Fußball
Drei Abgänge und ein hochkarätiger Neuzugang beim SVS
Das Team unter der Führung des Cheftrainers Daniel Meisenheimer und des Sportlichen Leiters Lars Theobald beeindruckte vor der Winterpause mit zwei nicht unbedingt erwarteten Siegen gegen die Top-Clubs der Liga und sicherte sich dadurch elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und Platz fünf in der Verbandsliga. Der Abstand zu den Spitzenteams ist sogar geringer als der zu den Abstiegsplätzen.
Wenn man die Übermannschaft SC Idar-Oberstein besiegt und auch noch beim Mitfavoriten auf den Aufstieg Marienborn gewinnt, ist dann nicht Zeit für ein Umdenken? Ergeben sich daraus und beim Blick auf die Tabelle nicht zwangsläufig ehrgeizigere Ziele für die Liga, wie beispielsweise ein Platz im oberen Mittelfeld, anstatt „nur“ der zu Saisonbeginn angepeilte Klassenerhalt? Nicht beim SV Steinwenden! Bei den Verantwortlichen herrscht darüber klare Einigkeit. „Wir haben in der Vorrunde leidlich erfahren müssen, wie eng diese Liga ist und haben daraus gelernt, immer nur auf den nächsten Gegner zu schauen“, spielt der Sportliche Leiter Lars Theobald auf die zwischenzeitliche Phase mit drei schmerzlichen Niederlagen in Folge an.
Auf dem Boden bleiben
„Auch nach dem beeindruckenden Vorrunden-Abschluss brauchen die Jungs keine neue Zielsetzung zur Motivation. Die Mannschaft hatte eine sehr gute Vorbereitung und jeder ist im Spiel sehr darauf konzentriert, das Maximale rauszuholen“, hält er an der bewährten Denkweise und Philosophie fest. „Es kann ganz schnell gehen, dass du mal drei, vier Spiele verlierst. Deshalb müssen wir erst mal weiterhin nach unten fokussiert bleiben, obwohl wir uns ein gutes Polster erarbeitet haben“, stimmt ihm Trainer Meisenheimer zu.
Richtungsweisend seien dabei auch die ersten beiden Spiele im neuen Jahr. „Wir haben mit Bingen und FKP II jetzt zwei Gegner, die nicht einfach zu spielen sind. Die stehen direkt hinter uns, und wenn man da überheblich reingeht und die Spiele verliert, steht man direkt wieder unten drin“, betont er die Wichtigkeit eines erfolgreichen Starts.
Der Coup
Drei Spieler werden nicht mehr dabei sein. David Schehl hat den SVS Richtung Oberliga verlassen und ist zum SV Morlautern gewechselt. Torhüter Joshua Purket kehrte in der Winterpause zum SV Nanz-Dietschweiler zurück. Der junge talentierte Nigerianer Quwam Oladehinde, der in mehreren Spielen beeindruckend seine Qualität angedeutet hat, wohnt aufgrund der Entwicklungen in seinem Asylverfahren nicht mehr in der Region und steht dem SVS nicht mehr zur Verfügung. Dagegen konnte Steinwenden sich die Dienste des von vielen, auch höherklassigen, Vereinen aus der Region umworbenen Nachwuchsspielers Nils Knosala sichern. Knosala wurde beim FK Pirmasens ausgebildet und galt dort als großes Talent. Er wechselte dann aber in die USA und spielte in der US-College Liga. Nachdem er sich in der Vorbereitungszeit zur aktuellen Saison beim FKP fithielt und dort auch einige Testspiele bestritt, deutete sich eine Rückkehr zurück nach Pirmasens an. Doch der SVS überzeugte Knosala mit seinem Konzept, versicherte ihm, dass er in Steinwenden eine gute sportliche Perspektive finde und sicherte sich dadurch die Dienste des begehrten Talentes.
Torhütersorgen
Beim Saisonauftakt in Bingen plagen den SVS hauptsächlich Personalsorgen auf der Torhüterposition. Jannik Even wird nach seiner schweren Verletzung noch länger ausfallen. Da Purket im Winter gewechselt ist und Roberto Bana in der Vorbereitung angeschlagen war, freut sich Meisenheimer, das wiedergenesene Nachwuchstalent Mica Pfeiffer zurück im Kader zu haben.
Das Hinspiel gegen die Hassia gewann der SVS klar mit 6:0 und steht auch in der Tabelle deutlich vor Bingen. Aber die Rheinhessen setzten mit einem 5:0-Auswärtssieg bei den heimstarken Hoheneckern ebenfalls am letzten Spieltag im vergangenen Jahr ein deutliches Ausrufezeichen. Der SVS trifft also zum Auftakt auf eine launische Diva und geht deshalb nicht als klarer Favorit ins Spiel. Theobald warnt vor dem Gegner: „Die hätten in den ersten zehn Minuten vier Tore gegen uns schießen können und müssen. Am Schluss gewinnen wir hochkant und nicht die und es sieht wie ein überzeugender klarer Sieg aus“, hat er nicht nur das Ergebnis, sondern sehr wohl noch den anfangs engen Spielverlauf beim 6:0-Sieg im Hinspiel im Kopf. Der Oberliga-Absteiger aus Bingen ist nach langer Anlaufzeit in der Verbandsliga angekommen und hat sich nach großen Problemen zum Saisonauftakt aus der Abstiegszone herausgespielt. „Wir müssen total fokussiert sein, haben nichts zu verschenken und werden voll konzentriert in unsere Spiele gehen“, lautet die Devise von Trainer Meisenheimer zum Start am Samstag.