Kaiserslautern Die Veteranen kommen zum Jubiläum

Drei ganz hervorragende Trauerschnallen (von links): Daniela Müller, Anja Laufer und Nicole Krapf.
Drei ganz hervorragende Trauerschnallen (von links): Daniela Müller, Anja Laufer und Nicole Krapf.

Alles Gute zum Sechzigsten – und das im wahrsten Wortsinne! Das war ja in der Tat so etwas wie ein „Best of Fastnacht“ in Stadt, Landkreis und ein bisschen darüber hinaus, was sich da am Samstagabend auf der Bahnheim-Wirtshaus-Bühne tummelte. Der Kegelclub Bahnheim hat zu seinem 60. Gründungsjubiläum eine exorbitante Sitzung auf die Beine gestellt.

Allerdings gab’s auch das Comeback einer Büttenkanone zu bewundern: Eine Überraschung war im Programm angekündigt – sie personifizierte sich in Brigitte Uhly, jenem Bühnen- und Bütten-Urgestein, das es anlässlich des Kegelclub-Geburtstags noch mal krachen ließ. Uhly ist zwar inzwischen 83 Lenze, doch davon war nicht viel zu merken, als sich die Lautererin mit einer aus eigenen Archiv-Beständen bestückten, aber einst natürlich selbst verfassten Rede zu Wort meldete. Im Digitalzeitalter erlangt ihre Vorstellung als mit den Tücken der Computertechnik kämpfenden Omi einiges an Aktualität. „Mei Oma is e Wunnerkind“, hatte zuvor Fabienne Kopp gerufen, als sie den Büttenreigen eröffnete. Die junge Rednerin von den Miesenbacher „Vielläppcher“ ist seit vielen Jahren Stammgast in der Bahnheim-Bütt. Das gilt auch für Oliver Koob (Karnevalclub VMC), der diesmal als Kreuzfahrer allerlei Lustiges zu berichten wusste, sowie Alina Scherer (Altenglaner Carneval-Verein), die wieder als Schwester einer Prinzessin aus dem närrischen Nähkästchen plauderte. Humba-Buwe und Hofkater der Ramsteiner „Bruchkatze“, das UVB-Trio vom Unterhaltungsverein Bruchmühlbach und die „Holzland-Sänger“: Da war eine geballte Ladung Stimmung zu erwarten – und so kam es denn auch. Die Gesangsgruppen rissen früh schon mit. Die Humba-Buwe der Lauterer Stadtgarde (Klaus Anstädt und Julius Messemer, Freddy Anstädt und Heiner Gies, Michael Diller und Lothar Borkowski) brachten den Laden gleich mächtig in Schwung. Die Holzland-Sänger (Harriet Linzmann, Andreas Rentsch, Tanja und Werner Kettenring) und das UVB-Trio (Gerhard Klarl, Udo Zapp und Engelbert Schanne) standen da nicht nach. Übrigens: Das Trio hat eine Art Comeback gefeiert, es sollte eine einmalige Sache bleiben – „weil’s uns hier beim Kegelclub immer so gut gefällt“, wie Klarl schwärmte. Und das Ende vom Lied? Klarl gab am Rande zu: „Die Resonanz hier war so super!“ Das habe viel Spaß gemacht – mal sehen. Die Hofkater aus Ramstein, ohnehin in höheren musikalischen Ligen unterwegs, zählen ebenfalls zu jenen, die immer wieder gerne zum KCB kommen. Den Tanzreigen eröffnete Solistin Leonie Rübel – grandios, was das Funkenmariechen der Garde aus Bosenbach (Trainerin Corinna Hagedorn) da auf die Bretter legte. Die Juniorengarde des Karnevalclubs Rot-Weiß (Nicole Ernst und Monika Schwiewager), die Veldenzgarde aus Lauterecken (Anna Fehrenz) und die Prinzengarde des UV Bruchmühlbach (Svenja Reiß) bereicherten das Programm ebenso wie das Aushängeschild vom KVK: Die Casimirgarde (Trainerinnen Kassandra Peace und Christina Brödel) beschloss auf beeindruckende Weise die Folge von Darbietungen tänzerischer Anmut und Akrobatik – Leistungssport in närrischer Umgebung eben. Da hinken die Herren in puncto Leistungsvermögen doch arg hinterher, geben sich dafür aber umso komischer: Das KCB-Männerballett (Rainer Krapf, Mario Stemmler, Florian Krapf, Tobias Dittel, Andreas Steiner, Manfred Dittel und Sven Brell) erhielt tosenden Beifall zu später Stunde. Beine gemacht hat den Männern wieder Daniela Müller. Starke Gäste also bei der Geburtstagssitzung, die Rainer Krapf mit der Männer-Elferriege und Conny Nicklas mit dem Damen-Elferrat leiteten und die das Duo Elmar und Willi in bewährter Manier musikalisch begleitete. Sahnehäubchen auf die gelungene Melange von über fünf Stunden wussten die KCB-Aktiven selbst zu setzen. Das gilt für Conny Nicklas wie auch für die Trauerschnallen (Anja Laufer, Daniela Müller und Nicole Krapf, die kurzfristig die erkrankte Nicole Wentzler vertrat). Die drei Klageweiber waren zum Brüllen komisch, so wie „de Lärich“ – Ralf Emrich vom VMC. Wenn Narren „nie wieder“ sagen, muss man das wohl nicht auf die Goldwaage legen, siehe UVB-Trio, siehe Brigitte Uhly. Und so überlegen es sich vielleicht die „Fastnacht-Old-Stars“ noch einmal? Tim Laufer und Dominik Laufer, Hans Lenhardt, Hans Jürgen Heieck und Hans Janiczewski sowie Chef (und Zeremonienmeister) Jürgen Laufer sind derzeit auf Abschiedstournee.

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