Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Weidenkirche auf dem Kaiserberg braucht besondere Pflege

Seit dem Bau der Weidenkirche gehört Gisela Breuer zum Team der ehrenamtlichen Helfer, die sich um die Pflege des „lebenden Gebä
Seit dem Bau der Weidenkirche gehört Gisela Breuer zum Team der ehrenamtlichen Helfer, die sich um die Pflege des »lebenden Gebäudes« kümmern.

Sie hat keine Türen, die abgeschlossen werden könnten und auch keine Wände, die regelmäßig zu putzen wären. Ohne eine sorgfältige und regelmäßige Pflege kommt die Weidenkirche auf dem Kaiserberg in der Gartenschau dennoch nicht aus. Im Gegenteil.

Wer den Anblick der dicht bewachsenen Säulen aus den späten Oktobertagen noch im Gedächtnis hatte, glaubte beim Gottesdienst am Ostersonntag seinen Augen nicht zu trauen. Um das „lebende Gebäude“ aus grünen Pflanzen – den Weiden – hatte sich über Winter wie jedes Jahr ein bewährtes, überwiegend ehrenamtliches Team aus ehemaligen Erbauern und weiteren Helfern gekümmert. Gisela Breuer gehörte von Anfang an dazu. Bei einem Besuch der Weidenkirche, die im Winter 2003/2004 von einer Mannschaft aus Freiwilligen erbaut wurde, berichtet sie von den Arbeiten, die dabei zu schaffen waren.

Die während der Saison gewachsenen Äste und Zweige an den Säulen waren wieder in Form geschnitten, totes Holz entfernt und an der nahen Weidenschule frische Zweige „geerntet“ und neu eingepflanzt worden. Auch wurden alte Schnüre, die die Zweige an den Säulen hielten, erneuert, dazu Laub und Unkraut vom Boden entfernt und entsorgt. Immer mittwochs und samstags trafen sich bei 14 Einsätzen zwischen sechs und acht Helfer für jeweils über vier Arbeitsstunden. „Lediglich durch ein kräftiges Frühstück unterbrochen, das gesponsert worden ist“, wie Gisela Breuer beschreibt.

Eine Herzensangelegenheit

Aus dem Helferteam, das über die Wintermonate an der Kirche im Einsatz war, waren im Frühjahr vor allem schwindelfreie Männer gefragt, die die Arbeiten „über Augenhöhe“ erledigt haben. Großgeräte wie ausziehbare Leitern, Rollgerüste und ein Steiger kamen dabei in bis zu 15 Meter Höhe im Chorraum der Kirche und im Glockenturm zum Einsatz. Die Frauen kümmerten sich inzwischen um die Beseitigung der Weidenabschnitte und säuberten auch die „Füße“ der Säulen von Unkraut, trockenem Laub und allem, was sich sonst noch über den Winter dort angesammelt hatte. Die Frauen schnitten auch neue Bindeschnüre in Länge und Stärke passgenau für die später sichtbaren Zierbindungen an den Säulen zurecht.

Bei der Pflege an einer solch besonderen Kirche mitzuhelfen, sei für die ganze Gruppe eine Herzensangelegenheit, betont Gisela Breuer. Eine Herzensangelegenheit, zu der Thomas Zinßmeister, seinerzeit Geschäftsführer der Gartenschau, den Anstoß gegeben hatte. Auf seinen Aufruf hin hätten sich Leute aus der ganzen Pfalz fürs Mitbauen gemeldet, erinnert sie sich. Zehn Personen, davon manche heute schon über 80 Jahre alt – der Älteste sogar schon 89 –, seien immer noch dabei. Weitere Mitstreiter seien im freundlichen Team jederzeit willkommen.

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