Kaiserslautern Die Stadt im Takt des Blues’

Acht Bands aus fünf verschiedenen Nationen. Das Kammgarn International Blues Festival zeigte sich wieder von der besten Seite (wir berichteten mehrfach). Nun zieht RHEINPFALZ-Mitarbeiter Walter Falk mit Kulturzentrumschef Richard Müller Bilanz.
Das Festival hat sich prächtig entwickelt. Wir haben einen Rekord beim Kartenverkauf. Das Publikum ist fachkundig, die Fachpresse war vertreten, und die Stimmung hatte Festivalcharakter. Unser Einzugsgebiet geht über ganz Deutschland, inzwischen. Durch das Sponsoring von SWK und Kultusministerium sind wir in der Lage, Topacts einzukaufen und sie mit Newcomern zu kombinieren, die frisch und szeneprägend sind und in die Zukunft weisen. Auch ist es dadurch möglich, eine Band eigens für unser Festival zusammenzustellen, die sich auf internationalem Niveau bewegt: Diese Band um unseren MC, Michael Hill, war festivalprägend. Sind Sie mit den Besucherzahlen einverstanden? Absolut! Mit über 1500 Besuchern war es diesbezüglich unser erfolgreichstes Festival. Blues passt einfach zu Lautern. So tickt die Stadt. Was waren für Sie die Höhepunkte? Der Eröffnungsabend stand unter dem Motto „Junge Band trifft Routiniers“. Solche Kontraste liebe ich. Der Opa des jungen Jesper Munk hat den Tourbus gefahren und ist so alt wie die Mitglieder der British star Band. Jesper hat einen Vertrag bei einem Major-Label und ist auf dem Weg nach ganz oben! Das deutsche Blues-Gipfeltreffen von Henrik Freischlader und der Hamburg Blues Band war großartig, und die 20-jährige Nikki Hill ein Clubgig der Extraklasse. Sie ist das erste Mal in Europa und hat bei uns ihre Tournee begonnen. Der dritte Abend gehörte den absoluten Shootingstars Blues Pills. Sie kamen direkt aus Antwerpen, sind überall ausverkauft, haben eine ganze Seite im Rolling Stone und das Zeug, zu einer internationalen Supergruppe zu werden! In ihrer Performance waren alle bedeutenden Einflüsse vertreten: Wishbone Ash, Jefferson Starship, Jimmy Hendrix, Janis Joplin– die kompletten 60er, im zeitgemäßen Stil. Grandios! Einen großen, würdigen Festivalabschluss boten die New York Band um Michael Hill und Solomon Hicks sowie die K’Town Connection mit Albert Koch. Sie sehen: Favoriten habe ich nicht. Alle waren super! Ihr Fazit? Großartiges Festival voller Eindrücke von höchster Qualität! Gibt es schon Planungen fürs kommende Jahr? Sie wissen: Nach dem Festival ist vor dem Festival. Ich möchte mich an dieser Stelle sehr bedanken bei unserer Technikabteilung und unseren Sponsoren, der SWK und dem Kultusministerium! Wie geht es Walter Trout, der hier vor einem Jahr als todkranker Mann auf der Bühne stand und ein unvergessliches Konzert gab? Er ist auf dem Weg der Besserung. Er hat eine Spenderleber erhalten, und sein Körper hat sie angenommen. Dies wurde durch eine Spendenaktion ermöglicht, die der Bluesgitarrist Danny Bryant ins Leben rief: Mehr als 100.000 Dollar wurden von Musikliebhabern gespendet! Vielleicht können wir ihn bald wieder in der Kammgarn begrüßen. Ich danke für das Gespräch. (fk)