Kaiserslautern Die Windräder bringen das Blut in Wallung

Das heißeste Thema, das unseren Lesern auf den Nägeln brennt, sind die Windräder nahe Erlenbach. Antje Lang kritisiert in einer E-Mail, dass – ohne die Bürger vorher zu informieren – die alten Windräder auf dem Gelände der Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK) nicht nur ersetzt, sondern vergrößert und näher an die Stadt gerückt wurden. „Viele Leser der RHEINPFALZ haben sicher, so wie ich, angenommen, dass die neuen Windräder an Stelle der alten oder zumindest in deren Nähe aufgestellt werden und nicht damit gerechnet, dass die neuen plötzlich so frontal platziert werden“, schreibt Lang in einer E-Mail. Von der ZAK will Lang wissen, ob „in Zukunft weitere Windräder auf dem ZAK-Gelände“ errichtet werden, und ob die ZAK „weitere Flächen“ erwerben möchte, um noch mehr Windräder zu bauen. Martin Alt teilt die Sorgen von Antje Lang. „Die neuen Windräder auf dem ZAK-Gelände haben viele Bewohner in Erlenbach, speziell auf dem Gersweilerhof, geschockt“, schreibt Alt in einer E-Mail. Er befürchtet, „dass wir es je nach Windstärke und Windrichtung hören werden. Wir ärgern uns vor allem darüber, dass über eine Änderung des Standorts zuvor nicht richtig informiert wurde.“ Auch wenn es sich bei dem ZAK-Gelände nicht um Stadtgebiet handle, so hätten hier die Interessen der Anwohner berücksichtigt werden müssen. Fraglich erscheinen Alt die Windräder noch aus zwei weiteren Gründen: Für eines der Windräder sei ein großes Waldstück gerodet worden, außerdem gefährdeten die Räder seltene Greifvögel. „Wo bleibt der Naturschutz?“, fragt Alt. Fragen zu den Windrädern treiben auch Oliver Uebel um: „Wie kann man solche 200 Meter großen Ungetüme in die Landschaft stellen, ohne dass die betroffenen Anwohner informiert werden?“ Es sei immer von Ersatz für die alten Windräder die Rede gewesen, dass aber Gebiet von der Gemeinde Mehlingen gekauft wurde, darüber sei nie informiert worden, schreibt Uebel. Timo Menge bezeichnete sich gestern nicht als Gegner von Windkraftanlagen. Trotzdem steht er den Windrädern auf dem ZAK-Gelände skeptisch gegenüber. „Ich habe Angst, dass da noch mehr kommen werden“, sagte er gestern beim „Heißen Draht“. „Früher sind die gar nicht so aufgefallen, aber jetzt kommen sie den Anwohnern schon bedrohlich nahe“, sagte er. Der Pfälzerwald werde dort „total verschandelt“. Es gebe mit Sicherheit andere Flächen, die geeigneter für solche „Riesen-Apparate“ seien. „Das sind regelrechte Monster“, sagte er. Ein zweites großes Thema ist die Abfuhr des Papiermülls in der Stadt. Sieglinde Krucker etwa wohnt auf dem Bännjerrück. Sie hat beantragt, weiterhin Papiersäcke benutzen zu dürfen. „Wir haben keinen Platz für eine Tonne.“ Zum letzten Mal mitgenommen wurden ihre Säcke allerdings im Juli, bei den beiden Terminen Ende August und Ende September blieben sie liegen. „Das ist eine Frechheit“, sagt Krucker, zumal sie beobachtet habe, dass beim Nachbarn nicht nur die Tonne, sondern auch ein daneben liegender Papiersack mitgenommen worden sei. Zwischenzeitlich habe sie den Papiermüll auf dem Wertstoffhof entsorgt. Heute ist der nächste Abfuhrtermin, Sieglinde Krucker ist gespannt. Gespannt sind ebenfalls Corinna Raster und Jürgen Jacob. Beide wohnen auf dem Kotten, bei beiden wurde am vergangenen Freitag der Papiermüll nicht abgeholt. „Das ist bereits das dritte Mal, dass die Tüten nicht abgeholt worden sind“, berichtet Raster, die in der Hasenstraße wohnt. „Ich habe am Freitag gleich angerufen und auch am Montag, passiert ist nichts, die Säcke stehen immer noch.“ Ähnliches berichtet Jürgen Jacob, der in der Schützenstraße lebt. „Die Papierbehälter wurden geleert, die Säcke blieben stehen und das in allen Straßen auf dem Kotten“, schreibt er in einer E-Mail. Corinna Raster findet es „unmöglich“, dass man nicht auf ihre Anfragen reagiere. Auf ihre Nachfrage, wann denn die Säcke abgeholt würden, habe man ihr keine genaue Auskunft geben können. Auch Raster hat beantragt, weiterhin die Säcke nutzen zu dürfen. Die Bushaltestelle am Bahnheim brachte Karolina Sturm dazu, zum Hörer zu greifen. „Es ist sehr beschwerlich, dort in den Bus einzusteigen. Der Boden dort besteht fast nur noch aus Löchern“, berichtet sie. Gerade für ältere Menschen sei die Situation dort sehr gefährlich. Die Lautrer Kerwe wirkt als Besuchermagnet bis nach Otterbach. Dort wohnt Uschi Grau, die „gerne die Kerwe unterstützt“, wie sie gestern erzählte. Allerdings wurde ihr der Kerwe-Besuch am Sonntag mit einem Strafgeld von 30 Euro versalzen. Kassiert hat sie die Strafe auf dem Parkplatz der Firma Gebrüder Pfeiffer, auf dem sie ihr Auto abgestellt hatte. „Die Regelung kann ich an einem Werktag verstehen, aber die Firma hätte doch an einem Sonntag Kulanz zeigen können“, sagte Grau. Indirekt hätte das „alteingesessene Lautrer Unternehmen“ so auch die Kerwe unterstützt. Insgesamt seien die Parkmöglichkeiten rund um das Volksfest sehr dürftig. „Das ist ein Thema, mit dem sich auch mal der Stadtrat befassen könnte“, regte Grau an. Bernd Dülm ärgerte sich über Diebe auf dem Hauptfriedhof. „Uns sind dort schon so oft Grabgestecke gestohlen worden. Ich verstehe nicht, warum dort das Haupttor nicht über Nacht abgeschlossen wird.“ In der Vergangenheit habe er beobachtet, dass ein Schließdienst die Trauerhalle und die Toiletten absperrt, warum könne dies nicht auch mit den Zugängen passieren? „Die drei bis vier Tore wären schnell abgefahren.“ Von einer „schlagartigen Ernüchterung“ – im doppelten Wortsinn – berichtete uns Martina Escherle. Die ereilte sie, als sie unlängst auf den neu asphaltierten Radweg von der Vogelweh in Richtung Stadtmitte fuhr: „Dieser Radweg sieht zwar super aus, ist aber dermaßen uneben und hoppelig, dass man ihn nachgerade als unbefahrbar bezeichnen kann. Ob man da vielleicht etwas nachbessern könnte?“, fragte sie per E-Mail. Pia Krehbiel meldete sich von der Eselsfürth in der Redaktion. Sie wohnt im Dauborner Weg, findet aber den Weg dorthin nicht besonders schön. Der vordere Teil der Straße sei gesäumt von einem Wald, dessen Laub nicht nur ein Ärgernis sei, sondern auch Gefahren berge. „Im Herbst und Winter ist es sehr rutschig“, berichtet sie. Zumal dort kein Gehweg an der Straße entlang führe und der schmale Seitenstreifen von Laub bedeckt sei. „Wer ist da zuständig?“, fragte Krehbiel. Sie habe schon viele Telefonate geführt, passiert sei wenig. Dazu kämen die herabfallenden Äste bei Sturm. Die Anwohner räumten zwar immer notdürftig auf, die Gefahr aber bleibe, wenn die Bäume nicht regelmäßig kontrolliert würden. „Einige davon sind schon richtig morsch“, berichtet Krehbiel, die sich in Sachen Laub noch ein zweites Mal wundern muss: Zwar habe sie sich problemlos Abfallsäcke für Laub besorgen können, diese würden aber nicht abgeholt. „Wo ist da der Sinn, wenn die nicht abgeholt werden?“, fragt sie. Insbesondere ältere Menschen hätten sicher Probleme damit, die gefüllten Säcke zum Wertstoffhof zu fahren. Einen „Schönheitsfehler“ im Umfeld der Mall-Baustelle hat Ernst Mischler entdeckt. Die Kreuzung Burgstraße/Maxstraße am Burg-Gymnasium sei neu gestaltet worden. Dabei seien an mehreren Stellen „die Pfosten für die Befestigung von Ampeln genau in die Mitte von Fußgängerüberwegen gesetzt“ worden. „Mit ein wenig mehr Mühe bei der Planung der Standorte wäre dies sicher zu verhindern gewesen“, kritisierte Mischler in seiner Zuschrift per E-Mail. Wegen ihrem Ärger über Ruhestörungen im Asternweg machte sich gestern Sarina Denig Luft am RHEINPFALZ-Telefon. „Schon seit zwei Jahren gibt es am Asylbewerberheim Probleme mit der Nachtruhe“, berichtet Denig. Etliche Gespräche seien bisher geführt worden, verbessert habe sich nichts. Sie habe ganz und gar nichts gegen das Asylbewerberheim, lege aber Wert auf die Nachtruhe, die nicht nur sie und ihre Familie, sondern auch viele der Nachbarn brauchten. Obwohl Polizei und Ordnungsamt schon öfter vor Ort gewesen seien, habe sich nichts geändert. „ Es ist unzumutbar“, sagte Denig. Eine „groteske Situation“ ist Roman Pieper in der Velmannstraße an der „Schule am Beilstein“ aufgefallen, hervorgerufen durch die Einführung von Parkgebühren für das Lehrpersonal. „Die Lehrer scheuen die Gebühr und parken auf der öffentlichen Straße“, hat Pieper beobachtet. Dadurch sei die Straße zugeparkt, wohin gegen der Lehrerparkplatz frei bleibe. Wer rund ums Stiftswalder Forsthaus wandern wolle und einen Parkplatz suche, könne „sich dann die leeren Lehrerparkplätze anschauen und sich anschließend in der Entersweilerstraße am Wildpark einen Parkplatz suchen“, schrieb Pieper. Passionierte Radfahrer, wie André Brumeisl, wundern sich derzeit über schwer zu verstehende Verkehrsführungen für Radfahrer an einigen Kreuzungen in der Stadt: etwa an der Kreuzung, an der Mainzer, Mannheimer und Ludwigstraße sowie Gersweiler Weg aufeinander treffen. „Die Radfahrer müssen da bis zu zwei Dritteln in die Kreuzung einfahren“, hat Brumeisl beobachtet. Und stünden so dann sehr weit auf der Kreuzung, so weit, dass damit schon der Gegenverkehr behindert werde. „Das ist sehr seltsam“, wundert sich Brumeisl, der privat schon einige Polizisten angesprochen hat, aber noch keine Erklärung erhalten habe. Heidemarie Kratzenberg macht sich Sorgen um einen schönen, alten Baum auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei, das zu Bauland werden soll. „Ich hoffe sehr, dass der wunderschöne alte Baum auf Seiten der Gärtnereistraße nicht gefällt werden muss. Da er nicht mitten auf dem Gelände steht, wird es hoffentlich eine Möglichkeit geben, ihn zu erhalten“, schrieb sie in einer E-Mail. „Sind die Verkehrsregeln in Kaiserslautern etwa außer Kraft gesetzt?“ Paul Weiß formulierte diese Frage gestern ganz bewusst und spielte damit auf ein Ärgernis an: das Parken entgegen der Fahrtrichtung in seinem Viertel. Weiß wohnt in der Straße „Am Heiligenhäuschen“. Dort und auch in der nahen Friedensstraße sowie Ecke Nordbahn- und Donnersberger Straße werde „sehr auffällig“ rücksichtslos und auch verkehrswidrig geparkt. „Die Leute benehmen sich wie daheim im Acker“, schimpfte er. Ebenfalls über parkende Autos ärgert sich Rosemarie Metzger. An der Einmündung Bismarckstraße in den Barbarossaring sei die Lage für Autofahrer unübersichtlich, weil bis unmittelbar in den Kreuzungsbereich geparkt werde. „Es ist eine vertrackte Situation. Es wundert mich, dass da noch nicht mehr passiert ist.“ Denn der nahe Zebrastreifen sei ebenfalls schwer zu sehen. Parkende Autos sorgen auch an der Einmündung Mannheimer Straße in die Daniel-Häberle-Straße für Verärgerung, insbesondere bei Stefan Klein-Backes. „Morgens zwischen 8.15 und 10 Uhr ist dieser Bereich rücksichtslos zugeparkt. Nicht nur das absolute Halteverbot wird von Dienstag bis Samstag ignoriert, zwischenzeitlich wird auch auf dem Bürgersteig vor dem Geschäft geparkt“, schreibt Klein-Backes in seiner E-Mail. Die Situation bringe ihn in Erklärungsnot bei seinem Sohn: „Wenn ich ihn morgens in den Kindergarten bringe“, sei es schwer zu vermitteln, „dass das ein Fußgängerweg und kein Parkplatz für Autos ist“. Ihn ärgere insbesondere die Ignoranz des städtischen Ordnungsamts, das diese „eklatanten Parkverstöße“ nicht ahnde. Ärger mit dem fließenden Verkehr hat Dieter Kafitz. Er hat in der Fliegerstraße seit dem Ausbau ein erhöhtes Verkehrsaufkommen beobachtet: „Seit dem Neubau der Straße, der zu 70 Prozent von den Anliegern finanziert wurde, hat der Durchgangsverkehr stark zugenommen. Auf der ausgebauten Straße hält sich kaum einer an das Tempolimit von 30 Stundenkilometern“, schreibt er in einer E-Mail. Der Tempo-30-Hinweis sei zudem „nur verschämt klein auf der rechten Fahrbahnseite aufgemalt“ worden. Seiner Meinung nach sollte die „Geschwindigkeit verstärkt kontrolliert werden – auch in der Morlauterer Straße“: Dort werde „man noch angehupt, wenn man sich an das Geschwindigkeitslimit hält“, berichtet er. Bis heute habe sich an diesem Zustand nichts geändert, obwohl die zuständigen Behörden Abhilfe versprochen hätten. Werner Gilla berichtet per E-Mail von einer „Dorfverschlimmerung“ in Siegelbach: Ein altes Haus in der Straße „Auf der Brücke“ stehe seit Monaten leer und gammle vor sich hin. Der Vorgarten wachse zu, vor dem Gebäude stünden fünf Elektrokästen, neun Verkehrsschilder und ein alter Holzinfokasten. „Mit etwas gutem Willen könnte auch ohne finanziellen Aufwand viel geschehen“, kritisiert Gilla, der sich von der Stadt ein höheres Engagement in puncto Dorfverschönerung wünscht. „Was die Dorfmitte angeht, ist Siegelbach sicher nicht (von der Stadt) verwöhnt“, schreibt Gilla. „Was macht der Gehweg zwischen Erlenbach und dem Gersweilerhof? Gibt es eine Planung, wie angekündigt? Wann wird gebaut?“ Mit drei Fragen eröffnete Oliver Uebel seine E-Mail an die RHEINPFALZ. Die Schulkinder vom Gersweilerhof müssten oft von der Bushaltestelle Husarenäcker zum Gersweilerhof laufen, da nur der Bus um 14 Uhr auf dem Gersweilerhof halte. Das Laufen über die Straße – die K9 – sei sehr gefährlich. „Wann kommt ein durchgängiges Verkehrskonzept für die K9?“, fragt Uebel, zumal der Durchgangsverkehr zugenommen habe. Uebel plädiert dafür, eine Fläche zu pachten und einen Trampelpfad anzulegen. „Das würde reichen und sehr zur Sicherheit der Kinder und auch Erwachsenen beitragen“, schreibt Uebel. Bei aller Kritik, es erreichte uns auch ein Lob gestern: Es kam aus Otterbach. Martha Müller wollte am Montag von dort mit dem Bus nach Kaiserslautern fahren und am Pfaffplatz aussteigen. Allerdings versäumte sie es, das Haltesignal zu drücken. Der Bus fuhr weiter, hielt aber kurze Zeit später für sie an einer Stadtbus-Haltestelle an. „Das hat mich sehr gefreut!“, berichtet Müller, die so noch rechtzeitig zum Zahnarzt kam. (bld)