Kaiserslautern „Die Schöpfung hautnah erleben“
«Queidersbach.»Einen Familiengottesdienst im Grünen bietet die protestantische Kirchengemeinde Schopp-Linden-Krickenbach am Sonntag, 3. September, an der Grillhütte „Am Falkenstein“ in Queidersbach an. Darüber, was an einer solchen Feier so reizvoll ist, hat sich Redakteurin Pola Schlipf mit Pfarrer Wolfgang Hust vor Ort im Wald unterhalten.
Wir wollen einfach mal rausgehen aus den Kirchenmauern, rein in die Natur, um die schöne Schöpfung Gottes hautnah zu erleben. Ich persönlich liebe die Natur. Die Biologie und die Naturforschung sind mein großes Hobby schon seit Kindesbeinen an. Ich melde auch regelmäßig Tierfunde beim Artenfinderportal. Schmetterlinge und Insekten sind mein Schwerpunkt. Der Gottesdienst im Grünen ist auch dafür da, die Leute für die Natur zu sensibilisieren. Und für Familien bietet sich hier auf dem Gelände und auf dem Spielplatz die Möglichkeit, nach dem Gottesdienst noch zu verweilen. Was ist bei einem Gottesdienst im Freien anders als in der Kirche? Dass der Raum offen ist. Das Sonnenlicht hat am Ort eine ganz andere Wirkung, es gibt Gerüche, Tiergeräusche, die Vögel können die Lieder begleiten. Grundlegend anders ist, dass die Leute nicht in die Kirche gehen müssen, sondern die Kirche aufs Land kommt. Ich versuche auch, bei diesem Gottesdienst die Jugendlichen noch stärker mitwirken zu lassen. Gibt es ein Thema für den Gottesdienst? Die Thematik für Gottesdienste im Grünen ergeben sich oft aus dem Ort. Wir sind ja hier am Falkenstein, man schaut auf die Sandsteinfelsen. Deshalb habe ich mir überlegt, Gott als feste Burg zu thematisieren, als Fels in der Brandung. Die Fragen werden sein: Was ist unser Fundament, was ist das Verlässliche im Leben? Muss es immer mehr außergewöhnliche Gottesdienst-Formen geben, um Menschen anzusprechen? Unsere normalen Gottesdienste sind je nach Anlass eigentlich gut besucht. Aber der Wunsch nach besonderen Gottesdiensten ist schon da. Für mich ist es eine große Herausforderung, diesen Spagat zwischen traditionellen Gottesdiensten, die mir ganz wichtig sind und in deren wiederkehrenden Abläufe Menschen auch Halt finden, und dem Wunsch nach besonderen Formen hinzubekommen. Denn man braucht auch immer viele Helfer, die das mit vorbereiten. Wir können diese speziellen, differenzierten Gottesdienste nur anbieten, weil wir genügend Leute vor Ort haben, die sich engagieren. Dafür bin ich sehr dankbar. Warum haben Sie Queidersbach für den Gottesdienst im Grünen ausgewählt? Es ist für uns eine besondere Motivation, den Gottesdienst in Queidersbach abzuhalten, weil es keine evangelische Kirche im Ort gibt. Der Gottesdienst ist somit auch eine missionarische Chance, eben auch Menschen zu erreichen, die sonst nicht unbedingt in den Sonntagsgottesdienst kommen – Kirchenferne, Vorbeiwandernde, Zaungäste. Und ein entscheidender Grund für die Ortswahl war: Es gibt Toiletten und für Gehbehinderte ist die direkte Zufahrt mit dem Auto möglich. Alle anderen können an den nahen Tennisplätzen parken. Nun reicht Ihre Kirchengemeinde ja schon von Schopp bis Linden, jetzt kommen Sie nach Queidersbach. Es ist ein großes Gebiet, das mittlerweile abgedeckt werden muss. Inwiefern verändert das die Seelsorge? Es verändert die Seelsorge sehr stark, weil man einfach Schwerpunkte setzen muss, um eine gerechte Betreuung und Seelsorge zu gewährleisten. Es ist auch wichtig, das Ganze gut zu kommunizieren und das Ehrenamt absolut zu stärken. Ich setze ganz klar meinen Schwerpunkt auf die Seelsorge. Hausbesuche und Begegnungen mit Menschen sind mir wichtig. Die Leitlinie muss sein: Bleibe nah an den Menschen, begleite sie in den verschiedenen Lebenslagen. Das ist auch meine größte Motivation. Termin Der Familiengottesdienst im Grünen der protestantischen Kirchengemeinde Schopp-Linden-Krickenbach findet am Sonntag, 3. September, um 11 Uhr an der Grillhütte „Am Falkenstein“ in Queidersbach statt. Gefeiert wird bei jedem Wetter.