige Rolle spielt: Während es Nico ins Saarland zieht, wird sein Bruder Joshua Purket in der neuen Saison vom SV Nanz-Dietschweiler nach Steinwenden wechseln. „Nach acht Jahren beim SV Nanz-Dietschweiler ist mir der Entschluss nicht leicht gefallen. Aber mit 27 Jahren muss ich so eine Chance nutzen. Es ist nicht einfach, in die Fußstapfen von Benny Klein zu treten, aber der Verein hat mir volles Vertrauen signalisiert, und es reizt mich, von der Erfahrung des Torwarttrainers Florian Fromlowitz zu profitieren“, begründet Joshua Purket seine Entscheidung.

Purket war Stammtorhüter in Nanz-Dietschweiler und möchte sich nun in der höheren Spielklasse beweisen. „Für die sportliche Entwicklung von Joshua ist dieser Wechsel wichtig. Ich traue ihm den Sprung absolut zu“, vertraut Vater Sascha Purket, Torwarttrainer der SpVgg Elversberg, voll auf die Torhüter-Qualitäten seines Sohnes.

Aus den USA zum SVS

Als weitere Neuverpflichtung präsentierte der SVS Jannik Brengel, der den SV Steinwenden ab sofort verstärken wird. Der talentierte 19-jährige Abwehrspieler wechselt vom US-College Team Florida Golf Coast University zum SVS. Seine 17-jährige Schwester Jonna steht im Kader von Eintracht Frankfurt in der Zweiten Bundesliga (wir berichteten). Jannik Brengel war in der Jugend bereits für den 1. FC Kaiserslautern am Ball, bevor er im Nachwuchsleistungszentrum des SC Freiburg Erfahrung sammelte. „Ich habe mich in meiner Zeit am Heinrich-Heine-Gymnasium in Kaiserslautern mit Alex Velikov und Nico Christmann angefreundet und war immer in Kontakt. Mein Vater stammt aus Bann, die Familie lebt in Kaiserslautern. Als ich jetzt aus den USA zurückkam, war es schnell klar, dass ich zum SV Steinwenden wechseln möchte“, schildert Brengel den Ablauf des Transfers.

Zurück zu den Wurzeln

Im Testspiel am Mittwoch um 19 Uhr bei der U21 des 1. FC Kaiserslautern wird er mit seinem neuen Team gleich auf seinen Ausbildungsverein treffen und zum Fröhnerhof zurückkehren. Doch nicht nur auf dem Fußballplatz machte Jannik Brengel bisher auf sich aufmerksam. Als Jungschauspieler stand er mit namhaften TV-Größen wie Uschi Glas, Jasmin Schwiers und Julia Koschitz bei anspruchsvollen TV-Spielfilmen in Hauptrollen vor der Kamera. „Ich wurde seit der U9 durchgehend in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet, das hat für mich klare Priorität. Die Schauspielerei war ein Kindheitserlebnis und nach meinem Wegzug aus München für mich eh kein Thema mehr. Ich will mich hier sportlich weiterentwickeln“, sagt Brengel, dessen Fokus nun klar auf dem Fußball liegt.

SVS Winter-Neuzugang Jannik Brengel (links) kehrt mit seinem neuen Cheftrainer Daniel Meisenheimer zum Testspiel zurück an seine
SVS Winter-Neuzugang Jannik Brengel (links) kehrt mit seinem neuen Cheftrainer Daniel Meisenheimer zum Testspiel zurück an seine alte Wirkungsstätte auf dem Fröhnerhof.
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