Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Die Theatergruppe der Uni KL zeigt eine schwarze Komödie

Die Theaterruppe der Uni spielt eine schwarze Komödie (von links): Michael Emde, Parya Memar, Ashish Khullar und Jonathan Püttma
Die Theaterruppe der Uni spielt eine schwarze Komödie (von links): Michael Emde, Parya Memar, Ashish Khullar und Jonathan Püttmann.

Fast auf den Tag genau zwei Jahre nach der letzten Premiere gibt die Theatergruppe der Uni KL im Audimax der Uni Kaiserslautern mit einer neuen Produktion an den Start: In „Schwester Hester aus Lancaster“ legte es eine saubere Leistung hin.

Die Geschichte aus der Feder des britischen Erfolgsteams Ray Cooney und John Chapman spielt in den 1960er Jahren auf einer indischen Tee-Plantage. Dort lebt die egozentrisch-derangierte englische Lady Eppingham mit ihren zur Nichtsnutzigkeit neigenden Neffen Jeremy und Martin und einheimischen Bediensteten. Als die Hausherrin vom Tod ihres Vaters und dem nicht unerheblichen Nachlass erfährt, führt das bei den Neffen zu Begehrlichkeiten und im Verlauf der weiteren Geschichte zu allerlei Verwirrungen, launigen Situationen und Aufdeckung von Geheimnissen. Und dann kommt da auch noch jene titelgebende Schwester Hester aus England ins Spiel.

Einmal abgesehen von der für eine Theateraufführung nun mal wenig geeigneten Akustik im Audimax – die Gruppe und ihre Helfer machten indes technisch wie vortragsmäßig das Bestmögliche daraus – zeigten sich Ensemble, Bühnenausstattung und der Zweiakter an sich von ihrer besten Seite. So enthielt das Stück viele gute Elemente aus Spannung und Spaß, die zu einer sicheren und unterhaltsamen Gratwanderung zwischen Krimi und Komödie nötig sind – und das stets, ohne dabei zu früh etwas von der sich entwickelnden Handlung und vom überraschenden Schluss zu verraten.

Doppelrolle für Parya Memar

Eine in mehrerer Hinsicht prominente Rolle spielt Parya Memar, die bereits in über 30 Rollen des Theaterensembles schlüpfte. Sie überzeugte an diesem Abend darstellerisch nicht nur in der unterschiedliche Fähigkeiten erfordernden Doppelrolle der Lady Eppingham und deren Schwester Hester Horrocks, sondern auch – wie schon mehrfach zuvor in anderen Produktionen – als versierte Regisseurin mit Blick fürs Detail.

Sie war nicht die einzige, die in dem aufgeräumten, zweckmäßig eingerichteten Bühnenbild zwischen Esstisch, Sofa, Türvorhang und Buddha-Kopf ihr professionell anmutendes Spiel entfaltete. So ergänzten sich Jonathan Püttmann und Jonas Beinhardt in der Rolle des leicht sinistren Neffen-Paares Jeremy und Martin Eppingham perfekt in ihrem Intrigen-Spiel. Die Rollen der Anwaltsgehilfin Vana Lupitya (Ina Kopp) und des Hausangestellten Rahmu (Ashish Khullar) füllten die Darsteller mit Leben und Spielfreude. Das galt sogar, wenn auch rollenbedingt in geringerem Maße, für den nur ganz am Rande in der stummen Rolle eines Hausboys auftretenden Syed Shahid Ali Naqvi.

Michael Emdes Fistelstimme begeistert

Besondere Erwähnung verdient Michael Emde in der tragenden Rolle des Rechtsanwalts Basil Landau. Seine ausgeprägten schauspielerischen Fähigkeiten, präsentiert in einer überzeugend geratenen kostüm- und maskentechnischen Erscheinung, erschöpften sich nicht nur im üblichen Ausdruck, sondern kamen in ungewöhnlichen, etwa mit extrem hoher Fistelstimme gemeisterten Bühnensituationen zum Tragen. Kompliment!

So entstand ein auch von den unsichtbaren Mitwirkenden hinter den Kulissen (Bühne: Lilli Krück; Sound: Ahmad Jazzar) getragener runder Theaterabend, in dem eine gefährliche Hutschachtel und eine improvisierte Totenbeschwörung eine Rolle spielen.

Zwei kurzweilige Stunden

Auch wenn „Schwester Hester aus Lancaster“ trotz deutlicher Kürzung des einige Längen enthaltenden Originaltextes mit über zwei Stunden Spielzeit recht ausgedehnt geriet, so waren es doch solche inhaltlichen Gimmicks und das, was Die Theatergruppe an der Uni KL bühnen- und spieltechnisch aus den Vorgaben machte, was letztlich zu guter Unterhaltung und einem weiteren Erfolg in der langen Tradition der Theaters führte.

Info

Die nächsten Aufführungen der schwarzen Komödie „Schwester Hester aus Lancaster“ finden statt am Freitag, 11. Februar, Samstag, 12. Februar, und letztmalig am Donnerstag, 17. Februar, jeweils um 20 Uhr im Audimax der Universität (Bau 42, Hörsaal 115). https://www.uni-kl.de/theater/

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