Kaiserslautern
Drache auf dem Stiftsplatz: Smartphone ermöglicht kuriose Schnappschüsse
Virtuelle Figuren, die durch die reale Welt springen, wachsen, laufen und Passanten mit Feuer bespucken? Das kennt man doch sonst nur von Spielen wie Pokémon Go. Doch das ist längst nicht mehr die einzige Plattform, die das sogenannte Augmented-Reality-Prinzip anwendet. Tatsächlich hat sich „AR“ - nicht zu verwechseln mit „VR“, also „Virtual Reality“ – ziemlich schnell weiterentwickelt, in alle möglichen Medien und Plattformen hinein. Wem beide Begriffe nichts sagen, hier ein kleiner Crashkurs: „Virtual Reality“ meint eine virtuelle, computergenerierte und interaktive Umgebung, innerhalb derer man sich bewegen kann. Bei „Augmented Reality“, also „erweiterte Realität“, ist die Umgebung nicht computergeneriert, sondern echt, aber es werden virtuelle Elemente hinzugefügt – zum Beispiel ein feuerspeiender Drache mitten auf dem Stiftsplatz.
„Da wird einem wenigstens warm“
Vanessa Schwarz, Günther Klein, Sabine Martin und Patrick Glaser standen am Platz mit einem Tablet-PC bereit, um diese einzigartige Erfahrung zu demonstrieren. Auf dem Stiftsplatz selbst war der Drache mit bloßem Auge natürlich nicht zu sehen. Auf dem Bildschirm jedoch wütet er über die gesamte Fläche mit Feuersalven. „Da wird einem wenigstens warm“, warb Günther Klein augenzwinkernd. Mittels QR-Code und der kostenlosen ,,3DQR Plus“-App kann jeder Stadtbummler mit seinem Smart-Gerät den Drachen selbst zum Leben erwecken, sozusagen. Am großen geschmückten Tannenbaum in der Fußgängerzone und am Schillerplatz warten zwei weitere virtuelle Wesen auf die Besucher. Welche, wird hier aber nicht verraten.
Mit dieser Technik lassen sich nicht nur Pokémons durch die Stadt jagen. Neben solchen Spielen lassen sich auch Videos, spektakuläre Selfies und Gruppenfotos, aber auch neue Bauprojekte gestalten und ansehen. Oder es dient als Hilfsmittel für Bau- und Schweißarbeiten unter dem Boden. Denn mit AR lassen sich auch beispielsweise die Strom- und Wasserleitungen unter der Erde oder hinter den Wänden visualisieren. Die Anwendungsräume sind vielfältig – von spaßig bis sinnvoll. „Diese Aktion hier dient aber hauptsächlich der Interaktion. Damit man etwas Cooles sieht, was normalerweise nicht da ist“, erklärt Glaser. ,,Sie soll Leute zusammenbringen und die Fläche beleben – gerade zur Weihnachtszeit. Deshalb wurden die drei virtuellen Animationen eigens auf die jeweiligen Flächen angepasst.
Gewinnspiel vor Weihnachten
Das Team von KL.digital, beziehungsweise des hauseigenen Projekts „Stadt. Raum. Wir.“, helfe auch persönlich vor Ort bei der „AR“-Erfahrung: immer donnerstags von 13 bis 14 Uhr. Die QR-Sticker auf dem Boden bleiben noch bis zum 24. Dezember kleben und sind rund um die Uhr zugänglich. Wer die Fotos und Videos mit den virtuellen Motiven auf Facebook oder Instagram postet, mit dem Hashtag #klarweihnacht und Verlinkung zu „Herzlich digital“, landet in einem Gewinnspiel-Lostopf und hat die Chance, einen Überraschungsgewinn pünktlich zu Weihnachten abzusahnen.