Kaiserslautern Die Vorfreude ist groß

Auf der Pfarrwiese der Martinskirche sind die Vorbereitungen für die 40. Martinskerwe angelaufen.
Auf der Pfarrwiese der Martinskirche sind die Vorbereitungen für die 40. Martinskerwe angelaufen.

Vor 41 Jahren war es Pfarrer Norbert Kaiser, der zusammen mit dem Pfarrgemeinderat die Idee hatte, das Kirchweihfest der Martinskirche als „Martinskerwe“ zu feiern. Seit dieser Zeit steht der erste Sonntag im September für die Pfarrei im Zeichen der Martinskerwe.

Nur einmal während dieser Zeit wurde die Martinskerwe ausgesetzt. Das war im Jahr 1988, als sich am 28. August die Flugkatastrophe in Ramstein ereignete. „Das Unglück hat uns alle so erschüttert. Ein Grund, das Fest abzusagen“, erinnert sich Heide Diehl. Umso mehr freut sich das Mitglied der Frauengemeinschaft auf den kommenden Sonntag. Da findet die Martinskerwe zum 40. Mal im Pfarrgarten rund um die Martinskirche statt. Während auf der Pfarrwiese der Aufbau der Stände begonnen hat, lässt sie Bilder der ersten Jahre vorüberziehen. Sie erinnert sich daran, dass sie im Pfarrhaus vor lauter Kaffee kochen vom bunten Treiben der Kerwe nichts mitbekommen habe. „Das hat sich damals niemand vorgestellt, dass die Martinskerwe so einschlägt.“ Himmel und Menschen hätten sich zum Fest eingefunden. Vor lauter Füßen habe man keinen Boden mehr gesehen. Nach 40 Jahren bringt sich die 73-Jährige immer noch ein, wenn es darum geht, Vorbereitungen zu treffen. So hat sie auch dieses Jahr mit den Frauen die beliebten Brezelstecken wieder mit bunten Bändern versehen. Die werden am Samstag, einen Tag vor der Martinskerwe, in der Innenstadt verkauft. Waren es in den Anfangsjahren noch 1000 Brezelstecken, die gefragt waren, sind es jetzt noch 500, die angeboten werden. Den Rückgang der einst so beliebten Tradition bringe die Zeit mit sich, vermutet Heide Diehl. Unterdessen hat sich Helmut Lewark, Vorsitzender des Gemeindeausschusses St. Martin und des Männerkreises, mit Männern an die Arbeit gemacht, die Stände für den Festtag herzurichten. „Ohne die fleißigen Hände vieler Helfer könnte die Martinskerwe in dieser Größe nicht stattfinden“, weiß er. Bereits zwei Wochen vorher wurde mit dem Aufbau begonnen. Eine persönliche und intensive Bindung an die Pfarrei ist es, die den pensionierten stellvertretenden Leiter der Meisterschule für Handwerker immer wieder in seiner Gemeinde aktiv sein lässt. Froh ist er darüber, dass Mitglieder des Männerkreises wie Andreas Erbacher, Burghard Lerbs und Armin Schubert seit Jahren mit anpacken, wenn es darum geht, sich für die Martinskerwe nützlich zu machen. Die Männer schätzen die Gemeinschaft, die sie untereinander erfahren und die Freude, anderen etwas Gutes zu tun. So wie Burghard Lerbs am Sonntag mit vollem Herzen am Grillstand stehen wird, wird Armin Schubert, der die Martinskerwe über seinen Sanitätsdienst bei den Maltesern für sich entdeckt hat, dort zu finden sein, wo er gebraucht wird. Mit Julius Bohn ist auch die jüngere Generation beim Aufbau vertreten. „Den Älteren unter die Armen greifen“, hat sich der 19-Jährige vorgenommen. Höhepunkt der Martinskerwe ist seit Beginn der Festgottesdienst, der jährlich unter einem Motto steht und bei Jung und Alt sehr beliebt ist. „Mitfreuen, Mitleiden, Mitschaffen, Mitfeiern“, ist der Jubiläumsgottesdienst überschrieben. Und wie in der Vergangenheit wird sich auch dieses Jahr im Gottesdienst etwas Besonderes ereignen. „Es wird etwas durch die Kirche schweben“, deutet Pfarrer Andreas Keller an. Dorothea Fuchs, Eva-Maria Schwehm und Katja von Rhein vom Vorbereitungsteam steht die Vorfreude ins Gesicht geschrieben. Gerne erinnern sie sich an vergangene Martinskerwen, wo für jedes Gemeindemitglied eine Blume an die Kirchenwand angebracht wurde, wo die Martinskerwe rundum mit einer Schleife versehen war oder es von der Decke Konfetti regnete. Info Festgottesdienst zur 40. Martinskerwe ist um 11 Uhr in der Martinskirche. 12.15 Uhr Eröffnung der Kerwe mit Pfarrer Andreas Keller und einem Vertreter der Stadtspitze. Ab 18 Uhr Musik von jungen Bands im Festzelt.

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