Kaiserslautern „Die Saar laaft in die Moselle“

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Das Gastspiel des Lothringer Liedermachers Marcel Adam und seiner Band „la fine équipe“ am Samstagabend im Edith-Stein-Haus in Kaiserslautern bedeutete für Kunstgriff Event nicht nur eine Premiere mit diesem famosen Sänger, es war ein Riesenerfolg. 180 Besucher standen am Schluss spontan von den Sitzen auf und bedankten sich mit langanhaltendem Applaus für einen wunderbaren, drei Stunden langen Abend.

„Man muss lernen sich selbst zu lieben“, verkündete Marcel Adam. „Und wir sollten unsere Lebenslust nicht verschwenden an solche Leute, die Rassismus und Rechtsradikalismus in die Welt säen.“ Damit hatte der Kleinkünstler das Publikum schon auf seiner Seite. Und sein folgendes Lied mit den Zeilen „Die Saar laaft in die Moselle un die Moselle ins Meer, un genau in dem Fluss steht min Hus un ich han mich so furchtbar gern“ musste er nicht mehr groß erläutern: Nur wenn ich mich selbst liebe, kann ich auch meine Mitmenschen lieben. Es war aber nicht so, dass Adam nun politische Lieder gesungen hätte. In seinen Liedern in Lothringer Mundart erzählte er von seiner Kindheit in der beschaulichen Gegend gleich hinter der deutsch-französischen Grenze, von seiner Jugend, seiner ersten Liebe, den Tücken des Lebens, und er entpuppte sich als „Männerversteher“ („Männer sind ja viel sensibler als die Frauen“) mit reichlich Mitgefühl für das „schwache Geschlecht“. Hintergründiger Humor, das war eins seiner Markenzeichen an diesem Abend. Sein Publikum mit einzubeziehen, das war ein weiterer Pluspunkt des Liedermachers. „Man weiß ja als Künstler nie, mit wem man es zu tun hat. Deswegen fangen wir erst mal ganz einfach an mit la-la-la.“ Mit diesen Worten leitete er das Lied „In de Wechkich“ ein und alle trällerten begeistert mit, während Christian Di Fantauzzi auf dem Akkordeon über der Melodie virtuos ziselierte. Bei der „Hochzittsrääs im Bitcherlond“ entpuppte sich Marcel Adam sogar als Tänzer. Aber die Bewegungen des mittlerweile Mittsechzigers, dem man sein Alter nicht ansieht, waren doch etwas eckig und ungelenk. Dafür war seine Stimme umso beweglicher. In Liedern wie „Liebe ist wie wildes Wasser“, „Wunder gescheh`n“ von Nena oder „Je ne regrette rien“ von Edith Piaf war seine Stimme von verführerischer Sinnlichkeit. Der Vielbegabte ist aber nicht nur ein Lothringer „Schwaduddler“, der über Saarländer und Lothringer im allgemeinen und über Elsässer im Besonderen parliert, er zeigte sich auch als Teamworker, der es verstand, immer wieder seine beiden Kollaborateure herauszustellen. So begeisterte Christian Di Fantauzzi in „De Akkordeonischt“ oder „L`Italiano“ als Virtuose, manche Lieder begleitete er auf dem Altsaxophon mit einem poetischen und längst verloren geglaubten Zauber. Auf Gitarre und Bass begleitete Christian Conrad, phrasierte dabei sensitive, luftige Linien voll kammermusikalischem Melos, verblüffte mit harten, perkussiven Läufen oder beißenden Klängen.

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